Gebäude IG I
Gebäude IG I

Das Institut für Physiologie verdankt seine Entstehung dem 1972 gefassten Beschluß der Landesregierung, den klinischen Studienabschnitt in Essen zum vollständigen medizinischen Studiengang auszubauen. Zur Unterbringung wurde - wie für die anderen vorklinischen Institute - die schon im Bau befindliche Institutsgruppe I bestimmt. Als offizieller Beginn der Physiologie in Essen kann der 18. Juli 1974 gelten, als Prof. Dr. med. Wolfgang Wiemer, aus Bochum auf die neu gegründete ordentliche Professur dieses Faches berufen, seine Ernennung erhielt. Als provisorische Unterkunft, immerhin bereits mit einem kleinen Labor, diente der zunächst kleinen Kerngruppe eine Baracke an der Stelle der heutigen Schule für Logopädie. 1975 konnten die Räume in der Institutsgruppe I bezogen werden. Im Wintersemester 1975/76, als erstmals 70 Studienanfänger der Medizin in Essen zugelassen wurden, setzten die Lehrveranstaltungen mit einem Kolloquium ein; sie wurden entsprechend dem Aufbau des Studienganges ab Sommersemester 1976 um die Hauptvorlesungen, ab Sommersemester 1977 um das Praktikum erweitert. Marksteine des weiteren Aufbaus waren die Berufung von Prof. Dr. med. Ulf Eysel auf die C3-Professur für Neurophysiologie (1976) sowie von Prof. Dr. med. Gerolf Gros auf die entsprechende Professur für Atmungs- und Kreislaufphysiologie (1978). Zu den drei Professuren kamen noch insgesamt vier Stellen für wissenschaftliche Assistenten/Angestellte und eine für einen akademischen Rat.

Drei Mitglieder des Instituts wurden in der Folge auf Professuren anderer Universitäten berufen: Dr. W. von Maltzahn (Associate Professor, University of Texas at Arlington, USA, 1979), Prof. Dr. G. Gros (ordentliche Professur, Universität Hannover, 1986), Prof. Dr. U. Eysel (ordentliche Professur, Universität Bochum, 1987). Im Zuge der Verminderung der Zulassungszahlen in der Medizin (auf gegenwärtig ca. 160/Jahr in Essen) wurde eine der C3-Professuren von der Landesregierung gestrichen. Als Nachfolger von Prof. Eysel wurde 1988 Prof. Dr. med. Dieter Bingmann auf die Professur für Neurophysiologie berufen.

Die Nachfolge von Prof. Wiemer trat am 1. März 1999 Prof. Dr. med. Joachim Fandrey an. Als neues Arbeitsgebiet wurde am Institut die Molekulare Physiologie etabliert. Schwerpunkt der Arbeitsgruppe sind Untersuchungen zur sauerstoffabhängigen Genexpression und zum zellulären Sauerstoffsensor.

Seit der Fusion der Universitäten - Gesamthochschulen Duisburg und Essen am 1. Januar 2003 ist das Institut für Physiologie eine theoretische Abteilung der medizinischen Fakultät der neugegründeten Universität Duisburg-Essen.

Seit 1. August 2008  ist Prof. Dr. med. Eric Metzen als Nachfolger von Prof. Bingmann an unserem Institut. Sein Arbeitsgebiet sind Untersuchungen zur Regulation des Zellstoffwechsels durch äußere Faktoren, insbesondere Auswirkungen von Sauerstoffmangel.

Prof. Dr. Dietrich Büsselberg nahm am 1.3.2008 den Ruf als Professor of Physiology and Neuroscience an die Paul L. Foster School of Medicine des Texas Tech University Health Sciences Center in El Paso an.

Am 1.12.2009 trat Prof. Dr. med. Christian Stockmann als Juniorprofessor in unser Institut ein. Er befasst sich mit dem Prozess der Gefäßneubildung im Rahmen maligner und chronisch entzündlicher Erkrankungen. Schwerpunkt der Forschung ist der Einfluss von Zellen des angeborenen Immunsystems auf die Gefäßneubildung im Verlauf verschiedener Krankheitsbilder.

Literatur: Eigler, F. W., Grosse-Wilde, H., Zöller, O. (Hrsg.), Medizinische Fakultät der Universität - Gesamthochschule - Essen 1963 - 1988, Bochum: Verlag Laupenmühlen Druck, 1988, S. 50-52

(Text wurde der aktuellen Situation angepasst).