Social Media & Web 2.0 an der Hochschule

Balance finden: Neue Medien und bisherige Angebote

Seit etwa 10 Jahren befinden sich – zuerst unter dem Schlagwort „Web 2.0“, heute vermehrt unter der Bezeichnung „Social Media“ – digitale Medien und Technologien auf dem Vormarsch, die ihren Nutzern Möglichkeiten zur breiten Kommunikation sowie zum Austausch oder zur gemeinsamen Gestaltung medialer Inhalte bieten. Über 70 Prozent aller Internetnutzer (in Deutschland) bedienen sich inzwischen (freier) Social Media-Angebote. Beispielhaft für Nordrhein-Westfalen aufgeschlüsselt zeigen Zahlen für das Jahr 2012, dass in der Altersgruppe von 20 bis 29 Jahren 96 Prozent der Nutzer, in der Alterskohorte von 40 bis 59 Jahren 68 Prozent der Nutzer auf Social Media-Plattformen zugreifen.*

Über Social Media-Instrumente wird die Teilhabe an digitalen Inhalten einfacher: Die Kommunikation in großen Kreisen und der Austausch von Daten über vielfältig vernetzte Systeme ist mittlerweile nicht mehr abhängig von speziellen Grundkenntnissen oder einer komplexen technischen Ausstattung. Mit den neuen softwaregestützen Angeboten einher geht der Trend zu mobilen Endgeräten. Über Smartphones, mobile PCs in allen Varianten, UMTS und wie selbstverständlich angebotene offene W-LAN-Netze sind die Nutzer – und ist das individuelle Online-Verhalten – so mobil wie noch nie in der kurzen Geschichte des Internets.

Vor diesem Hintergrund stehen Hochschulen heute vor mehreren Herausforderungen: Sie müssen ihren eigenen Umgang mit neuen und anderen elektronischen Austauschformen definieren, bereit sein, Inhalte über ungewohnte und vielfältigere Kanäle zu verbreiten und sich in der Art der Kommunikation auf das in der Regel direktere Feedback durch die Empfänger einstellen. Vor allem aber rücken zunehmende Social Media-Aktivitäten die Frage nach der Balance zwischen neuen Medien und den bisherigen netzbasierten Angeboten in den Vordergrund.

* (Zahlen nach: Faktenkontor GmbH Hamburg: Social Media Atlas 2012. Social Media Nutzung in Deutschland.)