Passion und Beruf – Arbeitsgespräche mit Kulturschaffenden

„Vernetzt und kämpferisch“, so beschreibt Kristina Wydra, Dramaturgin und Kulturmanagerin, den ersten Gesprächspartner Jonas Zipf, Werkleiter JenaKultur, des Online-Blockseminars „Passion und Beruf – Arbeitsgespräche mit Kulturschaffenden“. In diesem Auftaktgespräch berichtet Jonas Zipf von der Vielschichtigkeit seines Berufs und von seiner Leidenschaft für die Kultur. Für ihn ist die Relevanz und Wirksamkeit der Kultur zentral und der Grund für seinen Seitenwechsel vom freien Dramaturg zum kulturpolitischen Macher.  

Auch für den zweiten Gesprächspartner, Simon Meienreis, zurzeit Dramaturg am Schauspiel Essen, ist das „lustvolle Arbeiten“ wichtig. Ihn reizt vor allem die Vielschichtigkeit und die Breite der Themen an seinem Beruf. Als Qualität aus dem Studium sieht er die Methodenkompetenz an und die Lust am Schreiben. Außerdem betont er, dass er den Nachwuchs gerne in seine Arbeiten einbeziehe und die freie Umsetzung seines breit gestreuten Interesses schätze.

„Beruflich am Rad drehen“ - Gespräch mit Ludger Vortmann (ADFC)

Das ist bei Ludger Vortmann wörtlich zu verstehen, denn seit September 2020 ist er Pressesprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) NRW und kann dadurch Beruf und Leidenschaft verbinden. Nach dreißig Jahren im Journalismus wechselt er nun in die PR und hat so den Studierenden des Seminars "Wie PR und Journalismus miteinander agieren" am Freitag, 29.01.2021, einen sehr guten Einblick in beide Welten gewährt. Schon als Kind entdeckt er die Liebe zum Schreiben, die beide Bereiche verbindet. Und nicht nur das: Er veröffentlicht Romane, studiert, macht sich selbständig und arbeitet als Journalist – eine Karriere mit zahlreichen Gesichtern. „Es kommt auf die Vielfalt der Erfahrungen an“, gibt er den Studierenden auf den Weg. Ludger Vortmann lebt seinen Traum und zeigt, dass Selbstverwirklichung, Mut und Idealismus zur Lebensqualität beiträgt.

„Dönekes aus dem Leben“: Ute Schneider im Gespräch

Ute Schneider, freie Journalistin für Radio und Fernsehen, mag es Geschichten von Menschen zu erzählen. Sie arbeitet unter anderem für den WDR 4 und Frau TV. Diesmal erzählt sie von sich selbst und kam am 11.12.2020 mit Studierenden des Seminars „Wie PR und Journalismus miteinander agieren“ ins Plaudern über ihre Karriere, Arbeitsbedingungen und lebensnahe Anekdoten. „Brennt für was!“ ist eine ihrer Aufforderungen und sie selbst macht vor, wie es geht und wie wichtig Leidenschaft und Empathie sind. Sie würde es wieder tun. „Hängt Euch rein und ihr könnt alles“, gibt sie den Studierenden zum Schluss auf den Weg.

Detektiv:innen am Werk

Wie kann man die Leidenschaft fürs Lesen beruflich umsetzen?  Wie sehen die Tätigkeitsfelder von Lektor:innen aus? Welche Schlüsselqualifikationen braucht man für die Verlagsarbeit? Gerade für Studierende der Geisteswissenschaften ist der Beruf im Verlag sehr attraktiv, denn hier kann sich Leidenschaft mit Broterwerb verbinden. Daher bietet das Praktikumsbüro schon seit 2015 in Zusammenarbeit mit der freien Lektorin Kathrin Jurgenowski Workshops zu diesen Themen an. Diesmal fanden sie am 09. Und 30.01.2021 statt und gewährten interessante Einblicke in ein spannendes Berufsfeld, seine Vielschichtigkeit und die mitunter detektivische Arbeit am Text, die Studierende selbst ausprobieren konnten.

Berufseinstieg für Studierende der Geschichtswissenschaft

Leitplanken bekommen“, so Dr. Frank Kerner vom Ruhr Museum in Essen. So könnte auch das Ziel der Auftaktveranstaltung „Berufseinstieg für Studierende der Geschichtswissenschaft“ lauten. Sechs Berufspraktiker*innen und zwanzig Studierende führten am Mittwoch, 27.01.2021, ein angeregtes Gespräch. Ihre Gemeinsamkeit ist das Studium der Geschichtswissenschaft. Was aber braucht man an Fachkenntnissen? Welche Qualitäten sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt? Wichtig seien Netzwerke, Praktika und Auslandsaufenthalte. Oder „Vielfalt macht Eindruck“, wie Fania Burger vom Moerser Kulturverein bemerkte. Es sind nicht die spezialisierten Fachkenntnisse, die im Mittelpunkt stehen, jedoch haben sich Analysefähigkeiten, Methodik und das eigenständige Erarbeiten von Themen für den Beruf bewährt. Und das bei allen Referent*innen, die nun in Museen, bei Kulturvereinen und in der Werbebranche arbeiten. Dr. Stephan Knops, Kustos des Historischen Instituts, Dorothea Bessen, Ansprechpartnerin für den 2-Fach MA „Geschichtspraxis interkulturell“, und Dr. Claudia Drawe, Leiterin des Praktikumsbüros der Fakultät, organisierten diese Veranstaltung, damit Studierende nicht zu „schiffbrüchigen Geschichtswissenschaftler*innen“ werden, wie Christian Lütnant scherzhaft anmerkte.

Das Bild zeigt das Plakat zur Veranstaltung "Berufseinstieg für Studierende der Geschichtswissenschaft"
Plakat ©: Mira Arora

„Wer Yogahosen anhat, hat sein Leben im Griff“: Storytelling im Bewegtbild

Am Samstag, 05.01.2021, gab es nicht nur viel Sonnenschein, sondern auch viel zu Lachen und reichlich Impulse für Studierende. Im Workshop „Storytelling im Bewegtbild“ haben sie in wenigen Minuten kreativ und sehr unterhaltsam Geschichten erzählt, beispielsweise wie das Jahr 2021 aussehen und ob es das allemal innovative Hygieneparfüm dann endlich geben wird. Selbst musikalische und handwerkliche Talente konnten miteinfließen. Dr. Felicitas Bonk, selbst Absolventin der UDE, teilte am 05. Dezember 2020 ihr Fachwissen, ihre Anekdoten und ihre eigenen großen Momente mit Studierenden der geisteswissenschaftlichen Fächer. Ein sehr informativer und gelungener Tag!

Bewerbungscoaching für Studierende der Geisteswissenschaften

„Das ganze Potential entfalten können“ - so das Ziel des 3-tägigen Workshops „Bewerbungscoaching für Studierende der Geisteswissenschaften“, der im Winter 2020 stattfand. Laura Dabelstein, erfahrene Schauspieldozentin und Coach, reflektierte zusammen mit einer kleinen Gruppe von Studierenden deren Stärken und Schwächen und gab Tipps zur Selbstpräsentation und -wahrnehmung, um sie in ihren beruflichen Möglichkeiten und Chancen zu bestärken. Sehr offen und konkret ging es auch um schwierige Themen wie Gehaltsvorstellungen, Hierarchien und gender-spezifische Hürden. Im Mittelpunkt stand jedoch die Persönlichkeit der Studierenden und die angemessene Darstellung der eigenen Stärken.

Keine Angst vor klarer Sprache: Schreiben für die berufliche Praxis

Schachtelsätze, Fußnoten, Fachbegriffe: Die Universität fordert von Studierenden einen ganz eigenen Schreibstil. Doch spätestens im Berufsleben ist eine andere Ausdrucksweise gefragt, die sich Studierende oft erst mühsam aneignen müssen. Der Workshop „Schreiben für die berufliche Praxis“ am 28.11.2020 war voller wichtiger Tipps und Tricks – denn eine klare Schriftsprache ist nicht nur für den Journalismus und die Öffentlichkeitsarbeit, sondern in allen Berufszweigen nützlich.

Das Foto zeigt den Referenten Joachim Ochs vor dem Whiteboard im Gespräch mit den Studierenden
Foto ©: Dr. Claudia Drawe
Das Foto zeigt den Bildschirm mit Regeln für Social Media-Beiträge
Foto ©: Dr. Claudia Drawe

Der Consulting-Experte Joachim Ochs half Studierenden der geisteswissenschaftlichen Fächer im Umgang mit Fragen wie: Was ist eigentlich ein guter Text? Was sind No-Gos beim Kommunizieren am Arbeitsplatz? Wie muss ein guter Social-Media-Beitrag aufgebaut sein? Der Workshop bot praktische Übungen mit Feedbackschleifen, das ein oder andere lustige YouTube-Video und interessante Einblicke in die berufliche Praxis von Joachim Ochs und den Teilnehmer:innen.
Fazit einer Studentin: „In den 8 Stunden der Veranstaltung wurde es keine Sekunde langweilig!‘‘

(Autor:innen: A.H., Johanna Vogel, L.C., Marie Eidmann, Dana Hümbs)

Kontakt

​​Fittosize _162 0 D5fd2e547183593ebcef6309bf9800d2 Dr. Claudia Drawe

(Foto © Ka Wai Ho)
 

Dr. Claudia Drawe

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