40 Jahre Duisburg–Wuhan

 

Duisburg–Wuhan
40 Jahre deutsch-chinesischer Zusammenarbeit

40 Jahre Duisburg-wuhan

Duisburg–Wuhan: Die erste deutsch-chinesische Städtepartnerschaft wurde im Jahr 1982 begründet. Seitdem befinden sich die beiden Städte in intensivem Austausch. Die Kooperationen umfassen Schulpartnerschaften, Wissenschaftsaustausch, wirtschaftliche Zusammenarbeit und vieles mehr. Im Laufe der Zeit haben sich Inhalte und Form der Partnerschaft verändert. Durch die akute weltpolitische Lage sind neue Herausforderungen dazukommen.

 

In dieser gemeinsamen Veranstaltungsreihe der Stadt Duisburg, des Instituts für Ostasienwissenschaften (IN-EAST) und der Alliance for Research on East Asia Ruhr (AREA Ruhr) diskutieren ausgewiesene Chinawissenschaftler verschiedene Dimensionen des Austausches: Welche Bedeutung hat China und die Neue Seidenstraße für die deutsche Wirtschaft? Wie entwickeln sich die politischen Beziehungen zwischen China und Deutschland bzw. Europa? Was sind die technologiepolitischen Implikationen der digitalen Seidenstraße? Welche Bedeutung hat heute der kulturelle Austausch? Welche Bedeutung kommen Städtepartnerschaften zu?

Veranstalter und Veranstaltungsorte

Die Stadt Duisburg begeht 2022 das 40-jährige Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft mit Wuhan.

Das Institut für Ostasienwissenschaften (IN-EAST) der Universität Duisburg-Essen führt ein großes Forschungsprojekt zu der Bedeutung der Neuen Seidenstraße für die Stadt Duisburg und das Ruhrgebiet durch.

In der Alliance for Research on East Asia Ruhr (AREA Ruhr)kooperieren die Ostasienwissenschaftler der Universität Duisburg-Essen und der Ruhr-Universität Bochum. Alljährlich werden im Rahmen des AREA-Tags interessante „Ostasienorte“ in NRW vorgestellt und ein aktuelles Thema zur Diskussion gestellt. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Duisburg und Wuhan stellt der AREA-Tag in diesem Jahr das Museum DKM mit seiner großen Sammlung ostasiatischer Kunst vor. In zwei Vorträgen resümieren Thomas Heberer und Matthias Stepan den Stand kommunaler Partnerschaften mit China und der Zusammenarbeit der deutschen und chinesischen Hochschulen im Schatten der angespannten politischen Großwetterlage.

Das Kultur- und Stadthistorische Museum zeigt eine Ausstellung zu den Städtepartnerschaften Duisburgs und ihrer Geschichte. Johannes-Corputius-Platz 1, 47051 Duisburg.

Das Museum DKM verfügt über eine große Sammlung ostasiatischer Kunst aus verschiedenen Epochen.
Güntherstr. 13–15, 47051 Duisburg.

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​Di, 3. Mai 2022, 18–20 Uhr

Auftaktveranstaltung
Thomas Heberer:
Die deutsch-chinesischen Städtepartnerschaften und die Partnerschaft Duisburg-Wuhan

Kultur- und Stadthistorisches Museum, Johannes-Corputius-Platz 1, 47051 Duisburg

Duisburg–Wuhan: Die allererste deutsch-chinesische Städtepartnerschaft wurde im Jahr 1982 begründet. In der Auftaktveranstaltung wird Thomas Heberer über Städtepartnerschaften und Städtediplomatie im Allgemeinen referieren. Dabei sollen auch die Fragen nach der Zukunft von Städtepartnerschaften behandelt werden. Ein Fokus wird auf die Geschichte, Entwicklung und Perspektive der deutsch-chinesischen Städtepartnerschaften gelegt.
Im Anschluss sollen Zeitzeugen, die die Etablierung der Städtepartnerschaft mit Wuhan erlebt und begleitet haben, zu Wort kommen.

Thomas Heberer Thumb

Thomas Heberer ist Senior-Professor für Politik und Gesellschaft Chinas.

Di, 17. Mai 2022, 18–20 Uhr

Markus Taube:
Chinas Bedeutung für die deutsche Wirtschaft – Wachsender Profit und wachsende Risiken

Kultur- und Stadthistorisches Museum, Johannes-Corputius-Platz 1, 47051 Duisburg. Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail an events@in-east.de unter Angabe ihres Namens und des Veranstaltungsdatums anzumelden.

Die deutsche Wirtschaft ist stark in China engagiert und über ihre Wertschöpfungsketten eng mit der chinesischen Wirtschaft verflochten. Dabei hat sie in der Vergangenheit einerseits massive Technologieabflüsse erfahren, andererseits aber auch gewaltige Gewinne realisieren können. In jüngerer Zeit verändert sich die globale Landschaft derart, dass politische Risiken zunehmend relevant werden. Deutsche Unternehmen müssen sich vor dem Hintergrund zunehmend illiberaler Strukturen in China, dem Technologie- und Handelskonflikt Chinas mit den USA und insbesondere den von der russischen Aggression in der Ukraine ausgehenden Schockeffekten neu mit ihrem Engagement in China auseinandersetzen. Wo liegt die richtige Balance zwischen Engagement und Entkopplung, Partnerschaft und Rivalität?

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Markus Taube ist Professor für Ostasienwirtschaft/China am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen.

Di, 31. Mai 2022, 18–20 Uhr

Thomas Heberer:
China, Deutschland und Europa – Quo vadis?

Kultur- und Stadthistorisches Museum, Johannes-Corputius-Platz 1, 47051 Duisburg. Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail an events@in-east.de unter Angabe ihres Namens und des Veranstaltungsdatums anzumelden.

Ausgehend von den innen- und außenpolitischen Zielsetzungen der chinesischen Führung skizziert und interpretiert Thomas Heberer Chinas internationales Verhalten und seine Implikationen für die deutsch/europäisch-chinesischen Beziehungen, nicht zuletzt im Kontext der transatlantischen Beziehungen. Unter anderem befasst er sich mit Fragen nach der Bedeutung der dreifachen Klassifizierung Chinas als „Partner, Wettbewerber und systemischer Rivale“, mit der Rolle Europas im Gemengelage zwischen den USA und China sowie der Frage einer wertegeleiteten Außenpolitik.

Thomas Heberer Thumb

Thomas Heberer ist Senior-Professor für Politik und Gesellschaft Chinas.

Di, 14. Juni 2022, 18–20 Uhr

Nele Noesselt:
Technopolitische Dimensionen und Implikationen für Deutschland und Europa

Kultur- und Stadthistorisches Museum, Johannes-Corputius-Platz 1, 47051 Duisburg. Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail an events@in-east.de unter Angabe ihres Namens und des Veranstaltungsdatums anzumelden.

Neben Transportinfrastruktur – Schienennetzen, Straßen, Häfen, Flughäfen – umfasst die 2013 von Xi Jinping proklamierte Neue Seidenstraße auch den Aufbau von Internet- und Telekommunikationsnetzen. Mit dieser digitalen Seidenstraße werden nicht nur Hardware und Software chinesischer Unternehmen exportiert. Der Aufbau von smarter Transportinfrastruktur und digitalen Netzen ist eng verwoben mit Fragen nach der Erhebung, Speicherung und Auswertung von personenbezogenen Daten. Die EU (und ihre Mitgliedsstaaten) diskutieren derzeit über die Regulierung und Standardisierung der digitalen Welt, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz. Wie positioniert sich die EU gegenüber der chinesischen digitalen Seidenstraße? Welche Chancen und Risiken werden mit dieser assoziiert?

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Nele Noesselt ist Professorin für Politik Chinas am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen.

Fr, 24. Juni 2022, ab 13.30 Uhr

AREA-Tag
Deutsch-chinesischer Austausch im Schatten der großen Politik: kommunale Partnerschaften und Hochschulkooperationen

13.30   Führungen durch das Museum DKM, Tee-Seminar und mehr

17.00   Vorträge

Thomas Heberer:
Deutsch-chinesische Städtepartnerschaften und Städtediplomatie. Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen

Der Vortrag geht von der Bedeutung Chinas für NRW aus. Thomas Heberer schlägt zunächst eine Brücke zwischen der Idee von Städtepartnerschaften hin zum zukunftsorientierten Themenkomplex von Städtediplomatie und befasst sich mit dem Wandel des Partnerschaftsgedankens. Sodann kommt er auf die deutsch-chinesischen kommunalen Partnerschaften in NRW zu sprechen, inklusive der Schulpartnerschaften als Teil des Bürgeraustauschs. Ferner greift er die Frage der Rolle von Städtepartnerschaften als Wirtschafts- und kultureller Faktor auf, ehe er sich zukunftsorientierten Feldern und Inhalten solcher Partnerschaften zuwendet. Am Ende befasst er sich mit den Herausforderungen deutsch-chinesischer kommunaler Partnerschaften und möglichen Lösungen.

Matthias Stepan:
Wissenschaftsdiplomatie: Hochschulen als Akteure im Dialog mit China

Hochschulen sind gemeinhin ein wenig beachteter Akteur, wenn es um die Völkerverständigung geht. Doch neben Forschung und Lehre bieten sie Studierenden und Wissenschaftler:innen vielfältige Möglichkeiten des internationalen Austauschs und der Kooperation. Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz weist mehr als 1.400 Kooperationen zwischen deutschen und chinesischen Hochschulen aus. In seinem Vortrag stellt Matthias Stepan Ergebnisse seiner Forschung zur deutsch-chinesischen Hochschulkooperation vor. Nachdem er bereits 2018 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine bundesweite Bestandsaufnahme zur deutsch-chinesischen Kooperation vorgenommen hatte, arbeitet er aktuell an einer Studie, welche ausgehend von den Hochschulen im Ruhrgebiet ein detailliertes Bild über Schwerpunkte, Chancen und Risiken der Kooperation zeichnen soll.

18.00   Empfang

Museum DKM, Güntherstr. 13–15, 47051 Duisburg. Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail an events@in-east.de unter Angabe ihres Namens und des Veranstaltungsdatums anzumelden.
 

Thomas Heberer Thumb

Thomas Heberer ist Senior-Professor für Politik und Gesellschaft Chinas.

 

 

 

Matthias Stepan Thumb

Matthias Stepan ist ein ausgewiesener Kenner des politischen Systems der Volksrepublik China und der Entwicklungen in der chinesischen Gesellschaft. Neben seiner Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum leitet er aktuell das Peking-Büro der Stiftung Mercator. Zuvor verantwortete er von 2014 bis 2019 am Mercator Institute for China Studies (MERICS) den Bereich Chinesische Innenpolitik / Public Policy.

Seit 2005 verbrachte er im Rahmen von längeren Studien-, Arbeits- und Forschungsaufenthalten nahezu fünf Jahre in der Volksrepublik China. Unter anderem als Gastdozent an der Renmin-Universität in der chinesischen Hauptstadt Peking und als Junior-Experte des EU-China Social Security Reform Cooperation Project. Matthias Stepan ist Autor zahlreicher Berichte, Analysen und wissenschaftlicher Publikationen zum gegenwärtigen China und zu China-Kompetenz in Deutschland. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf der Hochschulkooperation zwischen der Volksrepublik China und Deutschland.