InZentIM Veranstaltungen

2026-10-01 | Workshop

Ein historischer Blick auf mehrsprachige Bildung: Schule abseits der Einsprachigkeit

Campus Essen, 1 & 2. Oktober 2026

Ausgangspunkt des zweitägigen Workshops ist die Beobachtung, dass bestehende Forschungsarbeiten zu „anderssprachiger“ im Sinne nichtdeutschsprachiger Schule und Bildung häufig einen starken Fokus auf aktuelle Entwicklungen legen. Damit analysieren sie spezifische Momente und liefern wertvolle, jedoch jeweils auf einen spezifischen zeitlichen Rahmen begrenzte isolierte Einblicke.

Deutlich wird dies u.a. im Bereich des Herkunftssprachlichen Unterrichts (HSU), der trotz seiner langen Tradition kaum in seiner historischen Entwicklung untersucht, sondern meist punktuell betrachtet wird. Weitgehend unsichtbar bleibt damit bislang ein diachroner Zugang, der solche Momentaufnahmen in längere historische Entwicklungen einbettet und frühe Formen mehrsprachiger Bildung in Deutschland wahrnimmt. Dieser Befund gilt interessanterweise sowohl in der Geschichts-, als auch in den Sprach- und Bildungswissenschaften.
Der Workshop setzt genau hier an: Vorträge und der gemeinsame Austausch mit Expert*innen und Nachwuchswissenschaftler*innen sollen die bislang kaum sichtbare diachrone Betrachtung von Unterricht außerhalb der Einsprachigkeit diskutieren und hervorheben. Was wird sichtbar, wenn die Entwicklung des anderssprachigen Unterrichts historisch betrachtet wird?

Ziel des Workshops ist, den bislang in der Forschung unterrepräsentierten diachronen Zugang zu „anderssprachiger“ Schule sichtbarer zu machen. Im Diskurs um das deutsche Bildungssystem hält sich hartnäckig die Wahrnehmung, dass Mehrsprachigkeit ein rezentes Phänomen ist und die Schulen dafür wenig vorbereitet sind. Ein Blick in die Geschichte deutscher Schulen abseits der Einsprachigkeit zeigt jedoch, dass es eine große Anzahl allerdings häufig kleinräumiger Initiativen zumindest seit 1945 gab, die u.a. Sprachen der Migrationsgesellschaft sinnvoll integrieren konnten. Der Workshop findet an zwei Tagen am Campus Essen statt: Der erste Tag ist als Halbtagesveranstaltung geplant, der zweite ganztägig. Nach einem jeweils spezifischen Input durch die Referent*innen werden die Vorträge reflektiert. Neben den Referent*innen bringen so auch die Teilnehmer*innen ihr Wissen und ihre
Erfahrungen ein.

Die Anmeldung sind geschlossen, es findet jedoch ein öffentlicher Vortrag statt.

Programm