B-Bold Minds
Essener Kinder- und Jugendpsychiater
international im Austausch - mit B-BOLD Minds
Ende September war es soweit: Assistenzärzt*innen der LVR Universitätsklinik Essen für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters durften im Rahmen des EU- geförderten „B-BOLD Minds“ Austauschprogramms in zwei Kinder- und Jugendpsychiatrien in den Niederlanden hospitieren. Ziel dieses Projektes ist der fachliche Austausch von Kinder- und Jugendpsychiater*innenn, Psycholog*innen sowie Auszubildenden im Gesundheitswesen zwischen Deutschland und den Niederlanden, um die Versorgung und Zusammenarbeit in der Grenzregion zu verbessern. Ein Besuch der niederländischen Kollegen in Essen hatte im Juni stattgefunden.
„Auffällig waren sowohl in Almelo als auch in Zwolle die sehr durchlässigen, flexiblen Behandlungsstrukturen“ berichtet Miranda van Egmond (Assistenzärztin). Zum Beispiel schaffe die Tagesklinik, die nachmittags stattfinde und mit der ambulanten Behandlung verzahnt sei, die Möglichkeit, passgenaue Behandlungskonzepte je nach Bedarf und anzubieten. „Auch der hohe Grad an aufsuchenden Therapieformaten sowie die Bündelung von Team- und Fachkompetenzen in ambulanten Zentren ermöglicht eine gute Integration der Behandlung in die Lebenswelten von Kindern- und Jugendlichen.“ stellt Robin Köster (Assistenzarzt) fest.
Im Rahmen des Projektes wurden zudem in international gemischten Behandler-Teams Fälle von Patient*innen besprochen, wobei der Fokus vor allem auf die regional unterschiedlichen Behandlungskonzepte und kulturelle Unterschiede in der Bewertung von Verhaltensweisen gerichtet war. „Was in Deutschland kinder- und jugendlichentypisch oder als behandlungsrelevant einzustufen ist, muss dies nicht unbedingt in den Niederlanden sein – und umgekehrt. Außerdem sind die Behandlungsansätze aufgrund der verschiedenen Strukturen unterschiedlich. Sich darüber auszutauschen war hilfreich und inspirierend gleichzeitig“ sagt Miranda van Egmond. „Viele der Ideen, die wir in den Niederlanden gesehen haben, nehmen wir mit in unsere tägliche Praxis nach Deutschland“ ergänzt Robin Köster.
