Laientheorien zu Kinderlebensmitteln

Gefördert durch das Kompetenzzentrum Verbraucherforschung Nordrhein-Westfalen (KVF NRW) im Rahmen der Fördermittel Verbraucherforschung NRW 2019

gemeinsamer Antrag mit Prof. Dr. Gunnar Mau, Hochschule Macromedia, University of Applied Sciences

Laufzeit: 2019-2020

Mitarbeiterin: Raphaela Bruckdorfer, M.Sc.

Mini-Würstchen, Kinderfruchtjoghurt und Tierkekse: Kinderlebensmittel, die aufgrund knalliger Farben, kinderfreundlicher Motive und praktischer Vorportionierung vor allem Kinder und deren Eltern ansprechen, sind mittlerweile fester Bestandteil von Supermärkten. Während sie zwar oft als besonders kindergerecht vermarktet werden, werden sie von GesundheitsexpertInnen und VerbraucherschützerInnen häufig als unnötig oder gar gesundheitsschädlich kritisiert. Gleichzeitig ist sehr wenig darüber bekannt, wie KonsumentInnen diese Produkte wahrnehmen und welche Einstellungen sie zu ihnen haben. Dies stellt allerdings eine problematische Forschungslücke dar, da es oft gerade diese subjektiven Sichtweisen sind, die (kauf-)verhaltensrelevant sind.

Das vorliegende Projekt adressiert deshalb das Thema Kinderlebensmittel aus der Perspektive potenzieller KonsumentInnen mit dem Ziel, (a) unterschiedliche Einstellungen und Wahrnehmungen zu identifizieren und (b) diese mit Personenmerkmalen in Verbindung zu setzen. Eingesetzt werden dabei Online- und Eyetracking-Studien. Aus den empirischen Befunden sind zudem wichtige Implikationen zu erwarten, die zu einer verbesserten Verbraucherarbeit und -bildung beitragen können.

 

Social Media, Distraction, and Self-Regulation

Gefördert durch die DFG im Rahmen des Graduiertenkollegs „User-Centred Social Media“  (GRK 2167/1)

Laufzeit: 2017 - 2020

Mitarbeiterin: Christina Kößmeier, M.A.

Social Media besitzen ein hohes Ablenkpotenzial. Dies führt dazu, dass NutzerInnen regelmäßig Multitasking betreiben, was die Aufgabenleistung verschlechtern und zu negativen Konse­quenzen für das Wohlbefinden führen kann. Zentrale Ziele des Projektes sind es (a) Ablenkung im Kontext von Social Media zu verstehen und (b) Techniken zu entwickeln, die NutzerInnen helfen, er­folgreich mit Ablenkung umzugehen. Die zugrundeliegende Motivation ist, die Kompetenz von NutzerInnen zu stärken, indem Strategien und Techniken für einen kompetenten und flexiblen Um­gang mit Social Media bereitgestellt werden. Das Projekt fokussiert auf visuelle Aufmerksamkeit und Motivation als wichtige Prozesse, die der Ablenkbarkeit zugrunde liegen. Eye-Tracking wird eine zentrale Forschungsmethode sein. Es werden Techniken getestet, die NutzerInnen dabei helfen sollen, sich gegen Ablenkung abzuschirmen und dadurch ihre selbstregulatorischen Kompetenzen zu stärken. Zudem wird das Projekt einschlägige Implikationen für die Gestaltung von Benutzeroberflächen und Workflows in Social Media Applikationen haben.

 

Einfluss hoher Kundendichte auf Konsumentscheidungen

Gefördert durch die Wirtschaftskammer Wien im Rahmen des Wirtschaftskammerpreis 2016

gemeinsamer Antrag mit Johanna Palcu, Universität Wien

Laufzeit: 2016-2017 (abgeschlossen)

Überfüllte Geschäfte durch eine hohe Kundendichte können ein gravierendes Problem für den stationären Handel darstellen. Die negativen Auswirkungen auf Besuchs- und Kaufintentionen sind in der Forschung gut belegt, es bleibt jedoch unklar, was Händler tun können, um diese negativen Auswirkungen zu minimieren. Ein Grund für diese Lücke liegt in der bisher üblichen Forschungspraxis, das Einkaufserlebnis und die Entscheidungen, die zum Kauf (oder Nicht-Kauf) geführt haben mittels Befragungen nach dem Einkauf zu erfassen. Da Entscheidungsprozesse im Alltag jedoch häufig automatisch ablaufen, können Konsumenten in Befragungen meist nur unzureichend Auskunft über die Gründe für ihr vorangegangenes Verhalten geben. Das vorliegende Projekt stellt deshalb den Entscheidungsprozess zum Kaufzeitpunkt in den Fokus der Untersuchung. Mit Hilfe einer Online-Befragung sowie einer In-store Blickbewegungsstudie sollen in zwei Studien a) das subjektive Konsumentenempfinden von erhöhten Kundendichten in stationären Handel in einer für Wien repräsentativen Stichprobe erfasst und b) die unbewussten Entscheidungsprozesse von Konsumenten am Point-of-sale in einem ausgewählten Einzelhandelsgeschäft in Wien untersucht werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf zwei Faktoren, die von Händlern an eine erhöhte Kundendichte angepasst werden können: Produktangebote und Interaktionen mit Verkaufspersonal. Auf Basis der Befunde werden schließlich Möglichkeiten für Händler abgeleitet, den Einkaufsprozess von Konsumenten durch geeignete Produktangebote und optimierte Serviceinteraktionen so zu lenken, dass die negativen Auswirkungen von erhöhter Kundendichte reduziert werden.

Impulse Purchasing and Overspending – The Role of Shopping Orientation and Consumer Information Processing (IPOROSOCIP)

Gefördert durch die EU im Rahmen eines Marie Curie Career Integration Grant (FP7-MC-CIG-293577)

Laufzeit: 2011 – 2014 (abgeschlossen)

Buying products spontaneously is a frequent behavior for many consumer. Engaging too much in impulse purchasing, however, may entail negative consequences such as overspending and indebtedness. The project addressed impulse purchasing from the perspective of consumer psychology and had two main research objectives: (1) to advance knowledge on the mechanisms that underlie impulse purchasing and (2) to provide techniques and strategies to consumers to control their purchasing behaviour.

The focus of the project was on the role of visual attention for impulse purchasing. In a set of laboratory experiments that used eye tracking, we examined the relationship between buying impulsiveness, visual attention, and shopping orientations. We found that buying impulsiveness influences the breadth of visual attention. In a simulated shopping task, impulsive buyers were more likely to get distracted by task-irrelevant products than non-impulsive shoppers. Further studies indicate that an experiential shopping orientation increases this visual distractibility, whereas a task-focused shopping orientation reduces the distractibility. Another study used pupil dilation as an indicator of affective arousal and found that impulsive buyers, compared to non-impulsive shoppers, showed more affective arousal while watching shopping scenes.

Based on these results from the first set of studies, we tested techniques that could modify attentional processes and thereby help consumers to shield themselves from distraction. In two eye-tracking studies in the laboratory, we found that two techniques may help consumers to reduce visual distractibility. First, we found that planning (i.e., making a shopping list) helps consumers to focus their visual attention. A second lab study showed that consumers who formed implementation intentions (a technique from motivational psychology) that established increased affective arousal as a trigger for efforts to control attention, were more successful in controlling their attention than other participants. An additional field study tested the effect of implementation intentions to control attention on actual purchasing behavior. A follow-up measurement after two weeks did not show positive effects of implementation intentions on self-reported shopping behavior. Taken together, the results on interventions imply that techniques such as planning or implementation intentions may help to reduce the visual distractibility of impulsive buyers. In order to establish long-term effects on consumers’ buying behavior, however, these techniques need to be completed by additional intervention strategies or more intensive training.

The results from the project have major implications for research on impulsive buying. Our results show that buying impulsiveness already operates at the level of visual attention, and that these attentional processes can be modified. The research has also an impact on consumer welfare. The knowledge about attentional mechanisms and techniques to control attention may help consumers to increase their control over their spending.

zurück