ZIM interner Newsletter - Azubi-Abschlussprojekte 2022

ZIM Azubi-Abschlussprojekte 2022

Foto: ZIM; Marcel Elter (links) und Jonas Verlande (rechts)
Die ZIM-Azubis Marcel Elter und Jonas Verlande sind im Endspurt ihrer Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Zur Abschlussprüfung gehören neben schriftlichen Prüfungen auch die Planung und Durchführung eines Praxisprojektes inkl. Dokumentation und Präsentation. Wir dürfen einen Einblick in ihre Ausbildungszeit und die Abschlussprojekte gewinnen.
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Mögt ihr euch einmal kurz vorstellen?
Marcel: Ich heiße Marcel Elter, bin 25 Jahre alt, komme aus Recklinghausen und bin im 3. Lehrjahr in der Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Kommenden Montag, am 30.5., habe ich meine mündliche Abschlussprüfung und ich hoffe, den Tag danach bin ich kein Azubi mehr.
Jonas: Mein Name ist Jonas Verlande, ich komme aus Oberhausen, bin 22 Jahre alt, mache auch eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration und bin auch im 3. Lehrjahr. Meine Abschlussprüfung habe ich am 3. Juni.
Warum habt ihr euch damals für diesen Ausbildungsberuf entschieden?
Marcel: Ich habe meine Hochschulreife im Bereich Elektrotechnik gemach und da war ein großer Bereich Informatik dabei. Danach habe ich an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Informatik studiert. Im Studium hat mir der praktische Bezug gefehlt. Da ich trotzdem Spaß daran hatte, dachte ich, dass ich eine Ausbildung machen will. Ich habe dann überlegt, ob ich Fachinformatiker für Systemintegration oder Anwendungsentwicklung lernen will. Ich habe mich für Systemintegration entschieden, weil es einen breiteren Bereich abdeckt und ich denke, dass es in der Informatik wichtig ist, dass man ein breites Wissen besitzt.
Jonas: Bei mir war es ähnlich. Ich habe an der Berufsschule meinen informationstechnischen Assistenten gemacht und habe die Fachhochschulreife in Informatik gemacht um zu testen, ob das etwas für mich ist. Das hat sich dann bestätigt, ich konnte mir das für die Zukunft vorstellen. Auf studieren hatte ich eher weniger Lust, weil ich Bedenken hatte, dass mir der Praxisbezug im Studium fehlen würde.
Wie seid ihr aufs ZIM gekommen?
Marcel: Nachdem ich mein Studium abgebrochen habe, bin ich zum Arbeitsamt gegangen und habe mir ein paar Stellen zuschicken lassen. Darunter war die UDE, die fand ich spannend, deshalb habe ich mich auch beworben. Vor der Ausbildung habe ich bei Woolworth gejobbt und in der Pause habe ich einen Anruf bekommen, dass ich hier anfangen könnte. Ich kannte ja das Studentenleben schon und dachte, dann kann ich ja gut nachvollziehen, wie Studenten denken. Deshalb dachte ich, dass das eine gute Idee ist, hier die Ausbildung zu machen.
Jonas: Bei mir ist das durch meine schulische Ausbildung gekommen. Wir mussten Praktika machen und da wurde ich von meinem Schwager drauf aufmerksam gemacht, dass Krankenhäuser auch eine Verwaltung haben. Dann habe ich ein Praktikum im Krankenhaus gemacht, in der IT-Abteilung. Als ich mich auf die Suche gemacht habe, ist mir eingefallen, dass Unis ja auch eine Verwaltung haben, die informationstechnisch ausgestattet werden muss und dann habe ich mich hier beworben.
Was war euer Highlight während der Ausbildung
Marcel: Mein Highlight ist der Geschäftsbereich, in dem ich jetzt momentan eingesetzt bin, e-Science. Das ist genau das, was ich mir von Anfang an vorgestellt habe, was ich machen möchte. Ich möchte Tools weiterentwickeln, neue Tools einführen und in die Forschung mit reingehen. Das fand ich von Anfang an ganz spannend, wenn man neue Sachen entwickelt. Das Wissen, das man sich aneignet, kann man auch für zuhause nutzen. Ich möchte z. B. ein Smarthome gesteuertes Zuhause haben und da ist es natürlich praktisch, wenn man das Wissen hat und es auch anwenden kann.
Jonas: Mein Highlight war der erste Geschäftsbereich, in dem ich eingesetzt war, der Kundenservice. Allein aus dem Grund, dass man da mit dem Ticketsystem gearbeitet hat. Es gab Sachen, die man kannte, auf die man auf Anhieb eine Lösung hatte, aber auch jeden Tag eine neue Herausforderung, auf die man sich nicht einstellen konnte. Man kam morgens ins Büro und wusste noch nicht, was einen erwartet. Manchmal kamen Leute kurz rein und haben eine Frage gestellt und denen konnte man direkt helfen.
Erzählt ein bisschen was zu eurem Abschlussprojekt. Für was habt ihr euch entschieden und warum?
Marcel: Ich sollte ein geeignetes Kanban-Board für laufende LPVG-Verfahren (Landespersonalvertretungsgesetz) raussuchen. Das habe ich so gemacht: Ich habe am Anfang erstmal Anforderungen aufgestellt, was so ein Board alles können müsste, um möglichst viele Projekte einbinden zu können. Dazu habe ich im Internet recherchiert und andere Personen gefragt, die schon mit Kanban-Boards gearbeitet haben, was die wichtig fanden. Außerdem habe ich mir Tutorials angeschaut, wie andere Leute Kanban benutzt haben und nachdem ich diese Anforderungen gestellt habe, habe ich nach passenden Kanban-Boards gesucht. Ich habe drei rausgesucht und gegenübergestellt, die Anforderungen abgeglichen und geschaut, ob die Anforderungen passen. Dabei hat sich WeKan als Sieger herausgestellt. Dann habe ich das über eine virtuelle Maschine installiert und eingerichtet, sodass man sich mit der Unikennung einloggen kann. Außerdem habe ich eine Verifizierung über Let’s Encrypt vorgenommen und das LPVG-Verfahren abgebildet, sodass man das Kanban-Board im Einsatz direkt nutzen könnte.
Darauf gekommen bin ich, weil die LPVG-Koordination bei Frau Lopez angefragt hat, ob man so ein Board nicht dem Portfolio hinzufügen konnte und sie hatte die Idee, dass ein Azubi im Bereich E-Science mithelfen könnte. Lars hat mich gefragt, ob ich Lust hätte und hat später auch vorgeschlagen, dass ich das Projekt für meine Abschlussprüfung nehmen könnte.
Jonas: Vom Werdegang her war es bei mir ähnlich. Mein Projekt ist die Nutzung von Ansible für Windows-Geräte. Das ist ein Werkzeug, um Server zu warten und zu konfigurieren und das ganze automatisiert. Das heißt, wenn es einmal eingerichtet ist, dann muss man eher weniger drauf achten. Das ist bisher für Linux-Systeme im Einsatz und soll jetzt für Windows getestet werden, da Projekte mit weiteren Hochschulen geplant sind, die auf Windows-Servern laufen. Der Geschäftsbereich CR hat das an mich weitergegeben. Ich fand das Ganze spannend und hab es deshalb zu meinem Abschlussprojekt gemacht. Dann haben wir uns drei Szenarien ausgedacht:
- Nutzer mit Administratorrechten;
- Installieren von Updates und weiteren Tools, z. B. Webservern;
- Erstellen von Benutzergruppen und diesen Berechtigungen zu erteilen.
Was sind die Vorgaben aus der Berufsschule bzw. von der IHK?
Marcel: An sich haben wir da tatsächlich keine Vorgaben bekommen. Gut ist immer, wenn etwas Recherchearbeit dabei ist. Und es ist, wenn es etwas Neues ist, was an der UDE so noch nicht existiert. Ein oder mehrere technische Parts, nicht nur eine Installation, sondern auch die Anbindung von anderen Funktionen.
Jonas: Und es sollte in ca. 35 Stunden machbar sein.
Vielen Dank an Marcel und Jonas für das Interview und viel Glück für die Abschlussprüfungen!
Im Anschluss an die Ausbildung werden die Beiden dem ZIM erhalten bleiben. Marcel wird zukünftig im Bereich Kundenservice und Jonas im Bereich Lerntechnologien eingesetzt.
(das Interview führte Jana Dornemann am 25. Mai 2022)