Inklusive Erwachsenenbildung

Als Fachbereich der Erwachsenenbildung ist Inklusion ein zentrales Anliegen für uns. Daher befassen wir uns im Rahmen unserer Forschung und in Netzwerken intensiv mit diesem Thema. Hier finden Sie Informationen zu unseren Tätigkeiten in diesem Bereich.

10. Fachtagung "Essen Inklusiv"

Im Rahmen der 10. Fachtagung „Essen Inklusiv“ am 16. und 17. Juni 2025 wurden in verschiedenen Workshops zentrale Handlungsfelder für eine inklusive Stadtgesellschaft diskutiert, darunter Arbeit und Beschäftigung, Bildung, Bauen und ÖPNV, Freizeit und Kultur, Gesundheit, Sport, Partnerschaft sowie die Basis des Miteinanders. Als Querschnittsthema zog sich die inklusive politische Bildung durch alle Bereiche der Tagung.

Neben unseren Einblicken, gibt es auf der Seite der der Fachtagung auch noch weitere Informationen.

Freizeit und Kultur

Im Bereich Freizeit und Kultur wurde deutlich, dass mehr kostengünstige und inklusive Angebote benötigt werden, etwa im Theater oder Kino, auch mit Gebärdensprache. Gewünscht wurden außerdem vorbereitende Einführungen zu kulturellen Angeboten, ein barrierefreier Zugang zu Veranstaltungsorten mit besserer Ausschilderung sowie eine breitere Informationsverteilung über Social Media, Flyer, Radio und Podcasts.

Arbeit und Beschäftigung

Zum Thema Arbeit und Beschäftigung wurden weniger Bürokratie und praxisnahe Antragsverfahren gefordert. Die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Personen sollten stärker berücksichtigt werden, unter anderem durch gut geschultes Assistenz- und Betreuungspersonal am Arbeitsplatz. Wichtig sind zudem eine offene Willkommenskultur, der Abbau von Vorurteilen sowie eine stärkere Sensibilisierung für psychische Beeinträchtigungen. Arbeitgeber des ersten Arbeitsmarktes sollten sich stärker für die Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzen. Gleichzeitig sollte der sogenannte zweite Arbeitsmarkt mehr Öffentlichkeitsarbeit leisten, um Zugänge zu erleichtern. Genannt wurden außerdem der Bedarf an Rückzugs- und Erholungsräumen, eine engere Zusammenarbeit mit Integrationsfachdiensten, Pflegediensten und Sanitätshäusern sowie neue Ansätze wie Talent-Scouting, bei dem die Fähigkeiten der Menschen im Mittelpunkt stehen. Mehr Informationen zu Arbeitsmöglichkeiten, mehr Praktika, Arbeitsmessen, inklusive Fachtage und Tage der offenen Tür wurden ebenso gefordert wie mehr betriebliche Freizeitangebote.

Bildung

Im Bildungsbereich wurde ein offenes und vielfältiges System gefordert, das Stärken fördert statt Defizite in den Mittelpunkt zu stellen. Inklusion sollte von der Kindertagesstätte bis ins Arbeitsleben selbstverständlich sein. Besonders betont wurde die Bedeutung einer inklusiven Erwachsenenbildung, etwa durch barrierefreie Angebote an Volkshochschulen, Lernen ohne Altersgrenzen und ohne hohe bürokratische Hürden sowie Unterstützung für Menschen ohne Schulabschluss, zum Beispiel durch Assistenz in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen. Leichte und einfache Sprache, regelmäßige Pausen, Ruheräume, kleinere Lerngruppen und gut geschultes Personal wurden als zentrale Voraussetzungen genannt. Wichtig ist zudem eine transparente Kommunikation und echte Partizipation, also nicht über, sondern mit den Menschen zu sprechen.

Lernen

In der Diskussion darüber, wie Lernen gestaltet sein sollte, äußerten viele Teilnehmende den Wunsch nach weniger formalen Lernformen, ohne Zeitdruck und Leistungsdruck. Lernen sollte in ruhiger Atmosphäre stattfinden, mit vielen Wiederholungen, guten Erklärungen und unterstützenden Hilfsmitteln wie Apps, Videos, Audioangeboten oder Talkern. Gewünscht wurden Lernangebote an unterschiedlichen Orten, etwa zu Hause, im Park, in Bibliotheken oder Museen, sowie Lernen durch Austausch, Gruppenarbeit und kulturelle Begegnungen. Auch autodidaktisches Lernen, etwa über das Handy, Zeitschriften oder Radiosendungen, wurde als wichtig benannt. Lernen sollte nicht nur im Klassenzimmer stattfinden, sondern auch durch Ausflüge, Bewegung und praktische Erfahrungen.

Für barrierefreies Lernen wurden funktionierende Aufzüge, barrierefreie Toiletten, geeignete Pflegeausstattung und vorhandenes Pflegepersonal genannt. Zudem braucht es verständliche Kursausschreibungen in einfacher Sprache, weniger Text und mehr Bilder, akustische und visuelle Leitsysteme sowie Vorlesehilfen. Ermäßigungen für Menschen mit Beeinträchtigungen, freier Eintritt für Assistenzpersonen und alternative Nachweismöglichkeiten zur Vermeidung von Stigmatisierung wurden ebenfalls angeregt. Selbstbestimmung bei der Kurswahl, kleine Gruppen, langsames Lerntempo und ausreichende Pausen sind weitere wichtige Voraussetzungen.

Kurswünsche

Als konkrete Wünsche für Kursangebote wurden unter anderem Kochkurse, kreative Angebote wie Malen und Zeichnen, Erste-Hilfe-Kurse, finanzielle Grundbildung, Mathematik, Unterstützung beim Lesen und Verstehen von Briefen, Berufs- und Ausbildungsberatung, politische Gesprächskreise, Digitalisierung und Technik in leichter Sprache, gesunde Ernährung, Gebärdensprache, Sprachkurse und Sprachaustausch, Ausflüge, Theater, Tanz, Sport, Filmabende, Medienbildung sowie Fortbildungen zur Peer-Beratung genannt. Insgesamt wurde der Wunsch nach mehr inklusiven Veranstaltungen und vielfältigen, lebensnahen Lernangeboten deutlich.

 

 

Inklusive Familienbildung 

In einer Evaluation zum Status quo der Familienbildung in NRW haben wir untersucht, wie inklusiv die Einrichtungen derzeit sind, wo es Verbesserungspotenzial gibt und welche Aspekte bereits gut funktionieren. Dabei haben wir Einblicke in die Herausforderungen und Lösungsansätze unterschiedlicher Einrichtungen gewonnen und diese systematisch dokumentiert. Die Ergebnisse der Evaluation wurden auf einer Fachtagung der Familienbildungseinrichtungen in NRW vorgestellt und diskutiert, um den Austausch zwischen den Einrichtungen zu fördern.

Die Evaluation „Wir haben uns jetzt hier auf den Weg gemacht“ – Situation, Handlungsempfehlungen und Entwicklungsperspektiven einer inklusiven Familienbildung in NRW. Eine wissenschaftliche Expertise von Prof.in Silke Schreiber-Barsch, Katharina Becker, B.A., und Marcel Guse, B.A. kann auf der Website der Familienbildung heruntergeladen werden (2025).
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