Beteiligung (er-)proben.

Zu Praktiken der Teilhabe/Teilnahme in Probenprozessen partizipatorischen Kinder- und Jugendtheaters (AT)

„Und jetzt ALLE!“ – Auch im Theater, jenem Ort, an dem Menschen spielend, sehend, hörend, denkend und fühlend zusammenkommen, hat Partizipation Konjunktur. Unter dem Motto „nicht zuschauen, sondern machen“ (Bicker, 2013) wurde das „Theater der Teilhabe“ (ebd.) ausgerufen. Partizipatorische Theaterarbeiten, die nicht mit professionellen Schauspieler:innen, sondern mitunter von, vor allem aber mit Expert:innen ihres Alltags entwickelt werden, gehören zum festen Bestandteil der zeitgenössischen Theater(pädagogik)landschaft.
Wird Teilhabe, Teilnahme, Beteiligung oder Mitsprache an gesellschaftlichen Entscheidungs- oder Gestaltungsprozessen gefordert oder versprochen, ist daran die Hoffnung geknüpft, (Chancen-)Gleichheit und Augenhöhe herzustellen – indem jede:r gehört und gesehen werden soll.
Dass mit Partizipation jedoch auch hierarchische Unterschiede zwischen Wissenden und Unwissenden, zwischen bereits Mündigen und noch Unmündigen, zwischen Sprache und Sprachlosigkeit gefestigt werden, ist jüngst auch in der Theaterpädagogik kritisch betrachtet worden. – jener Sparte, die sich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, mit Laien bzw. Alltagsexpert:innen verschrieben hat.
Vor diesem Hintergrund widmet sich mein Promotionsvorhaben der Frage, durch welche Praktiken in der theaterpädagogisch-künstlerischen (Proben-)Arbeit Beteiligung an künstlerischen Produktionsprozessen initiiert, unterstützend begleitet, gefordert, angenommen oder abgelehnt werden kann. Dazu untersuche ich, wie sich in Probenprozessen mit Kindern und Jugendlichen Fragen nach Machtverhältnissen, nach sozialen Beziehungsstrukturen, nach Zugehörigkeiten oder Ausgrenzungen, nach Identität oder Andersheit aushandeln und erproben lassen.

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