Workshop „Gelehrsamkeit"

Letzte Orientierungsversuche angesichts eines obsoleten Phänomens in den Geisteswissenschaften

 

22. – 23. Januar 2026

Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal

Goethestraße 31, 45128 Essen

Gelehrsamkeit war nie ein unumstrittenes Ideal akademischer Existenz, wie beispielsweise schon die Einsprüche in Descartes' Discours de la méthode zeigen. Was die heutige Verfasstheit der Wissenschaften betrifft, ist Gelehrsamkeit um 1900 in ganz verschiedene Bereiche diffundiert. Mit dem Auszug der Mathematik, der Natur- und Technikwissenschaften aus der Philosophischen (bzw. aus der Medizinischen) Fakultät, der einherging mit einer Szientifizierung auch der Geisteswissenschaften, erhielten Expertentum und fachliche Spezialisierung eine Bedeutung, die ihnen im Jahrhundert der ‚Höheren Kritik' (Erhard Schüttpelz) so noch nicht unbedingt zukam. Ob es indes zutreffend ist, aus diesen Entwicklungen eine Verfallsgeschichte zu konstruieren, muss dahingestellt bleiben.

 Weiterführend mag es hingegen sein, das Verhältnis von Kennerschaft und Expertentum zu untersuchen, die nach einer Beobachtung Ernst Osterkamps im Zuge der disziplinären Konsolidierung der Kunst- bzw. Literaturwissenschaft auseinandertreten. In den sich in der Folge entwickelnden akademischen Fächern spielt Gelehrsamkeit eine zentrale Rolle vor allem als Ideal in den Geisteswissenschaften, die in diesem Workshop im Zentrum des Interesses stehen.

 Der Workshop fragt danach, ob Gelehrsamkeit gegenwärtig tatsächlich so obsolet ist, wie sie geworden zu sein scheint. Die Beiträge verbinden historische, praxeologische und philologische Perspektiven und fragen dabei sowohl nach der Figur der und des Gelehrten, sowie nach den Institutionen, die diese Figuren hervorgebracht haben und eventuell heute noch hervorbringen können. Uns interessieren Schreibweisen, in denen derzeit Gelehrsamkeit zum Ausdruck kommt oder nur formal performt wird.

 Der Status von Gelehrsamkeit changiert heute in Auseinandersetzungen über die Zukunft der Geisteswissenschaften zwischen ihrem Status als Idealfiktion oder als Feindbild.

 Diesem spannungsvollen Verhältnis stellen wir uns in der Diskussion von acht Beiträgen. Diese Beiträge in einer Länge von ca. 10 Seiten werden eine Woche vor dem Termin präzirkuliert und vor Ort nur mittels kurzer Impulse von fünf Minuten eingeführt und von einer/einem anderen Teilnehmenden kommentiert.

 Im Rahmen des Workshops stellt der Autor Thomas Meinecke am 22.01.2026 um 18.30 Uhr seinen Roman Odenwald vor.

 ORGANISATION
Hanna Engelmeier, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

 ANMELDUNG & TEILNAHME
Eine Teilnahme ist nach Anmeldung bei
hanna.engelmeier@kwi-nrw.de möglich, Anmeldeschluss ist der 12.01.2026.

 WEITERE INFORMATIONEN UND PROGRAMM
Zum Workshop auf der KWI-Homepage

Linguistic Lounge 
Programme WS 2025/26
 

Veranstaltungen der Alten Synagoge in Essen
Forschen im Archiv der Alten Synagoge
 

Veranstaltungen des Deutsch-Französischen Kulturzentrums in Essen
Programm Januar 2026
Ab Dienstag, dem 8. Juli 2025, erwarten wir Sie mit geänderten Öffnungszeiten in Stoppenberg.

di. u. do. : 14:00–18:30 Uhr

mi.: 10:00–17:00 Uhr

mo. u. fr. : geschlossen

(Tram 107 (Hast. Ernestinenstr.); Bus 160 / 161  (Hast. Schultenkamp)

Der KREATIVCAMPUS.RUHR ist sowohl Plattform als auch Experimentierraum und soll den praktischen Mehrwert für KünstlerInnen und Kreative regional sowie europaweit erhöhen, die Vernetzung und Kollaborationen über Einzelveranstaltungen hinaus ermöglichen und auf das Ruhrgebiet als kulturellen Möglichkeitsraum in Europa aufmerksam machen.

  • Die Ruhr Universität Bochum hat vielfache Informationen und Materialien zum Thema Intergeschlechtlichkeit zusammengestellt. Diese findet man unter inter-nrw.de

  • Kurse bei der Münchner Filmwerkstatt e.V.
     
  • News und Programm des Forums Kreuzeskirche
     
  • Was ist los in der City-Nord? Lokalfieber informiert über Veranstaltungen und Nachrichten aus dem Viertel in Uni-Nähe