Laufende Projekte

 

Verbundprojekt PoLiS

Projektförderung

Das Verbundprojekt PoLiS wird im Zeitraum vom 01.9.2024 bis 31.08.2027 vom BMBFSFJ in Kofinanzierung mit dem Europäischen Sozialfond (ESF) im Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung gefördert.

Kurzbeschreibung

Das Verbundprojekt „Mit postmigrantischer Literatur(-didaktik) zur Selbstermächtigung. Partizipative Entwicklung eines Online-Fortbildungsprogramms zur Verankerung eines diversitätssensiblen und diskriminierungskritischen Literaturunterrichts“ (PoLiS) zielt darauf, in enger Zusammenarbeit mit Praxispartner:innen ein Online-Fortbildungsprogramm für (angehende) Lehrkräfte zu entwickeln. Das Projekt will damit einen Beitrag zur Entwicklung eines zuschreibungsreflexiven und diskriminierungskritischen Literaturunterrichts in der Migrationsgesellschaft leisten.

Ausgangspunkt ist die Annahme, dass migrationsbedingte gesellschaftliche Transformationsprozesse auch auf der Ebene schulischer Bildung neue Antworten erfordern. Insbesondere gilt es, etablierte binäre Logiken sowie die Konstruktion von „Wir“ und „Anderen“ kritisch zu hinterfragen und aufzubrechen. Vor dem Hintergrund, dass Migration in öffentlichen Diskursen häufig defizitorientiert verhandelt wird und zur Konstruktion sogenannter „Migrationsanderer“ beiträgt, setzt das Projekt an der Notwendigkeit an, diese Perspektiven im Bildungskontext zu reflektieren und zu transformieren.

Im Kern geht es darum, eine auf literarästhetische Erfahrung fokussierende Literaturdidaktik in der Migrationsgesellschaft sowohl theoretisch zu fundieren als auch empirisch zu unterfüttern und für die Unterrichtspraxis zugänglich zu machen. Hierzu werden in zwei Teilprojekten sowohl lern- als auch lehrseitige Aneignungsprozesse im Umgang mit postmigrantischer Literatur untersucht.

Das an der Universität Duisburg-Essen angesiedelte Teilprojekt fokussiert die lehrseitige Perspektive. Im Zentrum steht die Frage, wie Lehrkräfte postmigrantische Literatur wahrnehmen, auswählen, deuten und im Unterricht einsetzen. Zur Rekonstruktion dieser Perspektiven werden problemzentrierte Interviews mit Lehrkräften durchgeführt und Literaturunterricht teilnehmend beobachtet. Ziel ist es, handlungsleitende Orientierungen, implizite Deutungsmuster sowie mögliche Spannungsfelder und Herausforderungen im Umgang mit postmigrantischer Literatur sichtbar und mittels Vignetten reflektierbar zu machen.

Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung eines Online-Fortbildungsprogramms, das Lehrkräfte dabei unterstützt, ihre eigene Position im Literaturunterricht zu reflektieren und einen diversitätssensiblen sowie diskriminierungskritischen Umgang mit Literatur zu gestalten.

Das zweite Teilprojekt ist an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd angesiedelt und untersucht die Perspektiven von Schüler*innen im Umgang mit postmigrantischer Literatur.

PoLiS-Team

Verbundleitung

Prof. Dr. Magdalena Kißling (Universität Duisburg-Essen)

Projektleitung

Prof. Dr. Magdalena Kißling (TP 1 | Universität Duisburg-Essen)

Prof. Dr. Nazli Hodaie (TP 2 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd)

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Asmae Makhloufi (Universität Duisburg-Essen)

Dr. Jeannette Oholi (Universität Duisburg-Essen)

Dr. Marlene Gärtner (Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd)

Studentische Hilfskräfte

Jana Lesche (Universität Duisburg-Essen)

Pauline Steinhauser (Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd)

Praxispartner:innen

Andrea Karimé | Kinderbuchautorin

Chantal-Fleur Sandjon | Autorin, Lektorin und Literaturaktivistin

Alice Ramneantu | Lehrerin und Sprecherin des Netzwerks Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte NRW (LmZ) 

Philipp Schlottmann | Lehrer und abgeordnete Lehrkraft an die Universität Paderborn

 


Gruppenfoto des (erweiterten) Projektteams auf dem 2. Verbundtreffen in Essen, 13.12.2026 

Abgeschlossene Projekte

 

EliK – Erklär- und Lehrvideos im internationalen Kontext

Laufzeit: März bis Dezember 2023

Förderung: DAAD, Förderlinie IVAC (International Virtual Academic Collaboration)

Kurzbeschreibung

„EliK – Erklär- und Lehrvideos iinternationalen Kontext“ legt seinen Schwerpunkt auf die Integration passgenauer Lehrvideos in internationale Kooperationen im Bereich der Bildungsinnovation durch digitale Lehrmittel. Gerade Lehr- und Erklärvideos erweisen sich als geeigneter Weg, digitale Lehrinhalte zu produzieren, die einerseits in konkrete Unterrichtspraxis einfließen und andererseits im internationalen Kontext problemlos und barrierefrei eingesetzt werden können. Folglich wurden praxisbezogene Erklärvideos, die auf Basis interdisziplinär agierender Research-Practice Partnerships basieren, erstellt (Literaturdidaktik, DAF/DAZ, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft) und wurden in die Partnerseminare der Universitäten Marmara Istanbul (Türkei), Universität Istanbul Cerrahpaşa (Türkei) und Universität Manouba (Tunesien) erprobt, integriert und curricular verankert. 

Die Erklärvideos analysieren die Parabel Gibs auf! von Franz Kafka unter verschiedenen Gesichtspunkten und zeigen auf, wie die unterschiedlichen Disziplinen der Germanistik mit fiktionalen Erzähltexten umgehen. Die Lehrvideos wurden von Prof. Dr. Michael Hofmann eingesprochen und geben einen Überblick über Gastarbeiter-, Migrations-, und die Postmigrantische Literatur. Ergänzt werden diese Lehrvideos durch Analyseangebote unterschiedlicher Werke von türkischstämmigen Autor*innen.

Projektteam

Prof. Dr. Onur Kemal Bazarkaya | Marmara Universität Istanbul

Prof. Dr. Sevinç Hatipoğlu | Universität Istanbul Cerrahpaşa

Prof. Dr. Michael Hofmann | Universität Paderborn

Prof. Dr. Magdalena Kißling | Universität Duisburg-Essen

Dr. Manuel Wille | Universität Paderborn

Dr. Swen Schulte Eickholt | Universität Paderborn

Dr. Cornelia Zierau | Universität Paderborn

 

Weitere Informationen inkl. der Lehr- und Erklärvideos zum Download finden Sie hier.

Gefördert mit Mitteln des DAAD aus dem Förderprogramm IVAC.