Universität Duisburg-Essen
Campus Essen
Fakultät für Geisteswissenschaften
Institut für Germanistik - Literaturwissenschaft/-didaktik
Raum R11 T06 D36
Universitätsstraße 12
45141 Essen

Tel.: 0201-183-3414

E-Mail: magdalena.kissling@uni-due.de

 

Sprechstunden in der vorlesungsfreien Zeit:

Fr, 20.2.2026, 10.30-12.00 Uhr (Zoom) 

Do, 26.2.2026, 10.30-12.00 Uhr (Präsenz)

Do, 5.3.2026, 16.15-17.45 Uhr (in Präsenz)

 

Bitte melden Sie sich per Mail zur entsprechenden Sprechstunde an.

Zoom-Raum Onlinesprechstunde: https://uni-due.zoom-x.de/j/63699521484?pwd=Iw8kkzv2DUJN0cXb8QoRNA7Uh3aSSL.1

Aktuelles

Auf dem 28. Deutschen Germanistentag, der vom 14.-17. September 2025 an der Technischen Universität Braunschweig stattfand, wurde Prof. Dr. Magdalena Kißling von der Mitgliederversammlung der „Gesellschaft für Hochschulgermanistik im Deutschen Germanistenverband“ in den Vorstand gewählt (zu den weiteren Vorstandsmitgliedern siehe hier). Sie übernimmt in der Gesellschaft für Hochschulgermanistik und im Deutschen Germanistenverband die Themenbereiche Internationalisierung, Gemeinsamer Arbeitskreis mit dem Symposion Deutschdidaktik (SDD) und das Format „Der DGV lädt ein“.

 

Mit seinen beiden Teilverbänden „Gesellschaft für Hochschulgermanistik“ (GfH) und „Fachverband Deutsch“ (FV), die knapp 1600 Mitglieder vertreten, setzt sich der „Deutsche Germanistenverband“ (DGV) für eine stärkere Zusammenarbeit von Universität und Schule und die Visibilität aller germanistischen Teilgebiete ein. Auf den international ausgerichteten Germanistentagen, die von ca. 650–800 Teilnehmer*innen besucht werden, können sich Hochschulgermanist*innen, Deutsch­lehrer*innen, Germanistik- bzw. Lehramtsstudierende und alle an der deutschen Sprache und Literatur Interessierte in Plenarvorträgen, Keynotes, Panels und Workshops über aktuelle Entwicklungen in Forschung, Bildungspolitik und schulischer Praxis austauschen. Der 29. Deutsche Germanistentag wird im September 2028 durch Prof. Dr. Andrea Sieber an der Universität Passau ausgerichtet.

 

„The End“ oder „Fortsetzung folgt“? Bestandsaufnahme und Perspektiven einer Didaktik der Serialität_seriellen Erzählens

Fachtagung am 19./20.3.2026 an der Universität Duisburg-Essen

Die Relevanz der Seriendidaktik begründet sich einerseits aus dem Gegenstand heraus. Spätestens seit der Jahrtausendwende lässt sich kulturell-gesellschaftlich ein zunehmender Stellenwert des Seriellen ausmachen, der sich nicht nur in Praktiken des Serienkonsums über alle Altersstufen hinweg niederschlägt – die Bezeichnung der Fernsehserie als „neue epische Großform“ und „Roman der Gegenwart“ (Kämmerlings 2010) steht hierfür sinnbildlich – , sondern auch in der Konjunktur medien- und literaturwissenschaftlicher Serien- bzw. Serialitätsforschung (u.a. Brittnacher/Paefgen 2020; Fröhlich et al. 2020; Kelleter 2015). Mit dieser Perspektivverschiebung auf das Serielle geht ein geschärfter Blick auf die Medialität und den Produktionskontext des Gegenstands einher, auch in historischer Perspektive,

der nicht zuletzt zur Herausarbeitung einer neuen Epochensignatur des ‚kurzen‘ neunzehnten Jahrhunderts führt (Gretz 2011). Damit verschiebt sich – auch für die Schule – der (Deutungs-) Kanon. Neue Gegenstände wie die Fernsehserie werden relevant und bestehende Kanonliteratur (z.B. der Roman des poetischen Realismus) erfordern erweiterte Lektüren. Andererseits begründet sich die Relevanzsetzung über aktuelle Lese-, Seh- und Hörgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen: Zahlreiche Studien legen nahe, dass Kinder und Jugendliche in ihrer literarischen Lektüre (Bertschi-Kaufmann/Siebenhüner 2021) sowie ihrer Rezeption audiovisueller Medien (Leonhardt 2024, zit. in Leonhardt/Viebrock 2025, 17) stark von seriellen Erzähl- und Darstellungsformen geprägt sind.

Ausgehend von dieser Beobachtung zum freizeitlichen beliebten und wissenschaftlich fokussierten Rezeptionsgegenstand Serie liegt es nahe, in dieser Gattung ein besonderes Potenzial für die Lese- und Schreibmotivation sowie die diskursive, analytische und handlungsorientierte Auseinandersetzung mit Texten, Medien und Sprache im Fach Deutsch zu vermuten. Gleichzeitig zeigen deutschdidaktische Modelle der letzten zehn Jahre auf, dass anhand von Serien literar- und medienästhetisches Lernen (Untersuchen und Verstehen der Struktur von Serien, z. B. im Hinblick auf Entwicklung von Figuren und Räumen, gattungsspezifische Techniken wie Cliffhanger etc.) möglich ist. Die Tagung stellt sich der übergeordneten Frage der Standortbestimmung der Serien- bzw. Serialitätsforschung: Welche Forschung braucht es, um das Feld weiterzuentwickeln? Ziel ist es, bisherige Forschungsergebnisse zu bündeln, Desiderate zu markieren und fachbezogen methodologische Zugriffe zu diskutieren.

                                                             
 

Informationen zur Person

Ich forsche an der Schnittstelle von Kulturwissenschaften und germanistischer Literaturdidaktik. Aktuell fokussiere ich vor allem die Arbeitsfelder zum literarischen Lernen im Kontext der Migrationsgesellschaft und der Serialitätsdidaktik, beide Felder sind in der Frage des (Deutungs)Kanons verknüpft. Ich arbeite fallbasiert (aus Basis von Unterrichtsbeobachtungen und Interviews) und nutze qualitative Zugänge (Diskursanalyse, Inhaltsanalyse, Vignettenlektüre, Gegenstandsanalysen). Besonders interessiert mich, welche Herausforderungen spezifischer Erzählweisen (u.a. postmigrantisches Erzählen, rassistische Sprache in Literatur, serielles Erzählen in Fernsehserien und im Feuilletonroman des 19. Jahrhunderts) sich in der Unterrichtsvermittlung zeigen und was dies für die Professionalisierung von Lehrkräften bedeutet. Meine Forschung zielt dabei nicht auf ein evidenzbasiertes Beweisen als vielmehr auf ein Aufweisen allgemeiner Phänomene, die sich in einzelnen Situationen zeigen.

In der Lehre vertrete ich das Teilfach Literaturdidaktik in den Lehramtsstudiengängen für die Sekundarstufen (Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen, Gymnasien und Gesamtschulen, Berufskolleg, Sonderpädagogik). Ich unterrichte u.a. zu den Themen literarisches Lernen, Gattungsdidaktiken (v.a. Filme, Serien, Drama und Theater), Medienverbunddidaktik, Differenzkonstruktionen im Deutschunterricht.

Team

Unser Team der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik der Sekundarstufen I und II finden Sie hier.