Aktuelle Informationen des InKuR

Dienstag, 04.02.2020, 13 Uhr, R12 R05 A02Infoveranstaltung zum Blockseminar „Das Ende des Zweiten Weltkriegs im deutsch-niederländischen Grenzraum“ vom 11. bis 15. Mai 2020

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Bereits zum dritten Mal findet die grenzüberschreitende und interdisziplinäre „Werkstatt an der Grenze (http://werkstattandergrenze.ruhosting.nl/)“ im SoSe 2020, diesmal an der UDE, statt. In diesem Jahr geht es um das Ende des Zweiten Weltkriegs im binationalen Vergleich.

Untersucht werden verschiedene Ebenen: Dies sind ebenso die deutsche und die niederländische Perspektive wie literaturwissenschaftliche und didaktische Zugänge. In den Fokus genommen werden hier vor allem Alltags-, Militär- und Rezeptionsgeschichte sowie deren Auswirkungen auf das Miteinander in der Region. Während der Projektwoche arbeiten die Studierenden in binationalen Arbeitsgruppen an einem Endprodukt (informativer Film, Poster, interaktive Präsentation etc.), das am letzten Tag öffentlich an der UDE präsentiert wird. Da die Forschungsprodukte der Summerschool anschließend in einem Sammelband publiziert werden sollen, verfassen die Studierenden eine schriftliche Ausarbeitung zu ihrem Forschungsprojekt. Die Ausarbeitung wird als Modulabschlussprüfung (Hausarbeit) für das 3./4. Grundlagenmodul in den Epochen Neueste Geschichte angerechnet werden.

Die Infoveranstaltung findet am 04.02.2020 um 13 Uhr in Raum R12 R05 A02 statt.

InKuR

Rhein-Maas Band 9 erschienen

Der neuste Band unserer Zeitschrift "Rhein-Maas. Studien zur Geschichte, Sprache und Kultur" ist erschienen. Dieser Band beschäftigt sich mit der Kriminalität in der Rhein-Maas-Region von der Antike bis zur Gegenwart. Zunächst geht es um Gesetzesverstöße, Bedrohungen von Menschen durch Mord, Raub, Betrug und ähnliche Delikte. Aber Kriminalität hat auch eine kulturhistorische Bedeutung. Denn das Verbrechen und ebenso dessen Aufklärung faszinieren Menschen, lassen sie Geschichten darüber erzählen, Romane lesen und gerade heute Filme, Serien und Dokumentationen schauen. Aus der Wissenschaft der Verbrechensaufklärung berichtet der renomierte Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke in einem Interview.

Wenn Sie die Zeitschrift erwerben möchten gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen finden Sie hierdie Website des Verlags mit der entsprechenden Bestellmöglichkeit. Alternativ dazu finden Sie hier den digitalen Volltext.

Wir wünschen viel Spaß beim lesen.

Plakat Kolloquium 19/20

Kolloquium-Plan für das Wintersemester 2019/20

Das "Kolloquium zur Geschichte, Sprache und Kultur der Rhein-Maas-Region" findet jedes Semester in Zusammenabeit mit dem Lehrstuhl für Niederländische Sprache und Kultur statt. Alle Interessierte sind herzlich Wilkommen. Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Kustodin des InKuR Frau Frank.

v.l.n.r. am Rednerpult: Thorsten Fischer M.A., Prof. Dr. Ralf-Peter Fuchs; Auditorium in der Michaelskapelle im Haus Michael (Xanten)
© G. Weiermüller

Xanten, 9. Juli 2019Wer die Wahl hat... Äbtissinnenwahl und Konflikt im Reichsstift Essen

Thorsten Fischer M.A. (Universität Duisburg-Essen) gab im Vortrag „Wer die Wahl hat... Äbtissinnenwahl und Konflikt im Reichsstift Essen“ im Rahmen der Reihe Xantener Vorträge in der Michaelskapelle im Haus Michael (Xanten) einen ausführlichen sowie fundierten Einblick in das mittelalterliche Damenstift Essen.

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Zahlreiche geistliche Frauengemeinschaften hatten im Mittelalter das Privileg, ihre Äbtissin in freier Wahl zu bestimmen. Nach dem Tode einer Äbtissin kam der Konvent zusammen, um die Fähigste unter ihnen als neue Vorsteherin zu erwählen. Dass das Amt einer Äbtissin stets auch ein machtpolitischer Faktor in den territorialpolitischen Spannungsfeldern der Region war, zeigte der Vortrag am Beispiel der Reichsabtei Essen. Die wenigen hochadeligen Familien, die ihre Töchter in das Stift sandten, konkurrierten um das höchste Amt, dessen Inhaberin sich Fürstäbtissin nennen konnte. Gleich dreimal entbrannte ein Streit um die leitende Position im Stift und es kam zu Doppelwahlen.

Die Kölner Erzbischöfe versuchten häufig, ihren Einfluss auf das Essener Gebiet auszuweiten. Dreimal belastete ihr Machtstreben die Äbtissinnenwahl. Es wurden jeweils Gegenäbtissinnen aufgestellt. Den ersten Äbtissinnenstreit (1292-1298) hatte Beatrix von Holte gegen Irmgard von Wittgenstein ausgefochten. Elisabeth Stecke van Beeck setzte sich im zweiten Essener Äbtissinnenstreit (1426-1428) gegen Margarete von Limburg-Broich durch. Er wurde von Papst Martin V. entschieden. Dieser und der folgende Zwist artete in kriegerische Auseinandersetzungen aus, in denen Teile von Schloß Borbeck in Flammen aufgingen. Im letzten Äbtissinnenstreit (1489-1495) standen sich Meyna von Daun-Oberstein, die letztlich Fürstäbtissin wurde, und Irmgard von Diepholz gegenüber.

Im Anschluss des Vortrags über den dreimaligen Äbtissinnenstreit entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, was ein Reichsstift für Merkmale hatte, welche Verbindungen zur Soester Fehde (1444-1449) bestanden bzw. welche Nachwirkungen im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit (1609-1614) sich bemerkbar machten und, ob der von Außen provozierte Konflikt im Reichsstift Essen mehr die Regel als die Ausnahme war.