Forschungsbereiche

  • Multimodale Interaktion
  • Konversationsanalyse
  • Eye-Tracking in Multi-Party Settings
  • Theaterwissenschaften
  • Medienwirkungs- und rezeptionsforschung
Eine Reihe von forschungsrelevanter Icons werden mit einander Verbunden. Darunter sind beispielweise eine Kamera, ein Notizblock und Zahnräder.
Eine Person schaut über einen Tisch hinweg einer Theaterprobe zu.

Dissertationsprojekt - Gleichzeitigkeit in der Interaktion

​Gleichzeitigkeit in der Interaktion. Multimodale Koordinierungsverfahren multipler Aktivitäten in Theaterproben

Fokus des Promotionsprojekts ist die gleichzeitige Relevanz von Aktivitäten in Interaktionen. Im Rahmen des konversationsanalytischen Ansatzes wird in der Arbeit anhand audiovisueller Aufzeichnungen von Theaterproben untersucht, mit welchen Koordinationsverfahren Interagierende das Auftreten von gleichzeitiger Relevanz multipler Aktivitäten bearbeiten. Als Aktivität wird dabei eine Sammlung aufeinander bezogener multimodaler Beteiligungsweisen bezeichnet, die von den Teilnehmenden situativ als zusammengehörig behandelt werden. Diese Beteiligungsweisen können sich strukturell kompatibel zueinander verhalten, wenn Beteiligte zum Vollzug ko-relevanter Aktivitäten auf unterschiedliche Beteiligungsweisen zurückgreifen. Diese Konstellation kann auftreten, wenn zum Beispiel etwas körperlich vorgeführt wird, während es gleichzeitig verbal erklärt wird. Erfordert hingegen die Vorführung ebenfalls eine verbale Beteiligungsweise, liegt strukturelle Inkompatibilität in Bezug auf die Beteiligungsweisen vor. Teilnehmende können auf eine solche strukturelle Inkompatibilität ko-relevanter Aktivitäten reagieren, indem sie eine der Aktivitäten abbrechen oder durch Pausieren zurückstellen. Erfordert jedoch ein kommunikatives Projekt, dass strukturell inkompatible Aktivitäten simultan koordiniert werden, greifen Teilnehmende auf Praktiken zurück, mit denen sie strukturelle Inkompatibilität zwar nicht auflösen, aber dennoch kommunikativ bearbeitbar machen. Die Arbeit liefert damit einen Beitrag zum Forschungsstand des Konzepts multiactivity und formuliert einen Vorschlag zur Festigung des zentralen, wenn auch bislang eher unscharfen Begriffs Aktivität in der Konversationsanalyse.