Das Institut für Politikwissenschaft

Modul 6

Aufbaumodul 2: Vergleichende Politik Europas

Lernziele des Moduls:
Aufbauend auf den Basismodulen analysieren und bewerten die Studierenden politische und soziale Wandlungsprozesse innerhalb Europas vor dem Hintergrund tief greifender nationaler, regionaler und globaler Veränderungen. Sie entwickeln vertiefte Kenntnisse über die politischen Systeme und Kulturen eines erweiterten Europas. Das Modul umfasst zentrale Aspekte der europäischen Einigung und der Entwicklungen der (ost-)europäischen politischen Systeme nach 1990 sowie vergleichende Analysen von Prozessen der Transformation, Modernisierung, Europäisierung und Internationalisierung politischer Ordnungen und Kulturen. Das Modul befähigt die Studierenden zur eigenständigen theoriegeleiteten Bearbeitung komplexer Fragestellungen des politischen Wandels in Europa.


Vorlesung: Politik im europäischen Mehrebenensystem
Die Vorlesung erörtert die historischen Rahmenbedingungen europäischer Integration. Vertiefung und Erweiterung werden als zentrale Entwicklungsmuster hervorgehoben. Auf dieser Basis werden alternative theoretische Ansätze zur Erklärung von Integration diskutiert. Dabei wird insbesondere auch die Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union im Licht alternativer Erklärungsansätze analysiert und das komplexe Wechselspiel zwischen multilateralen, regionalen und bilateralen Prozessen innerhalb Europas untersucht. Anhand der drei Sachbereiche der Politik – Sicherheit, Wohlfahrt und Herrschaft – wird untersucht, inwieweit das Regieren im europäischen Mehrebenensystem den modernen Ansprüchen demokratischer Legitimation gerecht wird. Ein Ausblick auf Perspektiven und Herausforderungen des europäischen Integrationsverbundes schließt die Vorlesung ab.


Seminar: Politische Regime Osteuropas im Wandel
Das Seminar setzt sich mit verschiedenen politischen Prozessen in Osteuropa auseinander. Sie können mit den Schlagwörtern Transformation, Loslösung, Nation Building, Demokratisierung, Europäisierung, Globalisierung, Zerfall von Staatlichkeit bezeichnet werden. Gleichzeitig wird die Veränderung und Persistenz politischer Kulturen, die Ausbildung informeller Institutionen, der Parteisysteme und der Zivilgesellschaft sowie die Rolle von Minderheiten und ihrer Titularnationen behandelt. Dabei finden Auswirkungen sozialer und ökonomischer Faktoren auf Politik und politischen Wandel (z.B. Effekte der Modernisierung und Globalisierung: „nachholende Modernisierung“ – Pfadabhängigkeit – Beschleunigung) genauso Berücksichtigung wie der Anpassungsdruck seitens der EU bei der Ausgestaltung wesentlicher policies. Ergänzende Fragestellungen sind die nach der Bedürfnisbefriedigung der Bürger („Anforderungen an den Staat“) und der Ausbreitung und den Folgen eines Demokratie- und/oder Legitimitätsdefizits der Europäischen Union.