Nils Urbanus

Promovierender im Promotionskolleg 'Die Politische Ökonomie der sozial-ökologischen Transformation'

Forschungsinteressen: Sozial-ökologische Transformation, Plurale Ökonomik, Politische Ökologie, Soziale Bewegungen, Klimagerechtigkeit, Bauwende

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Kontakt

Raum: LE 408

E-Mail: nils.urbanus@uni-due.de

Funktion: Wiss. Mitarbeiter, Gesellschaftswissenschaften

Forschungsvorhaben

Die Politische Ökonomie der Baustoffwende. Eine Analyse der Konflikte, Machtverhältnisse und ökonomischen Auswirkungen einer sozial-ökologischen Transformation des Baustoffsektors.

Inmitten einer sich verschärfenden ökologischen Krise nimmt der Bausektor eine zentrale Rolle ein: Er ist für erhebliche Umweltbelastungen verantwortlich und ist allein für 10 % der Treibhausgasemissionen sowie 50 % des Ressourcenverbrauchs in Deutschland verantwortlich.

Für knapp die Hälfte davon ist Beton verantwortlich, der hegemoniale Baustoff der Moderne. Technische Maßnahmen zur Verringerung seiner ökologischen Schäden sind allerdings nur begrenzt möglich oder hochgradig ungewiss. Zeitgleich erhalten gerade biogene Baustoffe (insbesondere Holz und Bambus) ein Revival und werden insbesondere als risikoarme, technisch simple und skalierbare Kohlenstoffsenke diskutiert.

Daher wird zunehmend eine Baustoffwende diskutiert, eine systematische, politisch vorangetriebene Umstrukturierung der Materialbasis im Bausektor durch (a) eine sozial-ökologisch verbesserte Baustoffproduktion (Effizienz), (b) eine weitgehende Substitution mineralischer Baustoffe durch biogene Baustoffe (Konsistenz) und (c) eine Reduktion des absoluten Baustoffeinsatzes (Suffizienz).

Eine solche Transformation ist nicht nur technisch herausfordernd, sondern auch notwendigerweise politisch: sie produziert Verlierer und Gewinner und wird von bestehenden Machtverhältnissen und Interessen sowie Strategien sowie Konflikten geformt. Daher untersuche ich im Rahmen meiner Dissertation die politische Ökonomie der Baustoffwende, also (1) die zugrundeliegenden wirtschaftlichen Strukturen (mit einer Eigentumsstrukturanalyse), (2) die spezifischen Konflikte, Strategien und Machtverhältnisse (mit einer historisch-materialistischen Policy Analyse) sowie (3) die ökonomischen Auswirkungen konkreter Policies (mit einem Input-Output Modell).