Studienangebot Sozioökonomie im BA Politikwissenschaft

Allgemeines

Wie konnte es zur globalen Finanzkrise kommen? Welche ökonomischen Theorien liegen unterschiedlichen politischen Ansätzen zur Lösung der Eurokrise zugrunde? Verhalten sich Menschen an Arbeits-, Güter oder Kapitalmärkten immer rational? Welche Auswirkungen hat ökonomische Ungleichheit auf die wirtschaftliche Stabilität und politische Entscheidungen? Welche Vor- und Nachteile hat eine Schuldenbremse? Und welche ökonomischen Kontroversen verbergen sich eigentlich hinter dem Streit um die private Altersvorsorge?

Am neu an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften gegründeten Institut für Sozioökonomie werden Antworten auf solche Fragen an der Schnittstelle zu Politikwissenschaft und Soziologie aus einer pluralen Perspektive und mit einem besonderen Fokus auf (sozio-)ökonomische Ungleichheit, Staatstätigkeit und Staatsfinanzen und gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge gesucht.

Im Studienangebot Sozioökonomie für den BA Politikwissenschaft können Studierende nun ihr politikwissenschaftliches Studium um eine sozioökonomische Perspektive erweitern. Beim Verstehen ökonomischer Zusammenhänge profitieren sie von ihrem institutionellen und politökonomischen Vorwissen und können zugleich ihr Verständnis politischer Zusammenhänge um eine ökonomische Komponente ergänzen.

Ein zentraler Grundsatz ist dabei neben der Interdisziplinarität ein Pluralismus der verschiedenen Theorien und Modelle, auch mit dem Ziel, die Kontroversität wirtschaftspolitischer Positionen sichtbar zu machen.

Auf einen Blick

  • Sozioökonomie als neues Studienangebot im BA Politikwissenschaft im Umfang von 33 CP
  • Lehre durch das neu gegründete Institut für Sozioökonomie an der Fakultät mit zukünftig fünf Professuren und ca. zehn wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen
  • Drei Module, davon zwei Grundlagenmodule und ein Vertiefungsmodul mit sieben Lehrveranstaltungen

Verantwortlich

Till Van Treeck Neu

Prof. Dr. Till van Treeck, Geschäftsführender Direktor am Institut für Sozioökonomie

Kontakt: till.vantreeck@uni-due.de

Struktur des Studienangebots​

Strukturstudienangebotsozökpow

* Ein Bestehen der Studienleistung im Seminar „Einführung in die Sozioökonomie“ ist Voraussetzung für die Teilnahme an allen weiteren Lehrveranstaltungen des Studienangebots Sozioökonomie im BA Politikwissenschaft

Hinweis: Das Angebot ist in der vorliegenden Form durch das Institut für Politikwissenschaft als zuständige wissenschaftliche Einrichtung beschlossen worden. Im Zuge der Veröffentlichung der Ordnungsänderung und der verwaltungstechnischen Umsetzung können sich noch Änderungen nach der Anmeldephase im März 2018 ergeben, so dass wir für die Angaben und das Zusatzangebot selbst leider kein Gewähr übernehmen können. Die Anrechnung des Basismoduls als E-3-Leistung ist allerdings sichergestellt. Wir informieren Sie per E-Mail und auf unserer Homepage, sobald das Angebot abschließend in die Prüfungsordnung aufgenommen ist.

Für weitere Informationen zur Studienorganisation und zur Einbettung in den BA Politikwissenschaft können Sie Herrn Jürgen Bäumer kontaktieren.​ Einen Studienplan für den BA Politikwissenschaft mit dem Wahlbereich Sozioökonomie finden Sie hier, weitere allgemeine Infos zum Studienplan des BA Politikwissenschaft finden Sie hier.

Anmeldung

Der Zugang zum Wahlbereich Sozioökonomie erfolgt über die Anmeldung und Zulassung zur Seminarveranstaltung "Einführung in die Sozioökonomie" im zweiten Fachsemester. Mit der Zulassung zu dieser Veranstaltung erhalten Sie in den Folgesemestern zugleich das Anrecht auf Zulassung in allen sozioökonomischen Folgeveranstaltungen des Wahlbereichs.

Anmeldung und Zulassung zur Veranstaltung finden in gewohnter Weise über das LSF statt. Die Seminarplätze werden im üblichen Windhundverfahren vergeben. Es stehen im Wintersemester 2018/19 insgesamt 60 Seminarplätze zur Verfügung.

Für Studierende höherer Semester besteht grundsätzlich ebenfalls eine Zugangsmöglichkeit für den Wahlbereich. Dies ist nur empfehlenswert, wenn die politikwissenschaftlichen Leistungen, die durch sozioökonomische Veranstaltungen ersetzt werden, noch nicht erbracht wurden.

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Einführung in die Sozioökonomie

  • Was ist und wozu Sozioökonomie?
  • Wirtschaftsgeschichte und Geschichte des ökonomischen Denkens
  • Umgang mit sozioökonomischen Daten, Modellen und Paradigmen
  • Einführung in aktuelle sozioökonomische Megathemen und Kontroversen, etwa: Wirtschaftskrisen, Zukunft des Wachstums, Ursachen und Folgen sozioökonomischer Ungleichheit

 

Sozioökonomie: Gesamtwirtschaftliche Analysen

  • Wirtschaftshistorische Schlaglichter und Geschichte der Makroökonomik
  • Grundzüge der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
  • Makroökonomische Modelle und die Rolle von Geld- und Fiskalpolitik
  • Makroökonomische Kontroversen seit Keynes
  • Spielarten des Kapitalismus und nationale Wachstumsmodelle

 

Sozioökonomie: Einzelwirtschaftliche Analysen

  • Das neoklassische Rationalitätsmodell und dessen Grenzen
  • Haushaltstheorie, Unternehmenstheorie und die Logik von Tausch, Arbeitsteilung und Märkten
  • Wirtschaftspolitische Anwendungen des Marktmodells

 

Wirtschafts- und Sozialpolitik

Aktuelle wirtschafts- und sozialpolitische Kontroversen, etwa:

  • Die globale Finanzkrise 2007ff.
  • Die Eurokrise 2010ff. und europäische Wirtschaftspolitik
  • Politik der Staatsverschuldung
  • Globalisierung, Nationalstaat und Demokratie
  • Arbeitsmarktpolitik und Rentenpolitik
  • Verteilungspolitik
  • Grenzen des Wachstums

 

Vertiefungsmodul

Beispiele für Seminarthemen in den Vertiefungsseminaren 1, 2 und 3:

  • Öffentliche Finanzen
  • Sozioökonomische Ungleichheit
  • Wachstum und Ökologie
  • Globalisierung und internationale Ökonomie
  • Varieties of Capitalism
  • Geschichte der Wirtschaft und des ökonomischen Denkens
  • Paradigmen der Wirtschaftspolitik