GSÖBW-Jahrestagung 2019

Grenzen überschreiten, Pluralismus wagen.
Perspektiven sozio*ökonomischer Hochschullehre

3. Jahrestagung der GSÖBW | 21.2. - 22.2.2019 | Universität Duisburg-Essen

LogogsoebwWie ist das Verhältnis von (pluraler) Ökonomik und (interdisziplinärer) Sozioökonomie? Wie muss gelungene plurale Hochschullehre in den Wirtschaftswissenschaften aussehen? Wie sollten interdisziplinäre sozioökonomische Studiengänge aufgestellt sein – und wie muss die Ausbildung von Lehrkräften in diesem Bereich gestaltet werden? Welche neuen Lehrmedien und Lehrpraktiken werden benötigt?

Diese und weitere Fragen stellt die 3. Jahrestagung der Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW), die am 21./22.2.2019 am Institut für Sozioökonomie der Universität Duisburg-Essen stattfindet. Die Konferenz wird vom Institute for New Economic Thinking (INET) gefördert.

Ort und Zeit scheinen gut gewählt: Schließlich ist das junge Institut dem Ansatz verpflichtet, ökonomische Fragestellungen aus einer interdisziplinären und pluralen Perspektive an der Schnittstelle von Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zu verfolgen. Der neue Masterstudiengang des Instituts startet voraussichtlich zum Wintersemester 2019/20. Ein guter Zeitpunkt also, sich in Duisburg zu treffen, um sich Gedanken über gelungene Studiengänge und Lehre zu machen.

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Ha-Joon Chang
Foto: Discott
CC-BY-SA-3.
Das internationale, englischsprachige Programm wird am 21.2. von Ha-Joon Chang (Universität Cambridge) eröffnet. Es folgt eine Plenary Session zu Aspekten pluraler und interdisziplinärer Hochschullehre mit Lucio Baccaro (Direktor des MPIfG, Köln), Lisa Herzog (Professorin für Political Philosophy and Theory, HfP München) und Jakob Kapeller (Vorstand des ICAE Linz). Die Moderation übernimmt Julian Bank (Geschäftsführer am IfSO der Universität Duisburg-Essen).

Der späte Nachmittag steht dann im Zeichen der schulischen sozioökonomischen Bildung. Hierbei wird eine international vergleichende Perspektive eingenommen: Wie verläuft die Lehrer*innenausbildung für die sozialwissenschaftlichen Schulfächer? Was können fachwissenschaftliche Studiengänge von interdisziplinären Traditionen im Bereich der Lehrer*innenausbildung lernen? Welchen Einfluss hat hier die internationale Pluralismusdebatte? Zu Gast sind Igor Martinache (Universität Lille), Jacek Brant (University College London), Anke Uhlenwinkel (Universität Klagenfurt) und Birgit Weber (Universität Köln). Die Moderation übernimmt Reinhold Hedtke (Universität Bielefeld).

Am 22.2. finden ganztägig Sessions zum Tagungsthema statt.

Während der Tagung wird Initiativen und Organisationen aus dem Bereich der pluralen Ökonomik, Sozioökonomie und nahestehenden Disziplinen die Möglichkeit geboten, sich in einem Rahmenprogramm zu präsentieren. So eröffnet die Tagung einen Raum zur Vernetzung und Entwicklung neuer Ideen und Projekte. Darüber hinaus wird erstmals der GSÖBW-Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten verliehen.

Der Call for Papers für den zweiten Konferenztag ist noch bis zum 7.9.2018 offen. Wir freuen uns auf spannende Einreichungen und Präsentationen! Für Nachwuchswissenschaftler*innen und Studierende bestehen wahrscheinlich besondere Fördermöglichkeiten. Weitere Informationen rund um die Tagung folgen an dieser Stelle in Kürze.

Also: Termin vormerken, Beitrag einreichen!

Wir sehen uns in Duisburg im Februar 2019.

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Call for Papers für Tagung & Themenband

GRENZEN ÜBERSCHREITEN, PLURALISMUS WAGEN. PERSPEKTIVEN SOZIOÖKONOMISCHER HOCHSCHULLEHRE

3. Jahrestagung GSÖBW (21./22.2.2019 | Universität Duisburg-Essen) & 3. Themenband (Reihe Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft | Springer VS)

Die ökonomische Lehre in Hochschulen verändert sich: Wo bis vor kurzem noch eine Monokultur zu dominieren schien, sprießen nun an verschiedenen Stellen Inseln der Diversität. Einerseits hat sich eine Bewegung von Studierenden und Wissenschaftler(inne)n die Förderung intradisziplinärer Vielfalt in der VWL zur Aufgabe gemacht (Plurale Ökonomik). Andererseits wird schon seit längerer Zeit auf dem traditionsreichen Feld der Sozioökonomie eine interdisziplinäre Wirtschaftslehre und -forschung gepflegt, die sich immer schon einer Vielfalt der Perspektiven, Theorien und Methoden verpflichtet sah. Verschiedene Strömungen etwa der Wirtschaftssoziologie und der Politischen Ökonomie verstehen sich – ähnlich wie heterodoxe wirtschaftswissenschaftliche Denktraditionen – explizit als Ergänzungen bzw. sogar als Gegenentwürfe zur Orthodoxie der Wirtschaftswissenschaften. Eine besondere Bedeutung kommt außerdem dem Ökosystem der sozialwissenschaftlichen Bildung in Schulen zu, in dem disziplinübergreifende Herangehensweise den Versuchen der Disziplinierung weitestgehend trotzen konnten. Ungeachtet aller Gemeinsamkeiten bleibt das Verhältnis dieser verschiedenen Herangehensweisen allerdings bisweilen vage. Gerade in der Hochschullehre können un-terschiedliche Fachkulturen mit divergierenden Fachsprachen, Vorstellungen guter Lehrpraxis und einem spezifischen Fachkanon – bisweilen auch konflikthaft – aufeinandertreffen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen will die Tagung das Verhältnis von Pluraler Ökonomik und Sozioökonomie in den Vordergrund stellen – insbesondere im Bereich der Hochschullehre. Dabei gilt es auszuloten, worin Gemeinsamkeiten und Differenzen bestehen, um über den (Un-)Sinn disziplinärer Grenzen und fachspezifischer Denkweisen zu reflektieren und sich Konzeptionen pluraler wie sozioökonomischer Lehre zu widmen. Dabei sollen aktuelle Versuche der Kultivierung einer vielfältigen Auseinandersetzung mit Wirtschaft in Form neuer Studiengänge oder Lehrmitteln diskutiert werden. Hierbei können normative, wissenschaftstheoretische, fachwissenschaftliche und hochschuldidaktische Grundlagen der Studiengangsentwicklung ebenso diskutiert werden wie konkrete Studiengangskonzepte oder Lehrpraktiken. Ein besonderes Augenmerk kann auch auf integrativ sozialwissenschaftliche Studiengänge sowie auf die Ausbildung von Lehrkräften für die sozialwissenschaftliche Domäne gelegt werden. Für Präsentationen auf der Tagung sowie für Beiträge zum Themenband bieten sich insbesondere folgende Fragestellungen an:

  • In welchem Verhältnis stehen intradisziplinärer Pluralismus und sozioökonomische Transdiziplinarität? Wie lassen sich Gegenstandsbereiche sozioökonomischer Forschung und Lehre definieren?
  • Welche Konzeptionen der Sozioökonomie und der Pluralen Ökonomik und ihrer Lehre an Hochschulen gibt es?
  • Welche Relevanz haben disziplinäre, interdisziplinäre und transdisziplinäre Studiengangsformate für die Arbeit in außeruniversitären Praxisfeldern?
  • Wie sieht die Wechselwirkung zwischen Lehrmedienangebot, Lehrpraxis und Studiengängen aus? Welche neuen Lehrmedien und Lehrpraktiken brauchen neue Studiengänge? Wie können diese entwickelt werden?

Bitte melden Sie eine Präsentation für die Tagung und/oder einen Beitrag zum Themenband in Form eines Abstracts bis spätestens zum 10.8.2018 an (Einzelheiten s.u.). Geben Sie bitte auf Ihrem Abstract an, ob es (a) für die Tagung, (b) für den Themenband oder (c) für Tagung und Themenband vorgesehen ist. Alle Beiträge zum Themenband werden in einem mit der GSÖBW abgestimmten Verfahren doppelt blind begutachtet. Der Themenband erscheint 2019 unter dem Titel „Perspektiven sozioökonomischer Hochschullehre“ als Band Nr. 3 der Buchreihe „Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft“ im Verlag Springer VS. Die Reihe wird von Christian Fridrich (Wien), Silja Graupe (Bernkastel-Kues), Reinhold Hedtke (Bielefeld) und Georg Tafner (Graz) im Namen der Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW) herausgegeben.

Rahmenbedingungen

  • Abstracts sind in deutscher oder englischer Sprache im Umfang von max. 250 Wörtern zu verfassen. Sie enthalten Namen, E-Mail-Adresse, institutionelle Verortung der Autor(inn)en, Arbeitstitel sowie Hinweise auf die Themen-, Problem- und Fragestellung sowie die Zielsetzung, das theoretische Konzept, das methodische Design und auf erwartete Ergebnisse.
  • Abstracts zur Tagung und/oder zum Themenband reichen Sie bitte bis zum 7.9.2018 an folgende Adresse ein: kontakt@soziooekonomie-bildung.eu
  • Die Beiträge zum Themenband sind bis zum 10.1.2019 einzureichen. Sie umfassen max. 55.000 Zeichen (mit Leerzeichen). Grafiken, Tabellen und das Literaturverzeichnis verringern die verfügbare Zeichenzahl entsprechend. 

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Die GSÖBW-Jahrestagung 2019 wird unterstützt von:

 

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