Im Format ‚Lehre SPEZIAL‘ stellen wir Ihnen innovative,

ungewöhnliche und kreative Lehr- und Lernformate vor,

die wir in der Literaturdidaktik einsetzen.

Illustrators in Residence

Wenn sich Bild und Text verbinden, entsteht große Kunst: Bilderbücher, Comics, Graphic Novels. Die Künstlerinnen und Künstler dieser grafischen Literatur stehen aber häufig noch am Rand der öffentlichen und wissenschaftlichen Wahrnehmung. An den Universitäten Duisburg-Essen, Bamberg und Eichstätt wurde deshalb mit Illustrators in Residence ein neues Forschungs- und Lehrprojekt gegründet, das solche spannenden Kunstwerke und ihre Schöpfer in den Blick nimmt.

Jährlich werden einzelne Illustratorinnen und Illustratoren in den Mittelpunkt gestellt. In Ateliergesprächen stellen sie ihre Arbeit vor, geben Einblicke in ihre Werkstatt, berichten von der künstlerischen Entstehung ihrer Bücher und legen im Ganzen ihre Ästhetik, ihre Poetik dar. Das geschieht interaktiv im engen Austausch zwischen Künstlern, Lehrenden und Studierenden.

An der UDE wird die Veranstaltungsreihe von Seminaren zur Exemplarischen Textanalyse begleitet, in den wir uns literatur- und medienwissenschaftlich mit den Werken der „Illustrators“ beschäftigen. Studienleistungen, die in diesen Lehrveranstaltungen entstehen, werden in das Projekt integriert: Zum einen werden wissenschaftliche Poster, auf denen Studierende ihre Forschungsansätze und -ergebnisse präsentieren, diskussionsanregend in die Ateliergespräche eingebunden. Zum anderen werden Rezensionen zu den Bilderbüchern der „Illustrators“ auf dem wissenschaftlichen Onlineportal KinderundJugendmedien.de veröffentlicht. Damit bilden letztere einen Beitrag zur Literaturvermittlung, die zum Repertoire der schulischen Leseförderung gehört.

Die Internetseite IllustratorsInResidence.de bietet weitere Informationen zu diesem Projekt, darunter auch Werkbiographien und Bibliographien, die sowohl die Primär- als auch die Sekundärliteratur der „Illustrators“ sammeln.

Von und mit Tobias Kurwinkel und Melanie Trolley

„Die Jugend von heute …“ ­– In den letzten Jahren diskutieren die Vertreter*innen der Bildungseinrichtungen vermehrt über einen (scheinbaren) Konflikt zwischen den älteren und jüngeren Generationen. Insbesondere die Generationen Y und Z, zu denen u.a. die so genannten 'digital natives' gehören, wird zuletzt nicht nur im Bildungssystem Vieles vorgeworfen: sie werden als Egotaktiker, als konsumorientiert, als lernfaul, überfordert und konservativ bezeichnet.

In unserem Seminar fragen wir uns, wie dieser Generationenkonflikt entstanden ist und wie das altehrwürdige Fach Deutsch sich seinen neuen Herausforderungen stellen kann. Mit Diskussionsbeiträgen von Prof. em. Dr. Clemens Kammler (Universität Duisburg-Essen), Tanja Engelns (Ravensberger Gymnasium Herford), Ulrike Behrens, Patrick Voßkamp und Stefan Hermes (Universität Duisburg-Essen).

Von und mit Markus Engelns

Comics besetzen eine eigenartige Stelle im System der Künste und Kulturprodukte, zwischen Bild und Text, zwischen Darstellung und Erzählung. Sowohl ihre Lektüre als auch ihre Produktion scheint so auf ganz andere Kompetenzen abzustellen als sie im Kunst- oder Deutschunterricht zumeist thematisiert werden. Ob "Comics", "Mangas" oder "Graphic Novels", auch die Bezeichnungen sind so vielfältig wie die Gattungen und Formate, die sich mit der Verbindung von Texten und Bildern entwickeln lassen. Die Bandbreite reicht von lustigen Cartoons und kurzen Strips über Comic-Tagebücher bis hin zu epischen Fantasy-Abenteuern. Der Workshop "Comics im Fach Deutsch" mit dem Comicforscher/ und -zeichner-Duo Lukas und Kilian Wilde fragt danach, wie sich diese Formate im Unterricht einsetzen lassen! Unter Anleitung sollen angehende Lehrkräfte lernen, mit Lernenden eigene Figuren, Szenen und Sequenzen zu gestalten, um schließlich Ansätze für individuelle Geschichten zu entwickeln. Anhand begleitender Live- Zeichnungen von Kilian lässt sich schnell sehen: Man muss kein großer Künstler sein, um etwas aufs Papier zu bringen, das andere sofort verstehen können.

Der Workshop fand am 12. Juli 2019 an der Universität Bielefeld statt.

Von und mit Lukas RA Wilde (Tübingen, Comicforscher), Kilian Wilde (freischaffender Illustrator), Ulrike Preußer (Universität Bielefeld), Markus Engelns (Universität Duisburg-Essen)

Schon gewusst?

Alle Informationen zum Praxissemester im Fach Deutsch und zu den Begleitseminaren finden Sie in unserem barrierefreien Moodle-Kursraum unter:

https://moodle.uni-due.de/course/view.php?id=7557