Wer bestimmt über Sprachen? Sprachenpolitik

Doppelstrich Gruen
 


*Dieser Text ist auch auf Türkisch / Englisch ... verfügbar.*

Wir erlernen neue sprachliche Ressourcen innerhalb der Familie, in der wir aufwachsen, ebenso wie in Kindergärten und Schulen – und später in der Berufsausbildung und an den Universitäten. Zugang zu Sprachen ermöglicht uns Teilhabe an Spielen, an Diskussionen und als Schlüsselkompetenz oft auch formalen Zugang zu Bildungsangeboten und konkreten Leistungen. Damit wirkt Sprache ermächtigend, aber in der Form als Zugangshürde auch exkludierend: Wer nicht über bestimmte Noten verfügt, darf nicht in eine bestimmte weiterführende Schule. Wer nicht bestimmte Kompetenzen nachweisen kann, darf nicht einreisen oder ein Prozedere zur Erlangung gewisser Aufenthaltstitel starten.

Diese Sprachregelungen werden als Sprach(en)politik bezeichnet: Explizite Regeln entscheiden darüber, welche Sprachen in der Schule unterrichtet werden, aber auch, in welchen Sprachen Verkehrsschilder oder Wegweiser geschrieben werden.

Einige Beispiele:

Sprachenpolitik in der Europäischen Union: Bürger*innen können sich in jeder der Amtssprachen der EU (momentan 24) an Behörden wenden und Parlamentarier*innen nutzen diese Sprachen, um zu diskutieren. Dafür sind natürlich dann viele Dolmetscher*innen im Einsatz. Intern verwendet die Verwaltung der EU allerdings 'nur' Englisch, Französisch und Deutsch als Arbeitssprachen und wer bei der EU arbeiten möchte, sollte diese Sprachen können. Hier gibt es einen Überblick

Sprachenpolitik in Deutschland: Neben dem Deutschen gibt es anerkannte Minderheitensprachen, die in bestimmten Regionen das Recht auf Schulbildung in ihren Sprachen, Beschilderungen oder Nachrichten haben: Dänisch, Friesisch, Sorbisch und Romanes - außerdem wird die Regionalsprache Niederdeutsch anerkannt. Offizielle Informationen

In bestimmten Bereichen gibt es weitere Regelungen: Fluglotsen und Pilotinnen verwenden auf der ganzen Welt Englisch und sogar einheitliche Bezeichnungen für die Buchstaben des Alphabets, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.

Habt Ihr Lust, die Sprachenpolitik Eurer Schule oder Eurer Umgebung zu erforschen? Lest hier weiter!