Der Prozess im Campus · Street · Lab
Das Campus · Street · Lab ist durch einen partizipativen Prozess entstanden, an dem Beteiligte der Universität und Stadtgesellschaft mitgewirkt haben. Hier ist der Prozess transprant dokumentiert.
2024 bis Anfang 2026Von der Idee zur Umsetzung
Sommer 2024
Im Rahmen des Sommerfestes der Universität Duisburg-Essen hat das Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung an einem Stand Ideen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Campus Essen gesammelt. Hierbei kam häufig das Bedürfnis nach mehr Sitzmöbeln am Campus sowie einer Verkehrsberuhigung der Universitätsstraße auf.
Im Anschluss fand eine Mobilitätsbefragung im Rahmen des Forschungsprojektes "Be-MoVe" an der Universität Duisburg-Essen statt, die den Bedarf nach einer attraktiveren Fußwegeverbindung vom Campus zu den ÖPNV-Haltestellen und der Essener Innenstadt aufgezeigt hat. Zugleich wurde das alte Parkhaus an der Universitätsstraße abgerissen, wodurch die Universitätsstraße ihren eigentlichen verkehrlichen Nutzen verlor und nur noch als Anlieferstraße fungierte.
Beteiligung der Verwaltung und Politik
In enger Abstimmung zwischen Universität, Stadtverwaltung und Politik wurde die Idee konkretisiert. Hierzu hat die Bezirksvertretzung I, als zuständiges politisches Gremium, im Spätsommer 2025 der temporären Umgestaltung eines Teils der Universitätsstraße zugestimmt. Anschließend wurde der entsprechende Prozess zur Genehmigung einer Sondernutzung und verkehrlichen Anordnung eingeleitet.
Parallel erfolgte die Einbindung entsprechender Akteuer an der UDE sowie die Kommunikation über die internen Kanäle der Universität.
Durch eine parallel stattfindende Baumaßnahme musste das Konzept nochmals leicht angepasst werden und ein Teil der Straße konnte zum Januar 2026 gesperrt werden.

Januar bis April 2026Von der Sperrung zur Umgestaltung
Januar 2026: Sperrung Phase 1
Im Januar 2026 wurde die Straße zur Einbahnstraße umfunktioniert und ein Teil der Straße in Aufenthaltsflächen umfunktioniert.
Als "Start-Ausstattung" wurden zwei Sitzbank-Garnituren und drei Hochbeete beschafft und auf der Straße platziert.
Februar 2026: Workshop 1 – Transform your Campus

Zum Start des Partizipationsprozesses wurde in einem ersten Workshop eine Vision für die Universitätsstraße entwickelt. Hierzu stand die Wahrnehmung der Universitätsstraße im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Studierenden und Mitarbeitenden wurde der aktuelle Zustand des Straßenraums analysiert: Wo fühlt man sich wohl? Wo fehlt Aufenthaltsqualität? Welche Potenziale bleiben ungenutzt?
Aus dieser Bestandaufnahme entstand eine Vision für das Jahr 2030, in der der Straßenraum als öffentlicher Treffpunkt, Lernort und grünes Band gedacht wird. Gleichzeitig wurden räumliche Potenziale und erste Handlungsfelder identifiziert, etwa mehr Grün, Sitzgelegenheiten und sichere Wege.
Der Workshop diente nicht nur der Ideensammlung, sondern auch als Grundlage für die nächsten Schritte – die gemeinsame Entwicklung konkreter Maßnahmen.
März 2026: Co-Design your Campus Street Lab
Der zweite Workshop brachte die Vision in greifbare Formen. In Kleingruppen überlegten die Teilnehmenden, welche Interventionen nötig sind, um den zukünftigen Straßenraum im Sommersemester tatsächlich erlebbar zu machen.
Es wurden kreative Entwürfe und Skizzen entwickelt – von Sitzmöbeln über Pflanzinseln bis hin zu Spielflächen. Mit einfachen Materialien wie Flatterband und Kreide konnten die Teilnehmenden ihre Ideen direkt im Straßenraum skizzieren und greifbar machen.
So entstanden erste Prototypen im Kopf und auf der Fläche, die zeigten, wie der Campus zu einem Ort des Austauschs, Lernens und Verweilens werden könnte. Diese Ergebnisse bildeten dann die Grundlage für den anschließenden Bauworkshop.
April 2026: Workshop 3 – Build your Campus · Street · Lab
Im dritten Workshop wurde die Straße schließlich verändert. Über drei Tage hinweg entstanden auf der Universitätsstraße verschiedene Elemente der Straßenraumgestaltung, die zuvor gemeinsam entworfen worden waren. Beteiligte Studierende, Mitarbeitende und Bürger*innen bauten Sitzgelegenheiten, entsiegelten kleine Flächen und schufen neue Aufenthaltsorte. Durch gemeinsames Arbeiten und Bauen wurde der Stadtraum unmittelbar erfahrbar und wandelte sich sichtbar.
Der Bauworkshop endete mit einer Eröffnung des Campus · Street · Lab, begleitet von Musik und Begegnung – der Übergang in die Testphase, in der der Raum von allen genutzt, bewertet und weiterentwickelt wird.
Demnächst wird an dieser Stelle die Dokumentation des partizipativen Prozesses veröffentlicht.