Informationen zum Nachteilsausgleich und Härtefallregelungen

Nachteilsausgleiche vor, während und nach dem Studium

Es gibt viele Barrieren, die Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung im Studium insgesamt in Kauf nehmen. Wohlwissend über diese Erschwernis können Studierenden mit Behinderung und chronischer Erkrankung an der Universität Duisburg Essen zusätzliche Informations- und Serviceangebote zur Herstellung der Chancengleichheit in Anspruch nehmen.

Dabei gilt, dass es nicht um Bevorteilung einer Studentengruppe geht, sondern um einen individuellen und angemessenen Ausgleich in begründeten Fällen (Nachteilsausgleich) zu ermöglichen. Nachteilsausgleiche, z.B. Prüfungsmodifikationen stellen keine Minderung des fachlichen Anspruchs dar. Im Klartext: Es geht nicht um eine Bevorteilung, sondern um die Kompensation von vorhandenen Beeinträchtigungen.

Nachteilausgleich bei der Studienplatzbewerbung

Da bei der Bewerbung im Wesentlichen die Durchschnittsnote des Abiturzeugnisses und die Wartezeit eine entscheidende Rolle spielen, können Studienbewerber/innen mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung Sonderanträge für zulassungsbeschränkte Studiengänge stellen, wenn Ihnen durch die Behinderung/chronische Erkrankung z.B. :

  • eine Verschlechterung des Notendurchschnitts wegen der Behinderung und/oder chronischen Erkrankung vorliegt (Krankenhausaufenthalt, Kuren etc.)
  •  oder längere Fehlzeiten beim Schulbesuchszeiten

entstanden sind.

Für diesen Nachteilsausgleich gibt es für Studienbewerber mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung die Möglichkeit, Sonderanträge zur Verbesserung der Zulassungschancen bei der Bewerbung um einen Studienplatz für Bachelorstudiengänge zu stellen.

Es gibt zwei Arten von Nachteilsausgleichen bei der Bewerbung um Bachelor-Studiengänge. Damit ist gemeint, dass sowohl bei der Verbesserung der Durchschnittsnote als auch bei der Verbesserung der Wartezeit ein Antrag gestellt werden muss. Eine weitere Form des Nachteilsausgleiches ist der Härtefallantrag, dieser ist sowohl für den Bachelor- und Masterstudiengang möglich.

Ein Antrag auf Nachteilsausgleich auf Verbesserung der Durchschnittsnote kann gestellt werden bei:

  • Einer Verschlechterung der schulischen Leistung aufgrund behinderungs-bzw. krankheitsbedingter Ausfallzeiten (z.B. Dialyse, Krankhausaufenthalt)
  • Schlechteren Schulnoten wegen der Behinderung bzw. chronischen Erkrankung
  • Einer Schwerbehinderung von 50% oder mehr.

Ein Antrag auf Verbesserung der Wartezeit kann gestellt werden bei:

  • Wiederholung der Schulklasse aufgrund längerer Krankheit
  • Obligatorischen Eingangsklassen bei einer Förderschule/Sonderschule

Obligat ist ein fachärztliches Attest oder Gutachten. Es ist ratsam, dass Sie zusätzliche Nachweise mit liefern. Aus den Nachweisen sollte hervorgehen inwieweit die gesundheitliche Beeinträchtigung auf die Abiturdurchschnittsnote Einfluss hatte. Dies kann durch Vorlage von Schulzeugnissen nachgewiesen werden (z.B. Leistungsabfall nach einem Krankenhausaufenthalt). Geht der Leistungsabfall nicht eindeutig hervor, dann sollten Sie zusätzlich ein Schulgutachten einreichen. Richtlinien über die entsprechenden Sonder- und Härtefallanträge finden sie auf der Homepage von Hochschulstart 

Bitte beachten Sie bei der Online-Bewerbung, dass Sie den Sonderantrag Nachteilsausgleich mit ankreuzen. Ansonsten können die Sonderanträge nicht berücksichtigt werden.

Die Sonderanträge unterliegen den rechtlichen Voraussetzungen des jeweiligen Bundeslandes. Für die Universität Duisburg-Essen gilt die  Vergabeverordnung NRW.

 

Weitere Auskünfte zu den Formalitäten des Nachteilsausgleiches bei zulassungsbedingten Studiengängen erhalten Sie im Studierendensekretariat.

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Härtefallregelungen

Ganz wenige Plätze werden über die Vorabquote ermittelt und für Studienbewerber/innen mit einer außergewöhnlichen Härte vergeben. Die Vorabquote liegt derzeit bei 2%. Studienbewerber/innen bei denen eine außergewöhnliche Härte aufgrund der Behinderung und/oder chronischen Erkrankung vorliegt sollten auf jeden Fall die Chance des Härtefallantrags nutzen.

Für einen Härtefallantrag kommen folgende Bedingungen in Frage:

  • Sinnvolle Überbrückung der Wartezeit ist aufgrund der Behinderung/chronischen Erkrankung nicht möglich
  • Schwierige Ausnahmesituationen für die eine Ablehnung des Zulassungsantrags unzumutbar ist und eine sofortige Aufnahme des Studiums erfordert (z.B. Krankheiten mit der Tendenz zur Verschlimmerung)

Bei Anträgen sollte Sie stets ein ausführliches fachärztliches Attest, ggf. gutachtliche Stellungnahme beifügen. Dies sollte konkrete und nachvollziehbare Ausführungen zur Ihrer Einschränkung aufgrund der Behinderung und/oder chronische Erkrankung (z.B. Entstehung, Schwere, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten) und ggfs. Aussage zur Studierfähigkeit bieten. Als zusätzliche Nachweise sind, z.B. der Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes, der Schwerbehindertenausweis, geeignet. In manchen Fällen sollten Zeugnisse bzw. Schulgutachten mit beigefügt werden. Richtlinien über die entsprechenden Sonder- und Härtefallanträge finden sie auf der Homepage von Hochschulstart unter Weiterführende Informationen

Bitte beachten Sie bei der Online-Bewerbung, dass Sie den Sonderantrag Härtefall mit ankreuzen. Ansonsten können die Sonderanträge nicht berücksichtigt werden

Weitere Auskünfte zu den Formalitäten des Härtefallantrags bei zulassungsbedingten Studiengängen erhalten Sie im Studierendensekretariat.

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Nachteilsausgleich Medizinstudium

Für das Medizinstudium gilt die Approbationsordnung für Ärzte . Sie ist die Grundlage für Prüfungen im Fachbereich Medizin. In dieser Ordnung sind die besonderen Belange behinderter Prüflinge zur Wahrung ihrer Chancengleichheit bei Durchführung der Prüfungen zu berücksichtigen. Bitte fragen Sie bei Prüfungsamt nach, ob die Regelung der Approbationsordnung des Bundes auch für das Land NRW greift.

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Eignungsprüfung - Sportstudium

Für das Studium der Sport- und Bewegungswissenschaften ist die erfolgreiche Teilnahme an der  Eignungsprüfung erforderlich. Bei der Eignungsprüfung gelten grundsätzlich die Regeln zum Nachteilsausgleich. Hierfür ist ein Antrag an die Prüfungskommission zu stellen. Jedem Studienbewerber bzw. jeder Studienbewerberin, der bzw. die glaubhaft macht, dass er bzw. sie wegen länger dauernder körperlicher oder psychischer Behinderung oder chronischer Krankheit nicht in der Lage ist, die Eignungsprüfung ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen, wird durch die Prüfungskommission das Erbringen gleichwertiger Leistungen in bedarfsgerechter Form gestattet. Das Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften ist stets um individuelle Lösungen bemüht. Weitere Informationen finden sie auf der Seite des Instituts: Eignungsprüfung Sport

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Individuell und angemessener Nachteilsausgleich - Studien- und Prüfungsmodifikation in besonderen Situationen

Laut dem Hochschulgesetz sind mit angemessenen Vorkehrungen die besonderen Bedürfnisse Studierender und Beschäftigter mit Behinderung oder chronischer Erkrankung oder mit Verantwortung für nahe Angehörige mit Pflege- oder Unterstützungsbedarf sowie mit Kindern zu berücksichtigten. In der für Sie gültigen Prüfungsordnung sind neben weiteren Kriterien auch nachteilsausgleichende Regelungen für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung hinsichtlich der Prüfungsform und - dauer der Prüfungsleistung zu treffen. Unter bestimmten Voraussetzungen können chronisch erkrankte und psychisch erkrankte Studierende auch unter diese Regelung fallen. Neben Sie hierzu Kontakt zu den Studien(fach)berater_innen oder Mentoren in der Fakultät auf.

Laut der Rahmenprüfungsordnung für Bachelor- und Masterstudiengänge an der Universität Duisburg Essen sind die besonderen Belange behinderter Studierender zur Wahrnehmung ihrer Chancengleichheit zu berücksichtigen.

Allgemein gilt, dass Studierende mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung ihren Antrag auf individuellen und angemessen Nachteilsausgleich rechtzeitig, d.h. bei Prüfungsanmeldung in der 5.-6. Vorlesungswoche, beim Prüfungswesen/Prüfungsausschuss – Vorsitzenden stellen sollten. Bei der Beantragung ist es hilfreich, wenn Studierende ihren Auswirkung der Beeinträchtigung und Fähigkeiten sowie bedarfsorientierte Prüfungsmodifikation, einschl. der Einsatz von Hilfsmittel darlegen. Grundsätzlich reicht ein formloser schriftlicher Antrag für den Nachteilsausgleich zu den betreffenden Prüfungsleistungen aus. Es müssen keine Diagnosen nach der International Classification of Disease (ICD-10) offenbart werden.
Eine (fach-) ärztliche Stellungnahme ist dem Antrag auf Nachteilsausgleich beizufügen. Ihr Hausarzt ist als Allgemeinmediziner in der Regel nach der Weiterbildungsordnung Facharzt. Aus der (fach-)ärztlichen Stellungnahme sollte glaubhaft hervorgehen, dass Sie aufgrund der Behinderung und/oder chronischen Erkrankung die Prüfungsleistung in der vorgesehenen Form und/ oder in der vorgesehenen Zeit nicht durchführen können. Ein Schwerbehindertenausweis reicht grundsätzlich nicht aus.

Sie haben Anspruch sofern Sie die Voraussetzung für Nachteilsausgleichsregelungen aufgrund einer Behinderung und/oder chronischer Erkrankung erfüllen. Jedoch hat der Prüfungsausschuss/Prüfungsausschuss-Vorsitzende einen Ermessensspielraum individuelle und angemessen gleichwertige Leistungen in modifizierter Form und Zeit individuell zu gewähren.

Weiterführende Hinweise entnehmen Sie den auf dem Inklusionsportal bereitgestellten Informationsmaterialien

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