Das Institut für Politikwissenschaft

Modul 3

Basismodul 3: Der Vergleich in der Politikwissenschaft

Lernziele des Moduls:
Das Modul vermittelt vertiefende Kenntnisse im Gebiet der Vergleichenden Politikwissenschaft. Es werden grundlegende und weiterführende Aspekte der Wandelprozesse in den politischen Strukturen (polity), Prozessen (politics) und konkreten Inhalten (policy) behandelt. Dabei werden politische Systeme unter Berücksichtigung ihrer historischen, sozialen und ökonomischen Umfeldbedingungen betrachtet und einander gegenübergestellt. Dies umfasst die Untersuchung areagebundener Transformations- und Modernisierungsprozesse genauso wie übergreifende Aggregatanalysen globalen politischen Wandels. Besondere Berücksichtigung erfahren Fragen der Legitimität und Persistenz politischer Ordnungen. Durch die Vermittlung aktueller Methoden der Vergleichenden Politikwissenschaft erlangen die Studierenden hinreichende Kenntnisse und Kompetenzen zur eigenständigen und forschungsaktuellen Bearbeitung unterschiedlicher Fragestellungen aus dem Spektrum der Vergleichenden Politikwissenschaft. Sie sind nach Absolvierung des Moduls in der Lage, internationale Prozesse und politische Verhältnisse im Weltvergleich deuten, analysieren und verständlich weitervermitteln zu können.   


Vorlesung: Vergleichende Politikwissenschaft – Politische Systeme im Wandel der Moderne
Die Vorlesung beschäftigt sich mit Wandlungsprozessen in den politischen Strukturen und Kulturen im internationalen Vergleich. Dies beinhaltet die ausführliche Behandlung von Prozessen der Transformation zu demokratischen Systemen (Demokratisierung) wie auch des Regresses von Demokratie zu Autokratie, der Gründe für Wandel und Persistenz politischer Strukturen und Kulturen, wie sie in der politischen Einstellungs- und Kulturforschung untersucht werden, der Entstehung und des Wandels von Parteiensystemen im internationalen Vergleich sowie die Betrachtung der Ausprägungen von Partizipation und Bürgerbeteiligung in unterschiedlichen politischen Systemen. Ein Schwerpunkt liegt auf Fragen der Legitimität, Persistenz und des Wandels politischer Ordnungen. Gleichzeitig wird der Policy-Wandel in der Polarisierung zwischen Versorgungsstaat und privater Zuständigkeit, aber auch die Bedeutung politischer Sozialisation und die Auswirkung moderner Kommunikationsstrukturen im Rahmen von Globalisierungsprozessen behandelt. Diese inhaltlichen Aspekte werden in eine Beschäftigung mit neueren Methoden der Vergleichenden Politikwissenschaft (makro- und mikro-quantitative Verfahren, makro-qualitative Verfahren, Ansätze der Mixed Methods) anhand von Anwendungsbeispielen eingebettet.


Seminar: Politik und politische Systeme im Vergleich
Das Seminar behandelt unter aktiver Einbindung der Studierenden die Fragen nach der Qualitätsbestimmung politischer Systeme, deren Stabilität oder Instabilität sowie Prozessen der Veränderung. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit der Legitimität politischer Systeme in gleicher Weise wie mit möglichen Regressen demokratischer politischer Systeme oder der Legitimität hybrider oder autokratischer Regime. Dabei finden Analysen der Wirkungsprozesse formeller und informeller politischer Institutionen sowie der Zusammenhang zwischen politischer Kultur und politischer Struktur besondere Berücksichtigung. Auch Einflüsse der Globalisierung und Diffusion von Werten und Ideen, die sich in Übernahme, Adaption, Abwehr bzw. Pfadabhängigkeiten der Modernisierung oder auch „multiple modern political systems“ ausdrücken können, werden in die Seminararbeit integriert.