Aktuelle Ausschreibungen zu Abschlussarbeiten

Allgemeine Anfragen

Wir freuen uns über Ihr Interesse an einer Abschlussarbeit an unserem Lehrstuhl. Zurzeit können wir vor allem Abschlussarbeiten von Studierenden betreuen, die unsere lehr-lern-bezogenen Schwerpunkte gewählt und damit bereits entsprechende Vorkenntnisse erworben haben (Bachelor: Psychologie des Lehrens und Lernens; Master: Medienbasierte Wissenskonstruktion).

Aktuelle Ausschreibungen

Group Awareness: Entwicklung und Validierung eines Erfassungsinstruments (MA)

Group Awareness (GA) bezeichnet die Verarbeitung und Interpretation sozialer Informationen beim gemeinsamen Lernen. GA kann sich dabei auf verschiedene, in der Lernsituation relevante Charakteristika der Lernpartner oder der sozialen Gruppe beziehen, beispielsweise auf deren aktuelle Motivation, Emotionen, (Meta-)Kognition, Verhalten oder auch auf stabile Personeneigenschaften. GA im Lernkontext ist dabei eine wichtige Voraussetzung für zielgerichtete soziale Interaktionsprozesse. Darum wird GA beim kollaborativen Lernen häufig mit spezifisch dafür entwickelten Tools unterstützt, die entsprechende Informationen erfassen, verarbeiten und bereitstellen. Ein Defizit existierender GA-Forschung ist dabei, dass Erkenntnisse über GA oftmals nur über Tool-bezogenen Studien gewonnen werden, jedoch vergleichsweise wenig Erkenntnisse über den Aufbau und die Aufrechterhaltung von GA in nicht-unterstützten Settings existieren. Ein Grund dafür ist, dass es bisher wenig Ansätze gibt, GA zu erfassen. Bis auf wenige Ausnahmen werden existierende Instrumente häufig ad hoc für spezifische Studien entwickelt und sind damit bzgl. zentraler Kernelemente von GA nicht validiert. In der hier ausgeschriebenen Masterarbeit soll diese Lücke im Ansatz geschlossen werden und ein Instrument zur Erfassung von GA entwickelte und mit Bezug auf Kernkonzeptbestandteile von GA validiert werden. Grundlage der Arbeit bildet dabei die GA-Konzeption von Schnaubert und Bodemer (2022).

Schnaubert, L., & Bodemer, D. (2022). Group Awareness and Regulation in Computer-Supported Collaborative Learning. International Journal of Computer-Supported Collaborative Learning. Advance online publication. https://doi.org/10.1007/s11412-022-09361-1

Ansprechpartnerin: Dr. Lenka Schnaubert

Das Quellengedächtnis in Lernkontexten: Group Awareness Informationen als Quellenmerkmale (BA/MA)

Einführung

Hat mir mein Arzt erzählt, dass leichte Brandwunden 10 Minuten lang mit lauwarmem Wasser behandelt werden sollten, oder war es doch mein Friseur? Habe ich in einem gesponserten Instagram-Beitrag gesehen, dass die Laptops der (fiktiven) Marke „Bonmut“ unschlagbar sind, oder habe ich es doch auf einer seriösen Webseite für Technikberatung gelesen? Oftmals ist es wichtig, sich neben dem Inhalt einer Information auch zu merken, woher diese Information stammt. Das Konzept des Quellengedächtnisses beschreibt unter anderem – aber nicht ausschließlich – das Gedächtnis für den Ursprung einer Information. Im Rahmen von Abschlussarbeiten soll unter anderem geprüft werden, inwiefern sich Ergebnisse von Untersuchungen des Quellengedächtnisses in anderen Forschungsbereichen – wie z. B. der Psychologie der Zeugenaussagen, Werbepsychologie oder Evolutionspsychologie – auf bestimmte (kollaborative oder individuelle) Lernkontexte übertragen lassen.

Idee der Abschlussarbeit

Group Awareness Informationen (z. B. der Wissensstand von Lernpartner*innen) werden genutzt, um geeignete Lernpartner*innen für ein gemeinsames Projekt auszuwählen. Mit einem Quellengedächtnis-Paradigma kann untersucht werden, wie gut bestimmte Group Awareness Informationen im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden und von welchen Faktoren dies abhängt (wie z. B. das eigene Vorwissen zu einem bestimmten Lernthema oder der beschriebene Kontext). Evolutionspsychologische Annahmen, wie z. B. die Annahme, dass weniger glaubwürdige Quelleninformationen in bestimmten Kontexten besser erinnert werden als hoch glaubwürdige Quelleninformationen (siehe z. B. Buchner et al., 2009), können im Rahmen der Arbeit geprüft werden. Die Arbeit kann sowohl als Bachelor- als auch als Masterarbeit durchgeführt werden. Im Rahmen einer Masterarbeit kann zusätzlich zu den oben genannten Punkten untersucht werden, ob die Quellengedächtnisleistung adaptiv die spätere Lernpartnerauswahl beeinflusst (in Anlehnung an die Studie von Schaper et al., 2019).

Buchner, A., Bell, R., Mehl, B., & Musch, J. (2009). No enhanced recognition memory, but better source memory for faces of cheaters. Evolution and Human Behavior, 30(3), 212-224.

Schaper, M. L., Mieth, L., & Bell, R. (2019). Adaptive memory: Source memory is positively associated with adaptive social decision making. Cognition, 186, 7-14.

Ansprechpartner: Bei Interesse, Fragen zum Quellengedächtnis oder zu der ausgeschriebenen konkreten Arbeit melden Sie sehr gerne per E-Mail bei Oktay Ülker (oktay.uelker@uni-due.de).

Für generelles Interesse an einer Abschlussarbeit an unserem Lehrstuhl, wenden Sie sich bitte an unser Sekretariat. Selbstverständlich können Sie gerne auch eigene Themenwünsche, die mit unseren Forschungsschwerpunkten korrespondieren, einbringen. Bitte geben Sie bei Ihrer Mail an das Sekretariat folgende Informationen mit an:

  1. Interessiert Sie einer unserer drei Forschungsschwerpunkte besonders? (Multimediales Lernen, Kognitive Group Awareness und soziale Navigation, Analysemethoden sozialer Interaktionsprozesse)
  2. Gibt es bestimmte Lernorte, die Sie besonders interessieren? (z.B. Schule, Universität, Bibliothek, Museum, Internet)
  3. Interessieren Sie sich eher für individuelle oder für soziale Lernprozesse?
  4. Haben Sie bestimmte Interessen in Bezug auf die Umsetzung Ihrer Abschlussarbeit? (z.B. Programmieranteil, Durchführen eines Experiments, Einsatz einer bestimmten Analysemethode)

Sofern Sie noch keine konkreten Themenvorstellungen haben sollten, helfen Ihnen diese Überlegungen vielleicht auch bei der Konkretisierung Ihrer Ideen.