WINS

 

Wohlbefinden in inklusiven Schulen

Well-Being in Inclusive Schools

 

Anlass des Projekts WINS ist die Frage, wie sich das subjektive schulische Wohlbefinden (SWB) von Schüler:innen in inklusiven Schulen unter psychosozialen Belastungsbedingungen ausprägt und wie Schüler:innen diese Ausprägung selbst deuten. Dieser Zusammenhang ist in der bisherigen Forschung empirisch uneinheitlich und in seiner subjektiven Bedeutungsebene bislang kaum erschlossen.

Diesem Desiderat begegnet WINS mit einem dreiphasigen Design. In Phase 1 wird die Faktorenstruktur eines an Kullmann et al. (2015) angelehnten Erhebungsinstruments zum schulischen Wohlbefinden validiert. In Phase 2 werden SWB sowie perzipierte Verhaltensstärken und -schwächen an inklusiven Schulen der Sekundarstufe I quantitativ-querschnittlich erfasst (N = 977), sowie Extremgruppen mit komorbiden (n = 93) und unauffälligen (n = 578) psychosozialen Profilen gebildet. In Phase 3 folgen problemzentrierte Interviews mit N = 20 Schüler:innen dieser Gruppen zu ihren individuellen Deutungs- und Wahrnehmungsmustern.

Erkenntnisleitend ist zum einen, ob sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf (SPU) gegenüber psychosozialen Symptomprofilen einen eigenständigen Erklärungsbeitrag zum SWB leistet. Zum anderen interessiert, ob sich die Vernetzung von psychosozialen Symptomen und Wohlbefinden zwischen den Geschlechtern unterscheidet. Die bisherigen quantitativen Befunde zeigen ein konsistentes Bild. SPU verliert seine Vorhersagekraft, sobald psychosoziale Profile kontrolliert werden. Internalisierende Symptome erweisen sich als stärkste Prädiktoren und klären 18 bis 40 Prozent der SWB-Varianz auf. Die Netzwerkstruktur zwischen psychosozialen Symptomen und Wohlbefinden erweist sich dabei als geschlechtsinvariant. Pädagogisch verschiebt sich damit der Fokus. Unterstützungsangebote sollten psychosoziale Belastungsprofile stärker als bisher berücksichtigen, insbesondere internalisierende, oft unauffällige Problemlagen, neben der weiterhin relevanten sonderpädagogischen Förderpraxis.

 

Publikationen:

  • Zdoupas, P. (2026). Mapping the Network Structure of Psychosocial Symptoms and School Well-Being Across Gender in Secondary School Students. European Journal of Investigation in Health, Psychology and Education, 16(4), 54. DOI: https://doi.org/10.3390/ejihpe16040054

  • Zdoupas, P. & Laubenstein, D. (2026). Beyond Special Needs Labeling: Internalizing and Externalizing Symptom Profiles Explain School Well-Being in Inclusive Education. Frontiers in Education, 11:1760473. DOI: https://doi.org/10.3389/feduc.2026.1760473 

  • Zdoupas, P., Vösgen-Nordloh, M. & Kulawiak, P. R. (2025). Subjektives schulisches Wohlbefinden in inklusiven Schulen im Spannungsfeld zwischen sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf und psychosozialen Problemen. ESE, Heft 7, Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt, 123-139. DOI: https://doi.org/10.35468/6178-07

  • Zdoupas, P. & Laubenstein, D. (2024). Social Impacts of Inclusive Education: On the Requirement for an Emphasis on Girls with Emotional and Behavioral Disorders (EBD) in Research on Inclusion. Societal Impacts 4(2), 100071DOI: https://doi.org/10.1016/j.socimp.2024.100071