Max Hauser
Max Hauser
Promovierender im Promotionskolleg 'Die Politische Ökonomie der sozial-ökologischen Transformation'
Forschungsinteressen: Politische Ökonomie, Soziale Ökologie, System- und Komplexitätswissenschaften
Falultät für Gesellschaftswissenschaften, Institut für Sozioökonomie
Funktionen
-
Wiss. Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, Gesellschaftswissenschaften
Forschungsvorhaben
Stoff und Wert: Über die Widersprüche des grünen Kapitalismus
Trotz 50 Jahre wissenschaftlicher Erkenntnisse und politischer Maßnahmen überschreiten unsere wirtschaftlichen Aktivitäten weiterhin die ökologischen Grenzen des Planeten und bedrohen den Fortbestand des Lebens innerhalb der bekannten und sicheren Rahmenbedingungen. Das Paradigma der „grünen Modernisierung“ beziehungsweise des „grünen Kapitalismus“ steht für den Versuch, die Imperative der Kapitalakkumulation und des Umweltschutzes miteinander zu versöhnen. Während es auf der Ebene einzelner Unternehmen bereits Normen, Methoden und Instrumente gibt, die eigenen Umweltauswirkungen zu erfassen und zu steuern, sind jedoch die wissenschaftlichen Methoden der sektoralen und gesamtwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsbewertung und -steuerung noch auf einem dürftigen Stand. Es mangelt an interdisziplinären Ansätzen, die Ökonomie und Ökologie (die beide im Wortstamm vom altgriechischen oikos [Haushalt] kommen) wieder miteinander in Dialog bringen.
Hiervon ausgehend setzt mein Forschungsvorhaben an, eine wissenschaftlich fundierte Kritik bisheriger Ansätze wie dem Konzept der „Externalitäten“ sowie des marktbasierten Umweltschutzes zu formulieren und auf dem Donut-Modell der ökologischen Ökonomik aufbauend Methoden der integrierten und systemischen Nachhaltigkeitsbewertung der Wirtschaft anzuwenden und weiterzuentwickeln, so dass sich erfassen und demokratisch steuern lässt, ob sich wirtschaftliche Aktivitäten in ihrer Gesamtheit in der „sicheren Zone“ zwischen sozialen Minima und ökologischen Maxima bewegen (Raworth, 2017; Groos & Sorg 2026). Mit dem Fokus auf die biophysikalische Seite der Wirtschaft bewegt sich dieser innovative Forschungsstrang an der Nahtstelle zwischen Natur- und Sozialwissenschaften und besitzt unmittelbare Relevanz für aktuelle Diskurse der Klimapolitik, der grünen Industriepolitik und der sozial-ökologischen Transformation.
Referenzen:
Raworth, Kate (2017). Doughnut Economics. Seven Ways to Think Like a 21st-Century Economist. Chelsea Green Publishing.
Groos, Jan & Sorg, Christopher (2026). Creative Construction. Democratic Planning in the 21st Century and beyond. Bristol University Press