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Mercator-Professur 2021Prof. Dr. Antje Boetius

Die Tiefseeforscherin Antje Boetius übernimmt 2021 die Mercator-Professur an der Universität Duisburg-Essen. Sie hat Expeditionen in Arktis und Antarktis geleitet, ist Direktorin des renommierten Alfred-Wegener-Instituts und ambitionierte Verfechterin des Klimaschutzes.

„Der Klimawandel“, sagt Antje Boetius, „verändert jetzt schon unser Land wie auch die fernsten Regionen der Erde, die Tiefsee und Polargebiete. Uns bleibt noch ein kleines Zeitfenster für die Klimaziele.“ Die 52-Jährige plädiert für eine deutliche Verschärfung des Umweltschutzes und mahnt unser Konsumverhalten an. Wie bedroht die Natur ist, hat die Professorin für Geomikrobiologie selbst erfahren können auf ihren knapp 50 Expeditionen, von denen etliche Polarreisen waren.

Zahlreiche Auszeichnungen hat die studierte Biologin für ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr politisches Engagement erhalten, u.a. den Leibniz-Preis und den Communicator Preis der DFG, den Deutschen Umweltpreis sowie das Bundesverdienstkreuz. Bundespräsident Steinmeier lobte ihre Hartnäckigkeit für den Klimaschutz, er sagte außerdem: „Sie besitzen die wunderbare Gabe, Ihre Forschung so zu erklären, dass Laien sie verstehen können.“

Mit Antje Boetius erfüllt sich erneut die Grundidee der Mercator-Professur: Weltoffenheit und debattenanregende Beiträge zu wichtigen Zeitfragen.

Auf Antje Boetius darf man sich freuen.

HintergrundDie Mercator-Professur

Mit der 1997 eingerichteten Mercator-Professur soll das wissenschaftliche Vermächtnis des berühmten Duisburger Kartographen und Universalgelehrten aus dem 16. Jahrhundert wachgehalten werden. Die Persönlichkeiten, die bisher eine Mercator-Professur innehatten, kommen aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Zu ihnen gehören unter anderen: die Bundespräsidenten a.D. Joachim Gauck und Richard von Weizsäcker, der Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, die Filmregisseure Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta, der Journalist Ulrich Wickert, die Soziologin Necla Kelek, der Publizist Dr. Peter Scholl-Latour, die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer, der Bundesverfassungsrichter a.D. Prof. Dr. Udo di Fabio, der Unternehmer Götz W. Werner oder auch der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Prof. Dr. Wolfgang Huber, der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Karl Lehmann sowie der Politikwissenschaftler Professor Dr. Dr. h.c. mult. Alfred Grosser.