Mercator-Professur

Mercator-Professur 2018 Joachim Gauck

Altbundespräsident Joachim Gauck übernimmt in diesem Jahr die Mercator-Professur an der Universität Duisburg-Essen. Er wird als „Präsident der Freiheit“ bezeichnet und ermutigt die Deutschen, sich gegen nationalistische, populistische und demokratiefeindliche Bedrohungen zu verteidigen sowie mehr Verantwortung zu übernehmen für die Stabilisierung eines friedlichen und demokratischen Europas und der Welt.

Wortgewandt und mit großer Überzeugungskraft setzt er sich für gelebte Demokratie und Freiheit ein. Mit ihm erfüllt sich erneut die Grundidee der Mercator-Professur: Weltoffenheit und debattenanregende Beiträge zu wichtigen Zeitfragen.

Dokumentation

Erster Vortrag am 7. November 2018 im Audimax am Campus Duisburg:
"Der Staat der Bürger – wie wir wurden, was wir sind"

Zur Videoaufzeichnung:

Die Laudatio gehalten von Prof. Dr. Ulrich Radtke (PDF):
https://www.uni-due.de/imperia/md/content/webredaktion/2018/2018-11-8-laudatio-mercator-prof-gauck.pdf

Der Vortrag zum Nachlesen (PDF):
https://www.uni-due.de/imperia/md/content/webredaktion/2018/2018-11-8-mercatorprof-erste-vorlesung-gauck.pdf

Zum Beitrag des WDR in der Lokalzeit Duisburg:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duisburg/video-alt-bundespraesident-gauck-mercator-professur-uni-duisburg-100.html

07.11.2018, Campus Duisburg Impressionen des 1. Vortrags

Mercator-Professur 07.11.2018

Zur Person

Joachim Gauck (78) ist gebürtiger Rostocker. Nach dem Theologiestudium war er von 1965 bis 1990 für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs tätig, viele Jahre davon als Pastor. Schon als Jugendlicher geriet er in Opposition zur DDR-Diktatur. 1989 war er einer der Gründer der Bürgerbewegung Neues Forum und leitete die wöchentlichen Friedensgebete, aus denen die Protestdemonstrationen hervorgingen.

Im März 1990 zog Gauck als Abgeordneter in die erstmals frei gewählte Volkskammer ein und wurde Vorsitzender des Parlamentarischen Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit. Im Oktober 1990 wurde er zum Sonderbeauftragten für die personenbezogenen Stasi-Unterlagen berufen und leitete von 1991 bis 2000 die entsprechende Behörde.

Anschließend engagierte er sich in verschiedenen Funktionen u.a. für Demokratie sowie gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Am 18. März 2012 wurde er mit großer Mehrheit zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. In dieser Zeit ermutigte er die in Deutschland lebenden Menschen – Einheimische ebenso wie Eingewanderte –, ihr Leben aktiv als Bürger zu gestalten und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Für sein Wirken wurde Joachim Gauck mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, darunter der Geschwister-Scholl-Preis, der Ludwig-Börne-Preis, der Ewald-von-Kleist-Preis, der Preis für Verständigung und Toleranz, der Open Society Prize, der Internationale Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung sowie der Reinhard-Mohn-Preis. Er ist unter anderem Ehrendoktor der Universitäten Rostock, Jena, Augsburg, Münster, der National University of Ireland/Galway, der Hebrew University of Jerusalem, der Université Paris-Sorbonne sowie der Maastricht University.

Hintergrund Die Mercator-Professur

Mit der 1997 eingerichteten Mercator-Professur soll das wissenschaftliche Vermächtnis des berühmten Duisburger Kartographen und Universalgelehrten aus dem 16. Jahrhundert wachgehalten werden. Die Persönlichkeiten, die bisher eine Mercator-Professur innehatten, kommen aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Zu ihnen gehören unter anderen: Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker, Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, die Filmregisseure Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta, der Journalist Ulrich Wickert, die Soziologin Necla Kelek, der Publizist Dr. Peter Scholl-Latour, die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer, der Bundesverfassungsrichter a.D. Prof. Dr. Udo di Fabio, der Unternehmer Götz W. Werner oder auch der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Prof. Dr. Wolfgang Huber, der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Karl Lehmann sowie der Politikwissenschaftler Professor Dr. Dr. h.c. mult. Alfred Grosser.