Projekt „DigiTei“ liefert neue Erkenntnisse zur digitalen Teilhabe in einkommensschwachen Haushalten.
Projekt „DigiTei“ liefert neue Erkenntnisse zur digitalen Teilhabe in einkommensschwachen Haushalten.
Im Rahmen des Projekts „DigiTei – Digitale Teilhabe in einkommensschwachen Haushalten“ wurden zwischen August und Dezember 2025 1.000 standardisierte Befragungen sowie ergänzende qualitative Interviews mit Expert*innen und Betroffenen durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, bestehende Forschungslücken zur digitalen Teilhabe sozial benachteiligter Gruppen systematisch zu schließen.
Die Untersuchung betrachtet digitale Teilhabe als mehrdimensionales Phänomen, das sich aus den drei zentralen Säulen Zugang, Befähigung und Partizipation zusammensetzt. Dabei wurden nicht nur infrastrukturelle Voraussetzungen analysiert, sondern insbesondere auch Nutzungsmuster, Einkommenslagen, individuelle Lebenssituationen sowie Kompetenzniveaus und soziodemografische Unterschiede berücksichtigt.
Ein besonderer Fokus lag auf Mehrfachbenachteiligung (z.B. Wohnungslosigkeit oder Behinderung), die die digitale Teilhabe zusätzlich erschweren können. Ebenso wurden Unterschiede hinsichtlich Alter, Geschlecht und Bildungsstatus untersucht.
Die Befragten wurden unter anderem zu folgenden Aspekten interviewt:
- Zugang zu digitalen Endgeräten wie Smartphones, Tablets, Desktop-PCs und
Laptops, - Qualität und Stabilität des Internetzugangs,
- Nutzungsverhalten und digitale Kompetenzen, gesellschaftliche Teilhabe sowie
subjektive Wahrnehmungen der eigenen digitalen Situation.
Zur Bewertung digitaler Kompetenzen orientierte sich die Studie an fünf Kompetenzbereichen (Mieg et al. 2024):
- Informations- und Datenkompetenz,
- digitale Kommunikation und Zusammenarbeit,
- Erstellung digitaler Inhalte,
- Sicherheit und Schutz im digitalen Raum sowie
- digitale Problemlösungsfähigkeiten.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass grundlegender Zugang zu digitalen Geräten und zum Internet in vielen Fällen zwar vorhanden ist, die Qualität dieses Zugangs jedoch häufig eingeschränkt bleibt. Qualitative Interviews mit Betroffenen verdeutlichen, dass oftmals ältere oder besonders kostengünstige Geräte genutzt werden, die geringere Leistungsfähigkeit aufweisen und einen höheren Wartungsaufwand erfordern.
Darüber hinaus zeigt die Untersuchung deutlich, dass soziodemografische Faktoren einen erheblichen Einfluss auf digitale Teilhabe haben. Insbesondere ältere Menschen und Personen mit geringerem Bildungsniveau sind stärker gefährdet, digital – und damit auch gesellschaftlich – ausgeschlossen zu werden, da sie häufig über geringere digitale Kompetenzen und eingeschränkten Zugang verfügen.
Auch individuelle Lebenssituationen spielen eine entscheidende Rolle. Wohnsituation, soziale Rahmenbedingungen oder gesundheitliche Einschränkungen können zusätzliche Barrieren schaffen und digitale Teilhabe erheblich erschweren. Die Studie macht zudem deutlich, dass Smartphones für die überwiegende Mehrheit der Befragten den zentralen Zugangspunkt zu digitalen Angeboten darstellen.
Förderhinweis: Das Projekt „Digitei“ wird durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) finanziert.
