Aktuelle Meldungen
„Übergänge weiterdenken“ – Ganztagskongress in Berlin

Ganztag ist von vielfältigen Übergängen geprägt: von der Kita in die Schule, der Primar- in die Sekundarstufe, zwischen unterschiedlichen Bildungseinrichtungen und zwischen Kinder- und Jugendhilfe, außerschulischen Partnern und Familien. Hinzu kommen die alltäglichen Übergänge im Leben der Kinder: vom Frühhort in den Unterricht, vom Mittagessen zur Lernzeit, von der Freizeit zur Abholsituation.
Beim Ganztagskongress am 22./23.06.2026 in Berlin brachten Dr. Susanne Farwick und Dr. Amina Kielblock Länder, Kommunen und Schulen zusammen, um zur Frage zu diskutieren: „Welche Chancen bietet das Startchancen-Programm für die Qualitätsentwicklung im Ganztag?“ Deutlich wurde, dass Ganztag die Möglichkeit, Schule als Lern- und Lebensort neu zu gestalten, eröffnet. Dafür muss Qualitätsentwicklung auf unterschiedlichen Ebenen im Bildungssystem gedacht werden.
Wo Ganztag als institutionenverbindender Ansatz verstanden wird, entstehen neue Gestaltungsspielräume – etwa zur Stärkung von Selbstorganisation und Partizipation der Kinder oder zur gemeinsamen Nutzung von Räumen. Räume zeigen Haltung, so Karin Raabe vom Ministerium für Bildung und Kultur (Saarland). Dort gibt es Lernhäuser statt Klassenzimmer; Co-Working-Spaces statt Stuhlreihen für Frontalunterricht. Ganztagsschulen sind Orte, an denen Kinder nicht nur lernen, sondern ganzheitlich begleitet werden. Ganztag-Ausbau und Startchancen-Programm verfolgen gemeinsame Ziele und können sich gegenseitig stärken. Deshalb lohnt es sich, beides zusammenzudenken.
Wertschätzende Kommunikation als Element für demokratieorientierte Schulentwicklung – Vortrag an der Universität Wuppertal

Am Donnerstag, den 25. Juni 2026, haben Kerstin Göbel und Zuzanna Preusche des Themenschwerpunkts 4 (Demokratie- und diversitätsorientierte Schulentwicklung mit Heike Roll, Jana Starke, Sanja Vidovic) einen Vortrag zum Thema „Appreciative communication as a key element in fostering motivation and promoting democratic school development“ auf der Tagung „Classroom Order – and Its Disruptions“ an der Universität Wuppertal gehalten.
In dem Vortrag wurden die für den Themenschwerpunkt relevanten Themen Demokratieorientierung, schulisches Wohlbefinden und durchgängige Sprachbildung in ihrer Interdependenz theoretisch eingeordnet. Ferner wurden erste empirische Befunde der ko-konstruktiven Entwicklungswerkstatt, welche das Team des Themenschwerpunkt im vergangenen Schuljahr mit ausgewählten Schulen durchführte, präsentiert. Es wurde die Bedeutung der multiprofessionellen Zusammenarbeit mit Fokus auf wertschätzende Kommunikation und Unterrichtsorganisation bzw. Unterrichtsstörungen diskutiert.
Die Vortragenden stellten dar, wie die Ergebnisse bzw. die entwickelten Produkte (bspw. Leitfäden für demokratieorientierte Strukturen mit Fokus auf die Arbeit in multiprofessionellen Lerngemeinschaften) in Form von Qualifizierungen und Kooperationen mit dem Unterstützungssystem der Startchancen-Schulen disseminiert werden sollen.
Vorstellung der Arbeit des Themenschwerpunkts 4 auf dem Tag der Integrations- und Migrationsforschung
Mit den diesjährige Tag der Integrations- und Migrationsforschung des Interdisziplinäres Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (InZentIM) am 9. Juni feiert das InZentIM sein 10-jähriges Jubiläum. Das Thema des Tages lautete „Umkämpfte Teilhabe: Migration, Demokratie und Kontroversen in pluralen Gesellschaften“.
Passend hierzu stellte der Themenschwerpunkt 4 (Diversitäts- und demokratieorientierte Schulentwicklung; Kerstin Göbel, Heike Roll, Jana Starke mit Sanja Vidovic und Zuzanna Preusche als Vortragende) seine Arbeit im Kontext des Startchancen-Programms vor. Es wurde argumentiert, weshalb es wichtig sei, Sprachbildung für demokratieorientierte Prozesse in der Schule stets mitzudenken und weshalb diese einen elementaren Baustein von schulischem Wohlbefinden darstellen.
Bildung in Bewegung bringen: Fallstudie mit der Basketball-Bundesliga

Seit dem letztem Jahr kooperieren Dr. Matthias Forell und Jakob Schuchardt im Rahmen der Initiative SPORT VERNETZT mit den Basketball Löwen Braunschweig. Ziel der Initiative ist es, allen Kindern Zugang zu Sport zu gewähren. Um dies zu ermöglichen, gehen Trainer*innen in Schulen, Kitas oder Freizeiteinrichtungen.
In den kommenden Monaten wird in einer Fallstudie an den Standorten Braunschweig und Trier erforscht, wie SPORT VERNETZT – und damit Bewegungsförderung – auf Bildungsgerechtigkeit einzahlt. Hierzu wurden in einem Workshop Fragen, Methoden sowie ein gemeinsames Verständnis von Bildung erarbeitet. Neben Leistung und Lehrplan gehören Partizipation, Selbstwirksamkeit und sozioemotionale Kompetenzen in der sozialräumlichen Entwicklungsarbeit dazu.
CHANCEN-Forum Kinder- und Jugendhilfe Guter Ganztag im Fokus: Kinder und Jugendliche fördern, Chancengleichheit ausbauen!
Über die Frage „Was brauchen Kinder und Jugendliche im Ganztag?“ haben wir gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung GmbH auf unserem CHANCEN-Forum am 20. Mai 2026 mit Vertreter*innen aus Schulen, Kultusministerien und Verbänden gesprochen.
Amina Kielblock zeigte auf, dass die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen der Qualitätsentwicklung im Ganztag zugrunde liegen und multiprofessionelle Teams zusammenarbeiten müssen, um diese Entwicklung zu gestalten und zu steuern. Annekathrin Schmidt (Deutschen Kinder- und Jugendstiftung GmbH) betonte, dass das Startchancen-Programm sowie der Ausbau des Ganztags im Rahmen des Ganztagsförderungsgesetztes dafür eine gute Grundlage böten, doch die Umsetzung erfordere konkrete Kooperationsmodelle vor Ort.
In drei Praxisbeispiele wurde aufgezeigt, wie das gelingen kann:
In Schleswig-Holstein wird der Ganztag im Rahmen des Startchancen-Programmes mit einem pädagogischen Rahmenkonzept ausgebaut – partizipativ entwickelt mit Kindern, Eltern und auf Regionalkonferenzen.
In Stuttgart fungiert ein „runder Tisch“ als zentrales Steuerungsgremium. Durch Transparenz im Prozess, wird deutlich, wer welche Informationen erhält und die Beteiligten profitieren so von einer stärkeren Vernetzung zwischen Schulen und Dachverbänden der Jugendhilfe.
Im Landesmodellprojekt „Kooperation Schule und Hort“ in Sachsen-Anhalt gestalten 15 Tandems aus Grundschulen und Horten gemeinsam die Weiterentwicklung des Ganztags.
Vortragsreihe Lern(um)welten
Dr. Amina Kielblock und Dr. Matthias Forell beteiligten sich mit zwei Vorträgen an den Ende April 2026 stattfindenden Aktionswochen des Bildungsservers zum Thema Lern(um)welten.
In ihrem Vortrag „Kind- und jugendorientierter Ganztag: Bildungsteilhabe stärken, Förderung ermöglichen, Qualität weiterentwickeln" zeigte Dr. Amina Kielblock auf, was einen kind- und jugendorientierten Ganztag ausmacht und warum Ganztag mehr ist als Unterricht, Betreuung und Angebote am Nachmittag. Im Mittelpunkt stehen Ziele, Gestaltungsmöglichkeiten und Förderpotenziale des Ganztags als Lern- und Lebensumwelt. Anhand von Praxisbezügen und empirischen Befunden wird aufgezeigt, wie Bildungsteilhabe gestärkt werden kann und welche Bedingungen für einen gelingenden Ganztag wichtig sind.
Sozialraumorientierte Schulentwicklung beginnt oft mit einem Perspektivwechsel: weg von pauschalen Zuschreibungen und Bauchgefühl hin zu einer differenzierten Betrachtung der Herausforderungen, aber auch Ressourcen im schulischen Umfeld. Dr. Matthias Forell stellt in seinem Vortrag „Schule als Sozialraum im Sozialraum verstehen und wirksam entwickeln“ zwei sich ergänzende Zugänge vor, die Schulen unterstützen, ihren Sozialraum systematisch und praxisnah zu erschließen. Die Sozialraumanalyse mit der ALSO-App ermöglicht Einblicke in die Wohn- und Lebenssituation von Schüler*innen und ihren Familien, während die Sozialraumerkundung, die schulbezogenen Perspektiven und Wahrnehmungen von Kindern und Jugendlichen sichtbar macht. Damit lassen sich schulische Entwicklungsprozesse datengestützt, diversitätssensibel und partizipativ gestalten.
Sozialraumanalyse mit der ALSO-App – Interview

Dr. Matthias Forell und Jakob Schuchardt waren an der Entwicklung einer App beteiligt, die Schulentwicklungsprozesse aus sozialräumlicher Perspektive unterstützt. In einem aktuellen Interview erläutern sie, wie die App funktioniert und welche Möglichkeiten sie Schulen bietet.
Forell, M. & Schuchardt, J. (2025). Mikrokosmos schulischer Nahraum: Sozialraumanalyse mit der ALSO-App. Beitrag im Rahmen der Themenseite Mikrokosmos Sozialraum der Fachstelle kommunales Bildungsmonitoring (KOSMO).
Sport als Schlüssel für Bildungsgerechtigkeit?

In enger Kooperation mit der easyCredit Basketball Bundesliga (BBL) haben Dr. Matthias Forell und Jakob Schuchardt im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Startchancen-Programms eine neue Fallstudie in Braunschweig aufgenommen. Die Zusammenarbeit mit den Basketball Löwen Braunschweig GmbH eröffnet neue Perspektiven: Denn Sport ist mehr als Wettkampf – er ist eine soziale Praxis, die Bildungschancen, Integration und Teilhabe beeinflusst.
Schule als Sozialraum im Sozialraum – Interview mit dem Deutschen Schulportal

Dr. Matthias Forell hatte die Gelegenheit, mit dem Deutschen Schulportal der Robert Bosch Stiftung über sozialraumorientierte Schulentwicklung zu sprechen – und darüber, warum es so zentral ist, die Lebenswelten der Schüler*innen stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
In der sozialräumlich geprägten Zusammenarbeit mit Schulen geht es nicht nur um eine datengestützte Perspektive – sondern darum, die Menschen und Kontexte hinter diesen Daten zu verstehen. Schulentwicklung wird dann wirksam, wenn sie sich auf die standortspezifischen Bedingungen vor Ort einlässt – im ko-konstruktiven Dialog mit allen in und um Schule handelnden Akteur*innen.
Im Zentrum steht die Frage, wie Schule gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung aufbauen, niedrigschwellige Zugänge schaffen und Anschlussfähigkeit sichern kann – besonders in Kontexten, die durch soziale Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung geprägt sind. Das bedeutet auch: sensibel mit Differenz umzugehen, statt sie als Abweichung oder Defizit wahrzunehmen.
IKOM-Klausurtagung in Frankfurt am Main

Am 01. April 2025 traf sich das gesamte Team des Interdisziplinären Kompetenzzentrums (IKOM) „Schulentwicklung“ zu einer ersten Klausurtagung am DIPF in Frankfurt am Main. Bei der Tagung wurden die sechs Themenschwerpunkte des IKOM genauer vorgestellt, übergreifende Fragen wurden gemeinsam diskutiert und Schnittstellen zwischen den verschiedenen Schwerpunkten herausgearbeitet.
Diese Schnittstellen aktiv zu gestalten und die Weiterentwicklung von Schulen als lernende Organisationen insgesamt in den Blick zu nehmen, wird für das Team des IKOM eine wesentliche Aufgabe bleiben.
Auftaktveranstaltung zum Startchancen-Programm

Am 11. und 12. Dezember 2024 kamen auf Einladung des BMBF rund 400 Gäste zu einem bundesweiten Austauschforum in Berlin zusammen. An einem Informationsstand des CHANCEN-Verbunds konnten Interessierte Einblicke in die Planungen zur wissenschaftlichen Begleitung erhalten.
Mitglieder des Interdisziplinären Kompetenzzentrums Multiprofessionelle Schulentwicklung im Sozialraum gestalteten gemeinsam mit Praxisvertreter*innen zudem drei Fachforen: „Verankerung im Sozialraum“, „Gelingende Zusammenarbeit mit Eltern“ sowie „Durch Schulentwicklung neue Formen der Zusammenarbeit fördern“.
CHANCEN-Verbund: Start der wissenschaftlichen Begleitung des Startchancen-Programms
Der Forschungsverbund zur wissenschaftlichen Begleitung des Startchancen-Programms hat am 1. Oktober 2024 seine Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, mit wissenschaftlicher Expertise die an dem Programm beteiligten Schulen und ihr Steuerungs- und Unterstützungssystem umfassend zu begleiten.
Das von Bund und Ländern für zehn Jahre mit 20 Milliarden Euro geförderte und am 1. August 2024 gestartete Startchancen-Programm will mit einem wegweisenden Ansatz den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft entkoppeln und für mehr Chancengerechtigkeit sorgen. Dafür unterstützt es systematisch rund 4000 Schulen in sozial herausfordernden Lagen.