Kim Kannler

Profilbild Kim Kannler

Kim Kannler, M.A.

Kim Kannler ist Mitglied des Promotionskollegs „Die Arbeit und ihre Subjekte“ und Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung. Im Rahmen des Kollegs promoviert sie zur Verräumlichung des Sozialen am Beispiel von ‚Arbeitervierteln‘ und ihren medialen Visualisierungen in dokumentarischen Fernsehformaten aus Deutschland. Nach dem Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaft (B.A.) von 2008 bis 2011 an der Universität Mannheim, studierte sie von 2012 bis 2015 den Research Master „Arts and Culture“ (M.A.) an der VU University Amsterdam. Ihr Forschungsinteresse liegt im weitesten Sinne im Bereich der visuellen Kultur und der Einbettung von Bildern in soziale Praktiken. Kim Kannler arbeitete als Recherche-Assistentin an der Publikation Art and Autonomy aus der Reihe Critical Readers von Afterall mit und beteiligte sich als Referentin in Workshops zu Diskussionen der Schnittstellen von Politik, Kunst und Medien. Nach einigen Praktika in kulturellen Institutionen in Mannheim und Wien assistierte sie zuletzt der Kulturabteilung des Goethe-Instituts Osaka in Japan.


Dissertation

Mediale Geographien von ›Arbeitervierteln‹ und ihre Perspektivierung im urbanen Wandel. Eine Studie zur Verräumlichung des Sozialen in Medienbildern

Was sehen wir überhaupt, wenn wir das Bild bspw. eines Hauses und seiner Bewohner betrachten? Recht wenig, würde Bertolt Brecht kritisch entgegnen. Über die fotografische Repräsentation von Subjekten und Orten bemerkt er, dass sie die Eigenschaft besäße, den Zusammenhang der Wiedergabe "wegzuschminken". Das statische Bild lasse nur einen an der Oberfläche haftenden Blick zu, einen Blick auf verdinglichte menschliche Beziehungen. Ein ähnlich kritischer Ansatz ließe sich mit dem Philosophen Michel de Certeau auf die fixierende Wirkung von Film- und Fernsehbildern formulieren. Es sind vor allem zwei Aspekte, um die es im Dissertationsprojekt gehen soll: zum einen die Beziehungen von Orten und deren Subjekten, zum anderen das Thema medialer Repräsentation als bedeutungsgenerierende Instanz dieser Beziehungen.

Das Promotionsprojekt geht vor diesem Hintergrund der Fragen nach, was ‚Arbeiterviertel‘ heute noch kennzeichnet, wer in ihnen lebt, wo ihre Grenzen verlaufen und wer diese bestimmt.  Eine klare Antwort suggerieren zunächst Viertel-Kennzeichnungen in Stadtplänen und erschlossene Topographien. Doch versteht  man den städtischen Raum ‚Arbeiterviertel‘ nicht nur als materielle, also empirische Umwelt, sondern versucht, das Viertel im Kontext seiner gesellschaftlichen Herstellung und Prozesshaftigkeit zu verstehen, dann wirft das viele weiterführende Fragen auf. Zum Beispiel: Wie handeln gesellschaftliche Vorstellungen – etwa im medialen Diskurs – aus, was ein Arbeiterviertel überhaupt ist, und wie werden darüber vorherrschende und neue soziale Verhältnisse (re-)produziert?

Mit einer solchen mediengeographischen Perspektive fasst das Promotionsprojekt das ‚Arbeiterviertel‘ als einen sozialen Raum auf, der komplexe Verhältnisse von Räumlichkeit, sozialen Praktiken und medialen Repräsentationen vereint. Medienbilder sind daher nicht nur als Abbild von Wirklichkeit, sondern als Teil der sozio-kulturellen Konstruktion einer gesellschaftlichen Realität zu verstehen. Ziel ist es, diese Bedingungen der Sichtbarkeit freizulegen, um Aussagen darüber machen zu können, wodurch die Beziehungen von Orten und ihren Subjekten in Medienbildern beschrieben werden und welches Verhältnis diese visuellen Formationen zu Verräumlichungsprozessen des Sozialen einnehmen.

Betreuung
Prof. Dr. Jens Martin Gurr/ Prof. Dr. Nicole Colin-Umlauf

Zeitraum
3 Jahre

Förderinstitution
Hans-Böckler-Stiftung

Promotionskolleg
„Die Arbeit und ihre Subjekte“

Universität Duisburg-Essen
Fakultät für Geisteswissenschaften
Medienwissenschaft und Urbane Kultur
Berliner Platz 6-8
D-45127 Essen

kim.kannler@stud.uni-due.de
Telefon:        +49(0)201-183-5255
Raum:          WST-B.07.05

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