Kicking Girls – soziale Integration von Mädchen durch Fußball

Ausgangslage

Das Projekt Kicking Girls richtet sich an Mädchen und weibliche Jugendliche aus sozial benachteiligten Stadtteilen, die oftmals in mehrfacher Hinsicht gesellschaftlich marginalisiert sind. Ihre Lebenssituation ist häufig geprägt durch eine hohe Armut, Arbeitslosigkeit der Eltern und geringe Bildungschancen. Viele der Mädchen besitzen einen Migrationshintergrund und sind im organisierten Sport deutlich unterrepräsentiert. Um ihnen die Teilhabe am Sport zu ermöglichen, werden im Rahmen des Projektes niederschwellige Fußballangebote initiiert.

 

Ziele

Ziel des Projektes ist es, die Persönlichkeitsentwicklung und Sportsozialisation von sozial benachteiligten Mädchen positiv zu beeinflussen. Ihnen wird die Möglichkeit gegeben, am Fußball teilzuhaben und durch diesen Sport Anerkennung zu erfahren. Weiterhin werden jugendliche Mädchen an ein ehrenamtliches Engagement herangeführt und lernen Verantwortung zu übernehmen.

 

Umsetzung

Mithilfe von lokalen Kooperationen von Schulen und Sportvereinen werden die folgenden vier Bausteine umgesetzt:

1) Mädchenfußball-AGs in Grundschulen
Die Fußball-AG bietet einen ersten Zugang zum Sport. Migrantische Mädchen nehmen dieses Angebot besonders wahr, da die Schul-AG in einem geschützten Rahmen stattfindet.

2) Turniere für Grundschülerinnen
Turniere sind für die Mädchen von besonderer Bedeutung. Sie trainieren dadurch auf ein Ziel hin und erfahren große Wertschätzung.

3) Ausbildung von weiblichen Jugendlichen zu Coaches
Durch zweitägige Workshops werden die Jugendlichen an ein ehrenamtliches Engagement herangeführt und für die Mithilfe bei AGs, Turnieren und Camps qualifiziert.

4) Mädchenfußball-Camps
Ein- oder mehrtägige Camps ermöglichen es, Gemeinschaft zu erleben und Verantwortung füreinander zu übernehmen.

 

Erste Ergebnisse

In den vergangenen Jahren wurde das Konzept der Kicking Girls von verschiedenen Ministerien, Kommunen, Verbänden und Vereinen aufgegriffen und eigenständig umgesetzt. Bundesweit werden mehr als 220 AGs an 61 Standorten angeboten. Darüber hinaus wird das Projekt mittlerweile sogar in Irland, Österreich und der Schweiz verwirklicht.
Es hat sich gezeigt, dass für sozial benachteiligte Mädchen die Schul-AG einen geeigneten Zugang zum Sport darstellt. In diesem geschützten Rahmen können sie sich ausprobieren und Selbstbewusstsein entwickeln. Für die Nachhaltigkeit des Projektes ist die Verzahnung der einzelnen Bausteine unabdingbar. Beispielsweise stellen die Turniere für die Mädchen in den AGs einen großen Anreiz dar; die AGs und Turniere wiederum bieten ein Betätigungsfeld für die ausgebildeten Jugendlichen. Nur wenn diese Bausteine aufeinander aufbauen und ineinandergreifen, kann die Nachhaltigkeit gesichert werden.

 

Veröffentlichungen

ausgewählte Veröffentlichungen

  • Althoff, K. & Gebken, U. (2014): Mädchen mittendrin - Soziale Integration von Mädchen durch Fußball. In: A. R. Hofmann & M. Krüger (Hrsg.): Rund um den Frauenfußball. Münster: Waxmann (Edition global-lokale Sportkultur, 30), S. 165-174.

  • Althoff, K.; Gebken, U.; Kuhlmann, B. & Vosgerau, S. (2014): Mädchen mittendrin - Empirische Ergebnisse eines integrativen Mädchenfußballprojektes in Nordrhein-Westfalen. In: S. Sinning, J. Pargätzi & B. Eichmann (Hrsg.): Frauen- und Mädchenfußball im Blickpunkt. Empirische Untersuchungen - Probleme und Visionen. Münster [u.a.]: Lit-Verl (Forum Frauen- und Mädchenfußball, 1), S. 169-185.

  • Gebken, U. & Vosgerau, S. (Hrsg.) (2014). Fußball ohne Abseits. Wiesbaden: Springer.

  • Kuhlmann, B. & Schache, S. (2014). Mädchen kicken mit. Fußball für alle in der Schule. SportPraxis, 2014 (5+6), 6-11.

  • Kuhlmann, B.& Teetz, H. (2014). Soziale Integration von Mädchen durch Fußball. In I. Hunger & R. Zimmer (Hrsg.), Inklusion bewegt – Herausforderungen für die frühkindliche Bildung. (S. 94-100). Schorndorf: Hofmann.

 

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