Aktuelle Projekte

Aktuelle Forschungsprojekte

JUROP: Jugendliche und Europa - Zwischen Polarisierung und Zusammenhalt

Zeitraum: 2020-2023

Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

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Beschreibung:

Europa als Kontinent und noch stärker die Europäischen Union (EU) als politischer Zusammenschluss der Mehrheit der europäischen Staaten erleben schwierige Zeiten. Vor diesem Hintergrund geht das beantragte Vorhaben mit Bezug auf das Themenfeld „Wahrnehmung und Vermittlung von Zusammenhalt“ der Frage nach, wie Jugendliche in Deutschland den demokratischen Zusammenhalt in Europa bzw. der EU erleben, wie sie zu diesem stehen und welche Faktoren darauf Einfluss nehmen. Jugendliche stehen dabei als jene im Zentrum, die im künftigen Europa leben und es mitgestalten werden. Neben europa- und EU-bezogenen Orientierungen und Verhaltensweisen Jugendlicher gilt ein wesentliches Augenmerk des Projekts populistischen Haltungen bzw. der Empfänglichkeit für solche. Populistische Haltungen werden dabei auf individueller Ebene als bedeutsamer Einflussfaktor von europa- und EU-bezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen betrachtet. Auf der Kontextebene werden sowohl familiale und peer-bezogene als auch mediale Einflüsse berücksichtigt. Das besondere Interesse des Projekts gilt dem Wirken schulischer Faktoren, da die Schule ein einschlägiger Lernort sowie auch eine Vermittlungsinstanz mit großer Reichweite ist. Die Ergebnisse der empirischen Arbeiten sollen nicht nur Informationen für das wissenschaftliche Feld und die breite Öffentlichkeit bereitstellen, sondern auch schon in der Projektlaufzeit in verschiedene Veranstaltungen und die Entwicklung von Vermittlungsformaten münden.

PIs: Philipp Jugert (UDE), Peter Noack und Katharina Eckstein (FSU Jena), Janine Dieckmann (IDZ Jena)

Projektmitarbeiter: Anna-Maria Mayer

 

Universität macht Ferien

Zeitraum: 2020

Förderer: Rektorat (Prorektorat Gesellschaftliche Verantwortung und Diversität)

Beschreibung:

Die Corona-Pandemie führt bereits jetzt dazu, dass bestehende Ungleichheiten noch weiter verschärft werden. Dies ist im Bildungsbereich besonders bei jüngeren Kindern sichtbar, für die der kontaktlose digitale Unterricht wenig geeignet ist. Es ist zu befürchten, dass Schulausfälle, gepaart mit erhöhten Anforderungen an selbständiges Lernen auf Distanz, bestehende herkunftsbedingte Disparitäten weiter verschärfen werden. Das UA-Ruhr-Projekt „Universität macht Ferien“ hat das Ziel, jetzt zu handeln und Pläne für eine anregende Feriengestaltung zu entwickeln. Durch das Projekt werden Kinder in sprachlichen und schulischen Kompetenzen gefördert und gleichzeitig ein anregendes Ferienfreizeitprogramm erhalten. Das Angebot richtet sich primär an Schülerinnen und Schüler aus neu zugewanderten oder sozial benachteiligten Familien, weil diese mutmaßlich besonders stark von Corona-bedingten Schulausfällen betroffen sind. Die pilothafte Durchführung des Freizeitangebots seitens der UDE wird während der Herbstferien 2020 in Essen stattfinden und von Lehramtsstudierenden verschiedener Fakultäten der Universität umgesetzt.

 

Koordination: Francesca Ialuna, Philipp Jugert, Anja Pitton (ZLB)

 

Weitere Beteiligte: Katja Cantone, Ulf Gebken, Inga Gryl, Hendrik Härtig, Gülsah Mavruk, Miriam Morek, Nicolle Pfaff, Heike Roll, Florian Schacht, Petra Scherer

Sozialisation von Intergruppeneinstellungen und Ethnizität in Deutschland. Ziele und Praktiken von Familien mit und ohne Zuwanderungsgeschichte aus der Türkei

Zeitraum: 2020-2024

Förderer: Stiftung Mercator (Gerhard Mercator Graduiertenkolleg Weltoffenheit, Toleranz und Gemeinsinn)Mercator Logo

Kooperationspartner: Leipziger Forschungszentrum für Frühkindliche Entwicklung, Carolin Hagelskamp (Berlin)

Beschreibung:

„Racial-ethnic socialization" wurde bislang vor allem im US-amerikanischen Raum beforscht. Über die Situation in Eurropa und speziell in Deutschland ist wenig bekannt. Das Projekt untersucht exemplarisch die Transmission von Intergruppeneinstellungen und Ethnizität in unterschiedlichen Lebenskontexten in Deutschland.
Der Fokus im ersten Teil liegt auf Eltern als wesentliche Sozialisationsagenten ihrer Kinder. In qualitativen Interviews werden Eltern von Grundschulkindern in Duisburg und Leipzig zu ihren Sozialisationzielen und -praktiken in Bezug auf Zugehörigkeit, Kultur und Umgang mit Gruppen befragt. Es werden Eltern ohne Migrationserfahrung und Eltern mit Zuwanderungsgeschichte aus der Türkei befragt.

Zusätzlich soll der zweite Teil des Projektes Transmissionsprozesse in der Interaktion zwischen Eltern und ihren Kindern situativ untersuchen.

PIs: Marie J. Kaiser, Philipp Jugert

SIGN - Schulische Integration neu zugewanderter Kinder: Eine ökologische Mehrebenen-Analyse

Zeitraum: 2020 - 2022

Förderer: Mercator Research Center Ruhr (MERCUR)

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Beschreibung:

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Ziel des Projekts ist die Identifizierung von Determinanten der schulischen Integration geflüchteter und neu zugewanderter Kinder. Da eine besondere Herausforderung in Regionen wie dem Ruhrgebiet die Eingliederung von Kindern mit Fluchterfahrungen sowie von ethnischen Minoritäten (z. B. Roma) aus (süd)osteuropäischen EU-Ländern darstellt, liegt auf beiden Gruppen ein besonderer Schwerpunkt. Aufgrund der Bedeutung der Grundschulzeit für erfolgreiche Bildungsverläufe konzentriert sich das Vorhaben auf diesen Abschnitt mit der Zielperspektive, resilienzfördernde Aspekte zur Befähigung zu einem erfolgreichen Übergang auf eine weiterführende Schule zu identifizieren. Die Schwerpunkte der geplanten Studie zu Kindern mit Flucht- und Migrationserfahrung und ihren besonderen Herausforderungen liegen A) auf der Untersuchung der Einflüsse familiärer sowie außerschulischer Kontexte der Kinder auf Bildungsteilhabe und
-integration; B) auf der Qualität der sozialen Beziehungen, die diese Kinder zu Lehrkräften und Peers entwickeln und die damit verbundene Unterstützung, die sich positiv auf ihre Lernmotivation und Schulleistungen auswirken sollte; und C) auf multiple Bedingungsfaktoren von Übergängen auf Schulformen mit Abituroption unter Beachtung des Potentials, der Kompetenzen und Bildungsaspirationen. Zur Untersuchung dieser Fragen planen wir Erhebungen jeweils in der vierten Klasse.

PIs: Philipp Jugert, Sauro Civitillo, und Francesca Ialuna (UDE), Birgit Leyendecker und Julian Busch (Bochum), Nele McElvany und Justine Stang (Dortmund)

 

 

 

 

Mikroaggressionen im Schulkontext

Zeitraum: 2019 - 2020

Förderer: UDE interne Fördermittel

Kooperationspartner: PD Dr. S. Glock (Bergische Universität Wuppertal)

Beschreibung:

Ethnische Mikroaggressionen sind subtile Formen der Diskriminierung und zeigen sich im Verhalten und in verbalen Äußerungen, die Unempfindlichkeit vermitteln oder die ethnische Identität einer Person erniedrigen (Sue et al., 2007). Die negativen Konsequenzen ethnischer Mikroaggressionen für das Wohlbefinden von Individuen sind gut dokumentiert. Es gibt Belege, dass ethnische Mikroaggression häufiger im Schulkontext auftauchen und, dass die Täter Lehrer und Schüler sind. Diese Art der ethnischen Mikroaggression im pädagogischen Kontext ist jedoch wenig erforscht. Aus diesem Grund werden wir im Rahmen dieses Projektes untersuchen was die Ursachen für die Fähigkeit von Lehrern sind ethnische Mikroaggressionen im pädagogischen Kontext zu erkennen. Hierzu werden mehrere Studien im experimentellen Design mit Lehramtsstudenten im Referendariat der Universität Duisburg-Essen und der Bergische Universität Wuppertal durchgeführt. Alle Studien werden präregistriert und das Forschungsmaterial wird im Online Archiv des Open Science Framework verfügbar gemacht.

PIs: Sauro Civitillo, Philipp Jugert

 

 

Der Einfluss ethnischer Diskriminierung durch Lehrkräfte auf Wohlbefinden und Schulleistungen von Schülerinnen und Schülern: Eine prä-registrierte Meta-Analyse.

Zeitraum: 2019 - 2020

Förderer: Eigenmittel

Kooperationspartner: Keine.

Beschreibung:

Ethnisch gemischte Schulen können mit interpersonalen Konflikten konfrontiert werden, wie z.B. mit ethnischer Diskriminierung. Opfer von Diskriminierung im Schulkontext zu werden ist negativ assoziiert mit psychischem Wohlbefinden und positiv assoziiert mit geringeren Schulleistungen. In den bereits existierenden Befunden werden die verschiedenen Quellen für Diskriminierung (z.B. peers, Lehrer, Schulpersonal) nicht getrennt voneinander betrachtet, weshalb es schwierig ist, die Auswirkungen der Diskriminierung in Abhängigkeit von dem Täter/Verursacher voneinander zu differenzieren. In dieser Meta-Analyse werden wir die Auswirkungen der Diskriminierung, die von den Lehrern ausgeht, auf das Wohlbefinden und auf die Schulleistungen der Schülerinnen und Schüler und die moderierenden Variablen analysieren.

Wenn Sie unveröffentlichte Berichte zu diesem Thema haben (z.B. Masterarbeiten, Buchkapitel, Präsentationen), kontaktieren Sie bitte den Projektleiter (Dr. Civitillo; sauro.civitillo@uni-due.de).

Die Metaanalyse wurde präregistriert und ist verfügbar auf PROSPERO (ID: 140064) und auf der Open Science Framework Online Repository (https://osf.io/pez76/).

PIs: Sauro Civitillo, Philipp Jugert,

Studentische Hilfskräfte: Mualla Kaya, Aichwarya Vohra.

 

RaMo

Zeitraum: 2020-2021

Förderer: BMFSFJ, DeZIM Institut (Rassismus-Monitor)

Kooperationspartner: Keine.

Beschreibung:

Rom*nja weisen im Vergleich zu anderen ethnischen Minderheiten, in allen europäischen Ländern, schlechtere Integrationsergebnisse in Hinblick auf den Bildungserfolg auf. Da diese ethnische Minderheit in Deutschland rapide wächst und sich vor allem in Städten in NRW und im Ruhrgebiet niederlässt, ist es wichtig die Gründe für ihre bildungsbedingte Marginalisierung besser zu verstehen, damit Roma-Jugendliche ihre Potenziale ausschöpfen können. Zwar gibt es in Deutschland Forschungen über die unterschiedliche Behandlung von Schüler*innen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, doch ist wenig über die zugrunde liegenden psychologischen Prozesse bekannt, die Rassismus und Diskriminierung von Roma-Schüler*innen durch Lehrer*innen erklären könnten. Deshalb untersuchen wir in dieser Studie, inwieweit Lehrer*innen im Vorbereitungsdienst Roma-Schüler*innen diskriminieren und ob Dehumanisierung (d.h. die Bewertung anderer als weniger entwickelt) oder Vorurteile dieses Verhalten antreiben. Dazu sollen ca. 200 in NRW lebende angehende Lehrkräfte an einer Online-Studie teilnehmen.

PIs: Sauro Civitillo, Francesca Ialuna, Philipp Jugert

Studentische Hilfskraft: Dwayne Lieck

 

 

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Professur für Interkulturelle Psychologie - Migration und Integration
Stiftungsprofessur der Evonik-Stiftung

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