Aktuelle Projekte

Aktuelle Forschungsprojekte

Mikroaggressionen im Schulkontext

Zeitraum: 2019 - 2020

Förderer: Science Support Centre Nationale Forschungsförderung

Kooperationspartner: PD Dr. S. Glock (Bergische Universität Wuppertal)

Beschreibung:

Ethnische Mikroaggressionen sind subtile Formen der Diskriminierung und zeigen sich im Verhalten und in verbalen Äußerungen, die Unempfindlichkeit vermitteln oder die ethnische Identität einer Person erniedrigen (Sue et al., 2007). Die negativen Konsequenzen ethnischer Mikroaggressionen für das Wohlbefinden von Individuen sind gut dokumentiert. Es gibt Belege, dass ethnische Mikroaggression häufiger im Schulkontext auftauchen und, dass die Täter Lehrer und Schüler sind. Diese Art der ethnischen Mikroaggression im pädagogischen Kontext ist jedoch wenig erforscht. Aus diesem Grund werden wir im Rahmen dieses Projektes untersuchen was die Ursachen für die Fähigkeit von Lehrern sind ethnische Mikroaggressionen im pädagogischen Kontext zu erkennen. Hierzu werden mehrere Studien im experimentellen Design mit Lehramtsstudenten im Referendariat der Universität Duisburg-Essen und der Bergische Universität Wuppertal durchgeführt. Alle Studien werden präregistriert und das Forschungsmaterial wird im Online Archiv des Open Science Framework verfügbar gemacht.

PIs: Sauro Civitillo, Philipp Jugert

 

 

Der Einfluss ethnischer Diskriminierung durch Lehrkräfte auf Wohlbefinden und Schulleistungen von Schülerinnen und Schülern: Eine prä-registrierte Meta-Analyse.

Zeitraum: 2019 - 2020

Förderer: Eigenmittel

Kooperationspartner: Keine.

Beschreibung:

Ethnisch gemischte Schulen können mit interpersonalen Konflikten konfrontiert werden, wie z.B. mit ethnischer Diskriminierung. Opfer von Diskriminierung im Schulkontext zu werden ist negativ assoziiert mit psychischem Wohlbefinden und positiv assoziiert mit geringeren Schulleistungen. In den bereits existierenden Befunden werden die verschiedenen Quellen für Diskriminierung (z.B. peers, Lehrer, Schulpersonal) nicht getrennt voneinander betrachtet, weshalb es schwierig ist, die Auswirkungen der Diskriminierung in Abhängigkeit von dem Täter/Verursacher voneinander zu differenzieren. In dieser Meta-Analyse werden wir die Auswirkungen der Diskriminierung, die von den Lehrern ausgeht, auf das Wohlbefinden und auf die Schulleistungen der Schülerinnen und Schüler und die moderierenden Variablen analysieren.

Wenn Sie unveröffentlichte Berichte zu diesem Thema haben (z.B. Masterarbeiten, Buchkapitel, Präsentationen), kontaktieren Sie bitte den Projektleiter (Dr. Civitillo; sauro.civitillo@uni-due.de).

Die Metaanalyse wurde präregistriert und ist verfügbar auf PROSPERO (ID: 140064) und auf der Open Science Framework Online Repository (https://osf.io/pez76/).

PIs: Sauro Civitillo, Philipp Jugert,

Studentische Hilfskräfte: Mualla Kaya, Aichwarya Vohra.

Kontollbedrohung und soziale Normen: Konformität, Wandel oder Neubildung

Zeitraum: 2016 - 2020

Förderer: DFG

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Kooperationspartner: Dr. Sole de Lemus (Granada)

Beschreibung:

Bisher ist wenig darüber bekannt, warum und wann Menschen in bedrohlichen Zeiten eher soziale Normen befolgen. Mit diesem Projekt wollen wir die Prozesse untersuchen, die norm-bezogenem Verhalten zugrunde liegen, wenn Menschen unter generalisiertem Kontrollmangel stehen. Wir konzentrieren uns darauf, warum Kontrollbedrohung zu norm-bezogenem Verhalten führt und wann dieses Verhalten zu Normkonformität, Normbildung oder Versuchen, die Norm zu verändern, führt. Wir nehmen an, dass Menschen unter Kontrollbedrohung versuchen, ein Gefühl von Wirksamkeit widerherzustellen, indem sie sich mit sozialen Gruppen identifizieren und als Gruppenmitglieder handeln. Wir schlagen zwei psychologische Prozesse vor, die norm-bezogenem Verhalten zugrunde liegen sollten. Erstens nehmen wir an, dass Kontrollbedrohung bei gleichzeitiger Salienz einer relevanten sozialen Identität, die Aufmerksamkeit auf Reize aus der sozialen Umgebung verschiebt, die Aufschluss darüber geben, was normativ ist. Zweitens nehmen wir an, dass wahrgenommene Normen danach beurteilt werden, ob sie die Wirksamkeit der Gruppe einschränken oder nicht. Wir argumentieren, dass sich durch diese zwei Prozesse zwischen drei verschiedenen Arten von norm-bezogenem Verhalten nach Kontrollbedrohung differenzieren lässt (Konformität, Neubildung, Wandel). Wir planen diese Prozesse mit einer Serie von Labor- und Feldexperimenten zu untersuchen. Diese Forschung wird nicht nur helfen zu verstehen, warum Kontrollmangel zu sozialer Konformität führt, sondern auch wie soziale Innovation und Flexibilität in Zeiten der Bedrohung, erhöht werden können. Außerdem sollen die geplanten Studien ein Licht auf die Bedingungen werfen, unter denen soziale Normen sich ändern und welche Rolle Gruppensolidarität und Re-Kategorisierungsprozesse hierbei spielen.

PIs: Philipp Jugert, Immo Fritsche (Leipzig), Marcin Bukowski und Katarzyna Jasko (Krakau)

Projektmitarbeiter: Felix Czepluch (Leipzig)

 Schulische Integration neu zugewanderter Kinder: Eine ökologische Mehrebenen-Analyse

Zeitraum: 2020 - 2022

Förderer: Mercator Research Center Ruhr (MERCUR)

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Beschreibung:

Ziel des Projekts ist die Identifizierung von Determinanten der schulischen Integration geflüchteter und neu zugewanderter Kinder. Da eine besondere Herausforderung in Regionen wie dem Ruhrgebiet die Eingliederung von Kindern mit Fluchterfahrungen sowie von ethnischen Minoritäten (z. B. Roma) aus (süd)osteuropäischen EU-Ländern darstellt, liegt auf beiden Gruppen ein besonderer Schwerpunkt. Aufgrund der Bedeutung der Grundschulzeit für erfolgreiche Bildungsverläufe konzentriert sich das Vorhaben auf diesen Abschnitt mit der Zielperspektive, resilienzfördernde Aspekte zur Befähigung zu einem erfolgreichen Übergang auf eine weiterführende Schule zu identifizieren. Die Schwerpunkte der geplanten Studie zu Kindern mit Flucht- und Migrationserfahrung und ihren besonderen Herausforderungen liegen A) auf der Untersuchung der Einflüsse familiärer sowie außerschulischer Kontexte der Kinder auf Bildungsteilhabe und
-integration; B) auf der Qualität der sozialen Beziehungen, die diese Kinder zu Lehrkräften und Peers entwickeln und die damit verbundene Unterstützung, die sich positiv auf ihre Lernmotivation und Schulleistungen auswirken sollte; und C) auf multiple Bedingungsfaktoren von Übergängen auf Schulformen mit Abituroption unter Beachtung des Potentials, der Kompetenzen und Bildungsaspirationen. Zur Untersuchung dieser Fragen planen wir Erhebungen jeweils in der vierten Klasse.

PIs: Philipp Jugert und Sauro Civitillo (UDE), Birgit Leyendecker und Julian Busch (Bochum), Nele McElvany (Dortmund)

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Professur für Interkulturelle Psychologie - Migration und Integration
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