Newsletterarchiv: Personalia

Newsletterausgabe 1/2026 Gastdozentin aus Marokko

Vom 27.4.-9.5.2026 wird Sana Benbelli, Professorin an der Aïn Chock - Hassan II University of Casablanca, an unserer Fakultät zu Gast sein.

Sana Benbelli forscht im Feld der Gender-, Disability- und Migration Studies und wird gemeinsam mit Alexandra König und Jessica Schwittek ein Seminar für Studierende der Erziehungswissenschaft geben. Am 30.4.2026 (16-18 Uhr) wird sie außerdem einen Vortrag am IZfB zum Thema „Disability and Education in Morocco - From Structural Inequalities to Inclusive Horizons“ halten – wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Newsletterausgabe 1/2026 Entpflichtung Helmut Bremer

Prof. Dr. Helmut Bremer, Leitung des Fachgebietes Erwachsenenbildung | Politische Bildung, ist im Februar nach 17 Jahren als Professor an der Fakultät für Bildungswissenschaften entpflichtet worden.

In der Erwachsenen-/Weiterbildung sind Forschungen und Diskurse zu sozialen Milieus und Habitus unter Fragen des Verhältnisses von sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Teilhabe mit den grundlegenden Arbeiten von Helmut Bremer seit Ende der 1990er Jahre aufs Engste verwoben. Im Anschluss an die Promotion (2001) an der Universität Hannover zu Theorie und Empirie der Milieu- und Habitusanalyse setzte sich spätestens mit der Habilitation (2005) an der Universität Hamburg zu „Soziale Milieus, Habitus und Lernen“ dieser Forschungs- und Themenschwerpunkt in Praxis wie Wissenschaft der Erwachsenen-/Weiterbildung stetig weiter durch.

Helmut Bremers Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte zeichnen sich aus durch die Verknüpfung zwischen der Metaebene von System und Gesellschaft mit dem lernenden Subjekt und damit der fruchtbaren Wechselbeziehung zwischen dem Ansatz Pierre Bourdieus mit beispielsweise der subjektwissenschaftlichen Lerntheorie Klaus Holzkamps. Damit wird eine Lebens- und Alltagsweltorientierung in der Bildungsforschung und Bildungsarbeit priorisiert. Methodisch-methodologisch ist Helmut Bremer in der Habitus- und Milieuanalyse verortet und hat diese über die Entfaltung der qualitativen Methodologie der „Habitus-Hermeneutik“ nachhaltig geprägt. Die Implementierung von kreativen Techniken wie Collagen in Erhebungsverfahren, etwa im Kontext von Gruppendiskussionen und Gruppenwerkstätten, stehen für diesen Forschungszugang. Erkenntnisse zu Gesellschaftsbildern und Bildungsinteressen, politischer Erwachsenenbildung, zu Grundbildung und Alphabetisierung, zu Studienzweifeln und Studienabbruch sowie zu sozialen Bewegungen und Protestbewegungen, immer bezogen auf Milieu- und Ungleichheitsverhältnisse, sind auf diese Weise in die öffentlichen wie wissenschaftlichen Debatten nachdrücklich eingebracht worden.

In den Überschneidungen der pädagogischen Handlungsfelder von außerschulischer Bildungsarbeit und -forschung sowie den disziplinären Verknüpfungen zwischen Erziehungswissenschaft (insbesondere Erwachsenen-/Weiterbildung und Studierendenforschung), Soziologie und Politikwissenschaft hat sich Helmut Bremer über die Jahrzehnte hinweg außerordentlich interessiert, fachlich ausgewiesen und engagiert bewegt. Zu nennen sind hier etwa Tätigkeiten bzw. Funktionen in Herausgebendengremien, Zeitschriftenredaktionen, als Mitglied bildungspolitischer Gremien, als Projektleitung, in der universitären Lehre und in Gremien der Fakultät für Bildungswissenschaften, so beispielsweise über 15 Jahre im Prüfungsausschuss für den Bachelorstudiengang Erziehungswissenschaft und den Masterstudiengang Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Einen herzlichen Dank für dieses vielfältige Engagement, die gelebte Kollegialität und die wegweisenden Arbeiten in der scientific community – verbunden mit den besten Wünschen für die nun entpflichteten Wege.

https://www.uni-due.de/biwi/politische-bildung/

https://habitus-spuren.de/

Newsletterausgabe 2/2025 Neue Gastprofessorin für 12 Monate: Prof. Dr. Tülin Şener

Prof. Dr. Tülin Şener, Universität Ankara ist seit September Senior Fellow am UA Ruhr College for Social Sciences und Humanities und untersucht zusammen mit Prof. Dr. Philipp Jugert rassismusbezogene Sozialisationspraktiken bei türkeistämmigen Eltern in Deutschland.

Weitere Informationen:

https://www.college-uaruhr.de/fellowship/senior-fellows
 

https://www.college-uaruhr.de/fellowship/tandem-projects/ethnic-racial-socialisation-practices-among-german-and-turkish-origin-parents-in-germany

Newsletterausgabe 2/2025 Promotionspreis für Katja Buntins

Ist E-Learning besser als "traditioneller Unterricht"? Führt KI zu höherem Lernerfolg? Die Mediendidaktik ist regelmäßig mit derartigen Fragen konfrontiert, die sich jedoch wissenschaftlich kaum begründet beantworten lassen: Das Digitale ist kein didaktisches Treatment mit kausaler Wirkung. "Systematic Reviews" verweisen dagegen auf Forschungssynthesen, die versuchen, der Komplexität von Lehr-Lernprozessen, den Kontextfaktoren und Bedingungsgefügen pädagogischer Settings gerecht zu werden, und Fragen des pädagogischen Feldes angemessen zu beantworten. 

Die Dissertation von Katja Buntins über "Detektion und Mapping forschungsmethodischer Qualität in der mediendidaktischen Forschung mittels systematischer Literaturanalysen" beschäftigt sich mit den Qualitätsdimensionen solcher Analysen, die darauf abzielen, das umfangreiche Wissen mediendidaktischer Forschung zusammenzuführen und methodisch begründet - für die Forschung und die Praxis - auszuwerten. Die mit "summa cum laude" bewertete Dissertation wurde am Dies Academicus der Universität, am 30. Oktober 2025, im Audimax mit dem Promotionspreis der Universität ausgezeichnet. Als Betreuer und Gutachter wirkten Prof. Michael Kerres vom Learning Lab der UDE und Prof. Olaf Zawacki-Richter von der U Oldenburg mit.

Katja Buntins hat ihren Master in Psychologie 2013 in Münster abgeschlossen. Danach arbeitete sie an der Universität Bamberg im Bereich Statistik und Forschungsmethoden. Am Learning Lab der UDE betreut sie seit 2016 die Forschungssynthesen, die u.a. im Rahmen der BMBF/BMBFSFJ-Metavorhaben zur Digitalisierung in der Bildung - gemeinsam mit mehreren Leibniz-Instituten - entstehen. In ihrem Habilitationsvorhaben geht sie der Frage nach den Qualitätskriterien von Forschungssynthesen weiter nach. 

Newsletterausgabe 2/2025 Fellowship für Dr. Xiaorong Gu

Senior Fellowship des College for Social Science and Humanities:  Dr. Xiaorong Gu wird mit uns im Tandem ab September 2026 zu jungen Menschen asiatischer Herkunft in Europa forschen.

Dr. Xiaorong Gu von der University of Suffolk (UK) wurde mit einem Senior Fellowship des College for Social Science and Humanities der Universitätsallianz Ruhr ausgezeichnet. Ab September 2026 wird sie für ein halbes Jahr gemeinsam mit Prof. Dr. Alexandra König und Dr. Jessica Schwittek von der AG Sozialisationsforschung arbeiten zum Thema: “Unpacking Asian-European Childhoods: Myths, Multiplicity and Momentum”.

Europa erlebt tiefgreifende (geo)politische Veränderungen, die Migration und Integration stärker in den Fokus rücken. Kinder und Jugendliche aus asiatischen Minderheiten stehen dabei in einem paradoxen Spannungsfeld: Einerseits gelten sie in Deutschland als „Vorzeigemigrant*innen“, andererseits wird Migration politisiert und oft als Quelle sozialer Spannungen dargestellt.
Das Projekt von Dr. Gu setzt hier an und untersucht die gelebten Erfahrungen junger Menschen asiatischer Herkunft in Europa. Unter dem Blickwinkel der Kindheitssoziologie analysiert sie, wie Identität, Zugehörigkeit und Handlungsspielräume innerhalb von Familie, (ethnischer) Community und gesellschaftlichen Strukturen ausgehandelt wird. Dabei werden die spezifischen Lebensbedingungen, kulturellen Hintergründe und sozialen Positionen der jungen Menschen berücksichtigt, um ein differenziertes Bild der Realität asiatischer Minderheiten in Europa zu zeichnen.
Ziel ist es, vereinfachende und verallgemeinernde Narrative zu überwinden und das Verständnis für die Vielfalt der Erfahrungen junger Euro-Asiat*innen zu vertiefen. So leistet das Projekt einen Beitrag zu einem differenzierteren Verständnis der Lebenswirklichkeiten junger Menschen in einem zunehmend vielfältigen Europa.

Newsletterausgabe 1/2025 Dr. Johanna Ziemes gewinnt PostDoc Preis

Im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für empirische Bildungsforschung wurde Dr. Johanna Ziemes der PostDoc Preis für ihren Artikel zum Thema politische Toleranz verliehen.

Während der Mitgliederversammlung der GEBF-Jahrestagung wurde Dr. Johanna Ziemes aus dem Institut für Erziehungswissenschaft der Nachwuchspreis aus der Kategorie „PostDoc“ verliehen. Ausgezeichnet wurde ihr Artikel aus dem Jahr 2024, in dem sie sich mit der Messbarkeit von Toleranz im Jugendalter beschäftigt. Das Auswahlkomitee würdigte den Artikel aufgrund seiner hohen aktuellen gesellschaftlichen und praktischen Relevanz, wegen seiner theoretischen und methodischen Klarheit und der innovativen Art des Umganges mit Daten aus international vergleichenden Schulleistungsstudien.

In dem Artikel beschäftigt sich Johanna Ziemes mit der konzeptuellen Unterscheidung von sozialer und politischer Toleranz und bezieht diese auf Skalen der International Civic and Citizenship Education Study (ICCS). Mit dem Alignment-Verfahren bildet sie eine Skala, die in den europäischen Teilnahmeländern zur Messung politischer Toleranz genutzt werden kann. Schließlich identifiziert sie anhand von Mehrebenenanalysen Aspekte der Beschulung, die in verschiedenen europäischen Ländern mit politischer Toleranz zusammenhängen. Die Analysen zeigen, dass auf Individualebene die erlebte Lehrkraftfairness von besonderer Bedeutung ist, währen die diskursive Gestaltung des Unterrichts auf Klassenebene ihre Bedeutung entfaltet.

Ziemes, J. F. (2024). Measuring and explaining political tolerance among adolescents: Insights from the International Civic and Citizenship Education Study 2016. Large-scale Assessments in Education, 12(1). https://doi.org/10.1186/s40536-024-00206-x

Newsletterausgabe 1/2025 Jana Serebriakova erhält Freien-Vortrag-Abstract-Preis

Jana Serebriakova (AG Klinische Psychologie und Psychotherapie) erhielt auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) den Freien-Vortrag-Abstract-Preis für ihren Beitrag „Einfluss von erlebtem Kindesmissbrauch auf chronische Suizidalität: Erste Ergebnisse einer EMA-Studie“.

Frau Serebriakovas Vortrag wurde als einer von sieben Beiträgen unter den 267 eingereichten freien Vorträgen prämiert. Die von Frau Serebriakova vorgestellten Analysen beziehen sich auf vorläufige Daten aus dem bizentrischen prospektiven Längsschnittprojekt „APOS – akute Risikofaktoren für poststationäre suizidale Gedanken und Suizidales Verhalten“, das in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Forkmann gemeinsam mit Kooperationsparter:innen an der Universität Leipzig derzeit durchgeführt wird.