Forschung an der Fakultät für Bildungswissenschaften

Forschung

Forschung an der Fakultät

Die Forschung der Faklutät für Bildungswissenschaften findet an insgesamt fünf Instituten statt und ist daher inhaltlich und methodisch breit angelegt. Die Wissenschaftler/-innen der Fakultät haben unterschiedliche fachliche Hintergründe und Herkünfte. Sie sind eingebunden in die verschiedenen disziplinären und interdisziplinären, nationalen und internationalen Diskurse. Dabei arbeiten sie in einer ganzen Reihe von Forschungsprojekten, die großenteils aus Drittmitteln finanziert werden. Im nationalen Vergleich der Bildungswissenschaften gilt die Fakultät als besonders "forschungsstark", was etwa an der Höhe der Einwerbung von Mitteln für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und auch an der Zitierung von Publikationen von Mitgliedern der Fakultät sichtbar wird. Diese Forschungsstärke schlägt sich auch in hohen Platzierungen entsprechender Rankings nieder. Eine Übersicht zur Forschungsleistung der Fakultät bietet der Forschungsbericht online der UDE. In Ergänzung zum Forschungsbericht präsentiert eine Übersicht zu einzelnen Projekten an der Fakultät die reale Vielfalt der bildungswissenschaftlichen Forschung.

Forschung in den Instituten

Einen detaillierteren Einblick in die Forschungsprofile der Institute erhalten Sie durch Anklicken des jeweiligen Institutes oder als pdf-Dokument zum Forschungsbericht 2016 in der Gesamtschau.

Institut für Berufs- und Weiterbildung

Das IBW beschäftigt sich mit dem lebenslangen Lernen, der Bildung von Erwachsenen im Kontext von Arbeit und Beruf und im Kontext der digitalen Medien und des informellen Lernens. Das IBW zeichnet sich durch eine in Deutschland einzigartige Breite aus, mit der es die Bildung Erwachsener und das lebenslange Lernen thematisiert. An den Lehrstühlen des IBW werden aktuelle Fragen der allgemeinen, beruflichen, betrieblichen, politischen und Medienbildung aufgegriffen und in enger Kooperation mit zentralen Akteuren des Feldes bearbeitet, wie dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE), dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), dem Deutschen Volkshochschulverband (DVV) oder dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF). Aktuell und zukünftig relevante Themenfelder des IBW sind (Weiter-)Bildungsforschung im Kontext der Digitalisierung der Lebens-, Lern- und Arbeitswelt („Industrie 4.0“), Teilhabegerechtigkeit als bildungspolitisches Primat für die Entwicklung des Bildungssystems und die Gestaltung von Bildungsprozessen, strukturelle, methodische und didaktische Herausforderungen für das Lernen im Lebensverlauf sowie Integration und Internationalisierung im Kontext der Modernisierung von Sozialisations-, Bildungsund Qualifizierungsprozessen. Das IBW hat 2015 eine nationale Tagung zur beruflichen Bildung organisiert. Aus diesem Zusammenhang heraus ist der Sammelband „Lebenslanges Lernen im sozialstrukturellen Wandel“ entstanden, der 2016 bei Springer VS (Hrsg.: Münk & Walter) in Druck gegangen ist. Der Band gibt einen Eindruck über die Bandbreite der am IBW und mit Kooperationspartnern bearbeiteten Themenstellungen.

Institut für Erziehungswissenschaft

Als größtes Institut der Fakultät bietet das Institut für Erziehungswissenschaft Raum für ein breites Spektrum von differenten Forschungsprofilen und methodischen Zugängen der Erziehungs- und Bildungsforschung. Es umfasst historische, systematische, theoretische und empirische Zugänge zu den Problemen von Erziehung und Bildung. Quantitative und qualitative Forschungsmethoden werden ebenso zur Anwendung gebracht wie ideologiekritische und geisteswissenschaftlich-hermeneutische Forschungsmethoden im Kontext einer kritischen Sozialwissenschaft. Diese verschiedenen methodologischen Zugänge bilden auch und gerade in ihrer Wechselwirkung den disziplinären Kern der modernen Erziehungswissenschaft. In den Jahren 2015 und 2016 wurden drei DFG-Projekte zur Schul- und Unterrichtsentwicklung eingeworben: „Mehrsprachigkeitsorientierung im Französischunterricht“ (Prof. Kerstin Göbel, in Kooperation mit der Bergischen Universität), „Leadership und Schulentwicklung im Kontext“ (Klein) und „Konfiguration und professionelle Nutzung kriterialer Bewertungsvorgaben in zentralen Abschlussprüfungen“ (Kühn). Für die gesamte Universität, aber auch für das Institut für Erziehungswissenschaft war der Erfolg des BMBF-Antrags „ProViel. Professionalisierung für Vielfalt. Dynamisch. Flexibel. Evidenzbasiert“ (Leitung: Prof. Isabell van Ackeren) im Bund-Länder-Projekt „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ein besonderes Highlight. Im Projekt sind Mitglieder des Instituts auch als Teilprojektleitung (Prof. Clausen, Göbel, Pfaff, Tervooren) und Handlungsfeldkoordinierung (Pfaff) aktiv. Darüber hinaus sind Mitglieder des Instituts mit vier Projekten zur Professionalisierung von (angehenden) Lehrkräften am Programm „Heute forschen – morgen lehren“ (gefördert vom MIWF-NRW) beteiligt und leiten zwei Projekte zu schulischen Bildungsprozessen in sozial deprivierten Kontexten sowie darauf bezogene Professionalisierungs- und Schulentwicklungsansätze zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit (gefördert von der Stiftung Mercator). Ende 2016 wurde vom BMBF eine „Winter School – Interdisziplinarität in der Qualitativen Bildungsforschung“ gefördert (Prof. Tervooren, Bremer, Kessl, Richter, Rotter). International besonders sichtbar wird das Institut mit der nationalen Projektleitung der EU-geförderten „International Civic and Citizenship Education Study ICCS 2016“ (Prof. Abs) und, in Kooperation mit der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, mit dem internationalen Netzwerk „Center of Excellence for Technology Education“ (CETE, mit Netzwerkpartnern an den Universitäten in Delft, Missouri, Luxembourg, Cambridge und der FH Nordschweiz; Leitung: Prof. Ingelore Mammes). Schließlich stand die längerfristige Entwicklung von Forschungsstrukturen an der Universität Duisburg-Essen im Fokus von Mitgliedern des Instituts. So wurden der universitäre Schwerpunkt „Empirische Bildungsforschung“ mit dem ZeB und dem MzQB in das neue „Interdisziplinäre Zentrum für Bildungsforschung“ (IZfB) überführt, in dessen Gründungsvorstand Jeannette Böhme, Hermann Josef Abs und Ingelore Mammes berufen wurden. Hermann Josef Abs wurde zudem als Gründungsvorsitzender des „Interdisziplinären Zentrums für Integrationsund Migrationsforschung“ (InZentIM) gewählt.

Institut für Psychologie

Wichtigstes Highlight des Instituts für Psychologie ist die Akkreditierung eines neuen BSc-/ MSc-Studiengangs „Psychologie“ und die Einschreibung von 39 Studierenden im WS 2016/2017, was u.a. auch das Forschungsprofil der Arbeitsgruppen zukünftig weiter ausdifferenzieren wird. Lehr-lernpsychologische Bildungsforschung steht im Zentrum der Arbeitsgruppe von Prof. Leutner, mit Schwerpunkten in den Bereichen Lernen mit Multimedia, Selbstreguliertes Lernen in Schule und Hochschule, Problemlösen und Lehrerkompetenzen. Die AG ist mit Teilprojekten an der Qualitätsoffensive Lehrerbildung und an den NRW-Talent-Aktivitäten beteiligt. Highlight war der Beginn der Arbeiten in der DFG-Forschergruppe zum MINT-Studienerfolg (FOR 2242) und der Abschluss der Arbeiten im DFG-Schwerpunktprogramm zu Kompetenzmodellen (SPP 1293), die von Detlev Leutner beide mit geleitet werden. In der Arbeitsgruppe von Prof. Marcus Roth bilden persönlichkeitspsychologische und diagnostische Forschungsarbeiten (u.a. zu „Selbstwertgefühl“, „Empathie“ und „emotionale Intelligenz“) den Schwerpunkt. Highlight war der Start des von Marcus Roth gemeinsam mit Dr. Tobias Altmann geleiteten BMBF-Verbundprojektes „Entwicklung und Verankerung eines empathiebasierten Entlastungskonzepts in der Care-Arbeit“ (empCare) mit Kooperationspartner*innen an den Universitätskliniken Bonn und Köln. Im Teilprojekt der UDE steht die empirische Evaluation des Entlastungskonzepts im Vordergrund. In der Arbeitsgruppe von Prof. Gisela Steins wurden zwei Forschungsprojekte erfolgreich zu Ende geführt, nämlich Forschung zu Methoden der Vermittlung von Kompetenzen im Classroom-Management und die Erforschung hinderlicher und unterstützender Faktoren der Akzeptanz der Qualitätsagentur NRW als Schulentwicklungsinstrument. Das schon länger laufende Schülerhilfeprogramm wurde mit zusätzlichen Kooperationspartner*innen und einem erweiterten Adressat*innenkreis weiterentwickelt. Schwerpunkt der Arbeitsgruppe von Prof. von Stockhausen waren Untersuchungen zu kognitiven Auswirkungen von Achtsamkeitstrainings in den Bildungskontexten „Schule“ und „Universität“. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Jun.-Prof. Silja Bellingrath, deren Schwerpunkt die Auswirkungen von Achtsamkeitstrainings auf die Stressregulation bilden, bestehen Kooperationen mit der Arbeitsgruppe „Achtsamkeit“ am Lehrstuhl für Naturheilkunde und integrative Medizin des UKE. Dr. Lena Wimmer hat ein Forschungsstipendium bei der DFG eingeworben und befindet sich seit Oktober 2016 für 15 Monate zu einem Forschungsaufenthalt an der University of Wales in Bangor. Im Zentrum der Arbeitsgruppe von Prof. Fritz-Stratmann stehen die Entwicklung von Testverfahren zur Erfassung mathematischer Kompetenzen sowie die Implementation von Fördermaßnahmen in den schulischen Unterricht. Im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung wurde ein Teilprojekt zum Aufbau einer Pädagogisch-Psychologischen Forschungsambulanz gestartet. Annemarie-Fritz Stratmann wurde eine Distinguished Visiting Professorship im Rahmen des „Childhood Education Flagship“ der Universität Johannesburg, Südafrika, für fünf Jahre verliehen.

Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik

Das Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik (ISP) zeichnet sich durch ein breites Forschungsportfolio aus. Einen Schwerpunkt bilden sozialarbeiterische bzw. sozialpädagogische Interventionen sowie soziale Dienste und Dienstleistungen. So befasst sich etwa das Projekt „Provider MHL“ (BMBF, 2015–2018; Leitung: Prof. Fabian Kessl) mit Fragen der Ausgestaltung inter-institutioneller Relationen in der Arbeit mit Kindern psychisch erkrankter Eltern. Das vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW geförderte Projekt „Innovation durch Kleinräumigkeit“ (Leitung: Prof. Fabian Kessl, 2016–2018) setzt sich mit der Implementation des Programms Sozialraumorientierung in der nordrhein-westfälischen Kinder- und Jugendhilfe auseinander. Die von der DFG geförderte vergleichende Replikationsstudie „Die sanften Kontrolleure“ (2016–2019, Leitung. Prof. Jan Wehrheim) untersucht anhand qualitativer Methoden die Kontakte zwischen Fachkräften Sozialer Arbeit und ihren Adressat*innen in den Feldern der Jugendgerichts- und der Erziehungshilfe. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt des ISP liegt im Bereich der Sozialpolitik bzw. sozialen Sicherung, wobei verschiedene Zielgruppen in den Blick genommen werden. Ein abgeschlossenes DFG-Forschungsprojekt (2012–2016; Leitung: Prof. Dirk Hofäcker) untersuchte international den Wandel von Ruhestandsübergängen unter gewandelten renten- und arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen. Im durch das EU-Horizon-2020-Programm geförderten Projekt „Except“ (2015–2018) fokussiert die von Prof. Hofäcker geleitete UDE-Teilstudie auf die sozioökonomischen Konsequenzen von Arbeitsmarktunsicherheiten für junge Erwachsene in Europa. Das DFG-Forschungsprojekt. „Von Generation zu Generation“ (2016–2018, Leitung: Prof. Ullrich, Dr. Schiek) rekonstruiert mittels qualitativer Methoden Armutserfahrungen aus einer familiengeschichtlichen Perspektive. Im Promotionskolleg „Leben im transformierten Sozialstaat“ (MIWF-NRW, 2013– 2016; Prof. Kessl, Klammer, Ullrich) untersuchten schließlich NachwuchswissenschaftlerInnen die Folgen sozialstaatlicher Transformationen aus den Perspektiven einer sozialpädagogischen Nutzersowie einer sozialpolitischen Wirkungsforschung. Ergänzt wird diese Forschungsausrichtung durch methodische Grundlagen- und Anwendungsstudien. So befasst sich etwa das DFGgeförderte Projekt „Leistung und Erfolg bei Studierenden“ (2015–2017, Leitung: Prof. Ullrich, Dr. Schiek) mit der Frage, welche methodischen Möglichkeiten Gruppendiskussionen in Webforen der qualitativen Sozialforschung eröffnen. Im Rahmen von nationalen (Hochschule Düsseldorf) und internationalen (Universität Turin) Kooperationen in Lehrforschungsprojekten werden zudem Forschungsanwendungen praxisnah mit der akademischen Ausbildung verknüpft. Internationale Vernetzungen des Institutes spiegeln sich auch in der Durchführung verschiedener internationaler Fachtagungen und Summer Schools durch ISPWissenschaftler* innen wider.

Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften

Entwicklungsforschung sowie empirische Evaluations- und Interventionsstudien in schulischen und außerschulischen Feldern zur Stärkung motorischer und sozialer Ressourcen bilden die Schwerpunkte des Instituts für Sportund Bewegungswissenschaften. Im Mittelpunkt des Forschungsjahres 2015 stand am 14.08.2015 in der Villa Hügel die Übergabe des Dritten Deutschen Kinder- und Jugendsportberichtes (gefördert durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung) an den Bundesinnenminister Thomas de Maiziere. Zum dritten Male konnte Prof. Werner Schmidt als federführender Herausgeber der (Fach-) Öffentlichkeit auf 640 Seiten die zentralen Erkenntnisse der kinderund jugendbezogenen sportwissenschaftlichen Forschung präsentieren. Drittmittelprojekte wie „Kicking Girls – soziale Integration für Mädchen durch Fußball“, „Coach werden“, „SPUR (Sprachförderung durch Bewegung sowie Sprachsensibler Schulsport), „Open Sunday (Offene Sportangebote für Kinder und Jugendliche an Wochenenden), Teilnahme an ProViel (das Programm der UDE im Rahmen der Qualitätsoffensive-Lehrerbildung) sowie Spiel-, Sport- und Bewegungsangebote für Geflüchtete haben das Ziel, neue Wege zur Integration benachteiligter Kinder und Jugendlicher durch den Sport zu stärken und auch soziale und interkulturelle Lernprozesse zu evaluieren. „KommSport“ (ein Projekt des MFKJKS NRW) hat das Ziel, über die individuelle motorische Diagnostik hinaus, allen Kindern ein individuelles, passgenaues Sportangebot zu unterbreiten. Die „Evaluation der BESSAngebote von Ganztagsschulen in NRW“ dient der Überprüfung motorischer und sozialer Lernprozesse. Über den 1. Essener Kinder- und Jugendsportkongress im Februar 2016 konnten diese Erkenntnisse der fachwissenschaftlichen Öffentlichkeit vorgestellt werden. In den vergangenen zwei Jahren konnten die Kooperationen mit dem Deutschen Fußball- Bund, dem Bundeskanzleramt (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration), der Laureus Stiftung und der Krupp-Stiftung weiter verstetigt und ausgebaut werden. Das Institut hat sich bundesweit, aber auch international zu einer Forschungseinrichtung entwickelt, der es gelingt, soziale Ungleichheit im Kinder- und Jugendsport zu erforschen sowie innovative Projekte für diese Zielgruppe zu entwickeln und umzusetzen.

DFG-Projekte

Im Bereich der DFG-geförderten Projekte ist die Fakultät aktuell an der DFG Forschergruppe ALSTER beteiligt, die im Feld des akademischen Lernens in naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen forscht.

Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs

Schon heute integriert die Unterstützungsstruktur für den wissenschaftlichen Nachwuchs, das dokFORUM, eine breite Vielfalt wissenschaftlicher Ansätze an der Fakultät.