Personen im Historischen Institut: Dr. Antonia Gießmann-Konrads

Geisteswissenschaften/Historisches Institut
Raum
R12 V05 D14
Sprechzeiten
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Funktionen

  • Wiss. Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, Geschichte

Die folgenden Publikationen sind in der Online-Universitätsbibliographie der Universität Duisburg-Essen verzeichnet. Weitere Informationen finden Sie gegebenenfalls auch auf den persönlichen Webseiten der Person.

    Dissertation

  • Gießmann-Konrads, Antonia;
    John Bull through foreign Spectacles : England im politischen Humor deutscher Witzblätter und ihrer Karikaturen (1853-1902)
    Darmstadt (2019) 352 Seiten
    ISBN: 978-3-534-40213-7

Forschungsinteressen

Visual History, Mentalitäts- und Mediengeschichte
Humortheorie/Geschichte des Humors
Nationalismus im 19. Jahrhundert
Geschichte der deutsch-britischen Beziehungen

Wissenschaftlicher Werdegang

Seit 05/2015:
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Universität Duisburg-Essen

09/2013-12/2015:
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Hausarchiv Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA, Köln

08/2012 - 04/2013:
Wissenschaftliche Hilfskraft, Prof. Dr. Frank Becker, Historisches Institut, Universität Duisburg-Essen

11/2008 - 12/2010:
Freie Mitarbeit, Geschichtsort Villa ten Hompel, Münster

07/2007 - 08/2008:
Studentische Hilfskraft, Prof. Dr. Frank Becker, Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

WS 2005/06 - WS 2010/11:
Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Deutschen Philologie und Politikwissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Magisterarbeit: Patriotismus und Nationalismus in der frühen DDR im Spiegel der DDR-Wochenschau "Der Augenzeuge" 1951-1952)

Dissertationsprojekt

England im politischen Humor deutscher Karikaturen (1853-1902)

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt sich Humor in Deutschland in ein kommerzielles Produkt des Massenmarktes. Einen nicht unerheblichen Anteil an dieser Entwicklung haben die wöchentlich erscheinenden politischen Witzblätter, die sich in vielerlei Hinsicht als historische „Vorfahren“ heutiger Satire- oder Comedy Formate bezeichnen lassen. Humor bedient eine Reihe verschiedener sozialer Funktionen mit jeweils unterschiedlicher Ausrichtung. Eine wesentliche Funktion, die ihm in der Forschung zugeschrieben wird, ist die der Exklusion und Inklusion. Es liegt deshalb nahe, Humor auch im Rahmen nationaler Identitäts- und Gemeinschaftsbildungsprozesse zu betrachten und zu analysieren.
Neben innenpolitischen Themen nehmen die im 19. Jahrhundert erscheinenden Witzblätter auch die Außenpolitik ihrer Zeit in den Blick und stellen eine besonders plastische Quelle dar, um die Konstruktion von Fremd- bzw. Nationenbildern in den hier publizierten Karikaturen und Texten zu untersuchen.
Zentrale Fragestellungen des Projektes lauten demnach: Wie funktioniert die Konstruktion von Fremd- bzw. Nationenbildern im Medium Humor? Verändert sich dieser, wenn man ihn über einen größeren Zeitraum hinweg betrachtet? (Wenn ja, inwiefern?) Welche soziale Funktion kommt Humor dabei in den verschiedenen Kontexten zu?
Diese Forschungsfragen werden am Beispiel der humoristischen Wahrnehmung Englands behandelt, das zu einem zentralen Gegenstand der deutschen Humorproduktion im 19. Jahrhundert wird. Das britische Weltreich wird vor allem dann thematisiert, wenn es als Global Player an der Peripherie in Erscheinung tritt. Die Analyse, die sich insbesondere auf Karikaturen konzentriert, orientiert sich folglich an Schlüsselereignissen wie dem Zerfall des Osmanischen Reiches sowie der britischen Herrschaft in Ägypten und Südafrika.
Methodisch baut die Arbeit auf Erkenntnisse der aktuellen Humorforschung und ihren drei dominanten Theoriezweigen der Inkongruenz-, Superioritäts- und Abfuhrtheorien auf.