Personen im Historischen Institut: Eva Marie Lehner


Adresse
Anschrift
 
Universitätsstr. 12
45141 Essen
Raum
R12 R05 B08
Sprechzeit
nach vorheriger Vereinbarung per E-Mail
Telefon
0201 - 183-3550 (D: 0203/379-*, E: 0201/183-*)
Fax
0201 - 183-2658
  • Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in Geschichte - (Mitarb. von Prof. Brakensiek)

Forschungsschwerpunkte

Geschichte der Frühen Neuzeit
Historische Anthropologie
Geschlechter- und Körpergeschichte
Historische Identitätsforschung
Geschichte der Sexualität(en)
Historische Kriminalitätsforschung

Wissenschaftlicher Werdegang

seit 2016
Redaktionsmitglied der Zeitschrift WerkstattGeschichte

seit 2014
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen, Abteilung Geschichte der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Stefan Brakensiek)

2014
Master in Geschichte der Frühen Neuzeit (Freie Universität Berlin); Abschlussarbeit: »kein rechte nasen und mund gehabt«. Identitätskonstruktionen in den Tauf- und Sterberegistern der Pfarrei Sulzbach, 1543-1627 (ausgezeichnet mit dem Preis des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften der FU Berlin für Geschlechterforschung)

2013 – 2014
Tutorin an der Humboldt Universität zu Berlin (bologna.lab: innovatives und forschungsorientiertes Lehren und Lernen)

2012
Studienaufenthalte an der Universität Wien und der Central European University Budapest; DAAD Stipendiatin für ein Praktikum am Deutschen Historischen Institut London

2011 – 2014
Hilfskraft am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin (Prof. Dr. Claudia Jarzebowski)

2010
Bachelor in Geschichte und Theaterwissenschaft (Freie Universität Berlin); Abschlussarbeit: Sexualität und Geschlecht. Zur Bedeutung von Körper und Kleidung bei Catharina Margaretha Linck alias Anastasius Lagrantinus Rosenstengel (hingerichtet 1721)

Forschungsprojekt

Eva Lehner, M.A.

Kirchliche Amtshandlungen und bürokratisches Ordnen. Verzeichnungspraktiken in Kirchenbüchern aus süddeutschen Gemeinden im 16. und frühen 17. Jahrhundert

Leiter: Prof. Dr. Stefan Brakensiek (Lehrstuhlprojekt)
Laufzeit: seit 2015 (laufend)

In meinem Dissertationsprojekt beschäftige ich mich mit der Einführung von Kirchenbüchern zu Beginn der Frühen Neuzeit. Seit dem 16. Jahrhundert führten Pfarrer und andere kirchliche Vertreter Buch über die von ihnen vollzogenen Taufen, Eheschließungen und Bestattungen. Damit verzeichneten sie auf dauerhafte Weise die fundamentalen Lebensdaten von ihren Gemeindemitgliedern. Obwohl Kirchenbücher in erster Linie kirchliche Amtshandlungen verzeichnen sollten, bildeten sie zugleich über fast drei Jahrhunderte hinweg die einzigen rechtlich anerkannten und – zumindest dem Anspruch nach – vollständigen Verzeichnisse von den Personen einer Kirchengemeinde.

Im Rahmen meines Dissertationsprojektes untersuche ich die frühen Formen des Erfassens und Verzeichnens von kirchlichen Amtshandlungen als administrative Praxis im 16. und frühen 17. Jahrhundert anhand unterschiedlich konfessioneller Kirchenbücher aus süddeutschen Gemeinden. Dabei soll im Detail eruiert werden, welche kategorialen Zuordnungen in den Büchern vorgenommen und welche Differenzierungen dabei entwickelt wurden. Im Zuge der Verschriftlichung wurden die kirchlichen Amtshandlungen inklusive der dazu gehörigen Personendaten nämlich nicht nur erhoben, sondern auch systematisiert und geordnet.

Dem Projekt liegen zwei Fragestellungen zugrunde: Zum einen zielt es auf die Praxis des Verzeichnens von kirchlichen Handlungen, wodurch personenbezogene Daten schriftlich erfasst wurden. Zum anderen fragt es nach den Zuordnungen, Kategorien und Differenzierungen, die als relevant erachtet wurden, um diese Daten zu organisieren. Damit soll herausarbeiten werden, wie zu Beginn der Neuzeit elementares Wissen über die erfassten Personen und die Gemeinden durch schriftliches Verzeichnen hergestellt, dauerhaft fixiert und wiederabrufbar gemacht wurde.

Aktivitäten und Vorträge

»Verzeichnen von (konfessionellen) Gemeinschaften. Die Anfänge der Kirchenbuchführung in Franken und der Oberpfalz im 16. Jahrhundert«, Kolloquium des Institutes für historische Landesgeschichte, Prof. Dr. Arnd Reitemeier, Göttingen, 5. Juli 2017.

»Between Visibility and Invisibility. Constructing Childhood in Early Modern Church Records«, Ninth Biennial Conference, Society for the History of Children and Youth (Panel: Transitions and Cultural Conflicts. Children in Early Modern Global History, Prof. Dr. Claudia Jarzebowski), Rutgers University (Camden, New Jersey), 21.-23. Juni 2017. http://shcyhome.org/

»Multifunktionale Register. Schreib- und Verzeichnungspraktiken in Kirchenbüchern aus dem 16. Jahrhundert«, Workshop »Praktiken«, Prof. Dr. Simon Teuscher, Zürich, 4. November 2016.

»Geschlecht – Sexualität – Diversität. Verhandlungen über ›weibliche Sodomie‹ (15.-18. Jh.)«, interdisziplinären Arbeitstagung »Konstellationen historischer Diversität. Europa, Russisches Reich und islamische Welt«, Erlangen, 4.-5. Oktober 2016.

»Verwaltete Seelen? Verzeichnispraktiken in Kirchenbüchern des 16. und frühen 17. Jahrhunderts«, Frühneuzeit-Kolloquium, Prof. Dr. Rebekka von Mallinckrodt, Bremen, 6. Juli 2016.

»Parish Registers and Religious Communities in South Germany«, Parish Symposium 2016 – Reflecting the Parish, Warwick (Coventry, UK), 7. Mai 2016. Siehe weitere Informationen: http://my-parish.org/events/parish-symposium-2016-reflecting-the-parish

»Den Tod verzeichnen: Trauer und Hoffnung in frühneuzeitlichen Kirchenbüchern«, Konferenz »Transmortale VII – neue Forschungen zu Sterben, Tod und Trauer«, Kassel, 27. Februar 2016.

»Narrating Death: Shaping Emotion in Early Modern Religious Communities«, Symposium »RELIGIOUS MATERIALITY AND EMOTION«, ARC Centre of Excellence for the History of Emotions, Europe 1100-1800 (CHE Research Cluster on Religion and Emotion), Adelaide (Australien), 17./18. Februar 2016.

»Verzeichnispraktiken und Identitätskonstruktionen in Kirchenbüchern des 16. und 17. Jh.«, Doktorand/innen-Workshop »Herrschaft und Identität«, Prof. Dr. Claudia Jarzebowski und Prof. Dr. Stefan Brakensiek, Berlin, 6./7. November 2016.

»Geschlechtlich und sexuell uneindeutige Körper in Gerichtsakten zu weiblicher Sodomie (15.-18. Jahrhundert)«, Tagung »Männlich-weiblich-zwischen: Auf dem Weg zu einer langen Geschichte uneindeutiger Körper«, Hannover, 16.-19. September 2015. Siehe: https://intersex.hypotheses.org/

»Reformationsgeschichte anhand von Kirchenbüchern«, Summer School »Deutungen der Reformation. Theologische, kulturelle und gesellschaftliche Implikationen aus 500 Jahren«, Guardini Stiftung, Rom, 15.-30. August 2015.

»Leben schreiben in Eckdaten: Schreibverfahren des Dokumentierens und Ordnens in Kirchenbüchern des 16. Jahrhunderts«, 5. Erlanger Sommerkurs zur Reformationsgeschichte, Prof. Dr. Birgit Emich, Erlangen, 27.-30. Juli 2015.