Personen im Historischen Institut: Eva Marie Lehner

Anschrift
Universitätsstr. 12
45141 Essen
Raum
R12 R05 B08
Telefon
Telefax
Sprechzeiten
https://www.uni-due.de/geschichte/sprechstunden.php

Funktionen

  • Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in, Geschichte

Forschungsschwerpunkte

Geschichte der Frühen Neuzeit
Historische Anthropologie
Historische Identitätsforschung
Praktiken des Verzeichnens und Einschreibens
Geschlechter- und Körpergeschichte
Geschichte der Sexualität(en)

Wissenschaftlicher Werdegang

seit 2017
Wissenschaftliche Mitarbeiterin des DFG-Projektes »Verzeichnungspraktiken in Kirchenbüchern« am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Brakensiek

2016 – 2019
Junior Researcher der transnationalen Arbeitsgruppe »German Identity« des Projektes German History Intersections (Deutsches Historisches Institut in Washington) zur Erstellung einer online Quellenedition zur deutschen Geschichte, https://www.ghi-dc.org/research/collaborative-research-projects/german-history-intersections.html?L=0

seit 2016
Redakteurin und Mitherausgeberin der Zeitschrift WerkstattGeschichte, https://werkstattgeschichte.de

2014 – 2017
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen, Abteilung Geschichte der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Stefan Brakensiek), Aufgabenbereich: Hochschullehre

2014
Master in Geschichte der Frühen Neuzeit (Freie Universität Berlin); Abschlussarbeit: »kein rechte nasen und mund gehabt«. Identitätskonstruktionen in den Tauf- und Sterberegistern der Pfarrei Sulzbach, 1543-1627 (ausgezeichnet mit dem Preis des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften der FU Berlin für Geschlechterforschung)

2013 – 2014
Tutorin an der Humboldt Universität zu Berlin (bologna.lab: innovatives und forschungsorientiertes Lehren und Lernen), https://bolognalab.hu-berlin.de/de

2012
Studienaufenthalt an der Universität Wien

DAAD Stipendiatin für ein Praktikum am Deutschen Historischen Institut in London

2011 – 2014
Hilfskraft am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin (Prof. Dr. Claudia Jarzebowski)

2010
Bachelor in Geschichte und Theaterwissenschaft (Freie Universität Berlin); Abschlussarbeit: Sexualität und Geschlecht. Zur Bedeutung von Körper und Kleidung bei Catharina Margaretha Linck alias Anastasius Lagrantinus Rosenstengel (hingerichtet 1721)

Forschungsprojekt

Eva Lehner, M.A.

Kirchliche Amtshandlungen und bürokratisches Ordnen. Verzeichnungspraktiken in Kirchenbüchern aus süddeutschen Gemeinden im 16. und frühen 17. Jahrhundert

Leiter: Prof. Dr. Stefan Brakensiek
Drittmittelgeber: DFG
Laufzeit: seit 2017 (laufend)

In meinem Dissertationsprojekt beschäftige ich mich mit der Einführung von Kirchenbüchern zu Beginn der Frühen Neuzeit. Seit dem 16. Jahrhundert führten Pfarrer und andere kirchliche Vertreter Buch über die von ihnen vollzogenen Taufen, Eheschließungen und Bestattungen. Damit verzeichneten sie auf dauerhafte Weise die fundamentalen Lebensdaten von ihren Gemeindemitgliedern. Obwohl Kirchenbücher in erster Linie kirchliche Amtshandlungen verzeichnen sollten, bildeten sie zugleich über fast drei Jahrhunderte hinweg die einzigen rechtlich anerkannten und – zumindest dem Anspruch nach – vollständigen Verzeichnisse von den Personen einer Kirchengemeinde.

Im Rahmen meines Dissertationsprojektes untersuche ich die frühen Formen des Erfassens und Verzeichnens von kirchlichen Amtshandlungen als administrative Praxis im 16. und frühen 17. Jahrhundert anhand unterschiedlich konfessioneller Kirchenbücher aus süddeutschen Gemeinden. Dabei soll im Detail eruiert werden, welche kategorialen Zuordnungen in den Büchern vorgenommen und welche Differenzierungen dabei entwickelt wurden. Im Zuge der Verschriftlichung wurden die kirchlichen Amtshandlungen inklusive der dazu gehörigen Personendaten nämlich nicht nur erhoben, sondern auch systematisiert und geordnet.

Dem Projekt liegen zwei Fragestellungen zugrunde: Zum einen zielt es auf die Praxis des Verzeichnens von kirchlichen Handlungen, wodurch personenbezogene Daten schriftlich erfasst wurden. Zum anderen fragt es nach den Zuordnungen, Kategorien und Differenzierungen, die als relevant erachtet wurden, um diese Daten zu organisieren. Damit soll herausarbeiten werden, wie zu Beginn der Neuzeit elementares Wissen über die erfassten Personen und die Gemeinden durch schriftliches Verzeichnen hergestellt, dauerhaft fixiert und wiederabrufbar gemacht wurde.

Aktivitäten und Vorträge

»schön zusammen gewachsen, und eine andere gestalt (andern kindern gleich) erlanget« – Praktiken des Vergleichens von Kindern und ihren Körpern in frühneuzeitlichen Kirchenbüchern, Online Konferenz: Entrechtete Körper – Vergleichen, Normieren, Urteilen, Leben: 1450-1850, Dr. Cornelia Aust, Prof. Dr. Antje Flüchter, Prof. Dr. Claudia Jarzebowski, 14. und 15. Juni 2020

»einschreiben und vleißßig auffbehalten, auff daß man sich inn mancherlei fällen zeugnuß zu gebrauchen habe«. Verzeichnungspraktiken in Tauf-, Ehe- und Sterberegistern aus dem 16. Jahrhundert. Vortrag im Forschungskolloquium zur Geschichte der Frühe Neuzeit und der außereuropäischen Geschichte an der Universität Münster, Prof. Dr. Ulrike Ludwig, 22. Januar 2020

»kein rechte nasen und mund gehabt« – Identitätskonstruktionen in den Tauf- und Sterberegistern der Pfarrei Sulzbach (1543-1627), Vortrag im Barocksaal der Provinzialbibliothek Amberg, Amberg, 6. Juni 2019, https://www.provinzialbibliothek-amberg.de/index.php?id=26

»Hienach sindt verzeichend und angeschriben die Namen der personen so vertrauet unnd eingeleitetworden.« Verzeichnungspraktiken in den frühen Eheregistern aus Süddeutschland, Forschungskolloquium Frühe Neuzeit an der Humboldt Universität zu Berlin, Prof. Dr. Matthias Pohlig, 19. Juli 2018

Ordnen und Kategorisieren. Verzeichnungspraktiken in frühneuzeitlichen Kirchenbüchern, Kolloquium zur Geschichte alter und neuer Welten am historischen Institut der Leibniz Universität Hannover, Prof. Dr. Michaela Hohkamp, 19. Dezember 2017

Verzeichnen von (konfessionellen) Gemeinschaften. Die Anfänge der Kirchenbuchführung in Franken und der Oberpfalz im 16. Jahrhundert, Kolloquium des Institutes für historische Landesgeschichte, Prof. Dr. Arnd Reitemeier, Göttingen, 5. Juli 2017

Between Visibility and Invisibility. Constructing Childhood in Early Modern Church Records, Ninth Biennial Conference, Society for the History of Children and Youth (Panel: Transitions and Cultural Conflicts. Children in Early Modern Global History, Prof. Dr. Claudia Jarzebowski), Rutgers University (Camden, New Jersey), 21.-23. Juni 2017, https://shcy2017.wordpress.com/

Geschlecht – Sexualität – Diversität. Verhandlungen über ›weibliche Sodomie‹ (15.-18. Jh.), interdisziplinäre Arbeitstagung »Konstellationen historischer Diversität. Europa, Russisches Reich und islamische Welt«, Erlangen, 4.-5. Oktober 2016, https://www.hsozkult.de/event/id/termine-31890

Verwaltete Seelen? Verzeichnispraktiken in Kirchenbüchern des 16. und frühen 17. Jahrhunderts, Frühneuzeit-Kolloquium, Prof. Dr. Rebekka von Mallinckrodt, Bremen, 6. Juli 2016

Parish Registers and Religious Communities in South Germany, Parish Symposium 2016 – Reflecting the Parish, Warwick (Coventry, UK), 7. Mai 2016, https://warwick.ac.uk/fac/cross_fac/myparish/parishsymposia/2016reflectingtheparish/

Den Tod verzeichnen: Trauer und Hoffnung in frühneuzeitlichen Kirchenbüchern, Konferenz »Transmortale VII – neue Forschungen zu Sterben, Tod und Trauer«, Kassel, 27. Februar 2016, https://www.sepulkralmuseum.de/74/transmortale-Aktuelle-Termine-und-Archiv.html

Narrating Death: Shaping Emotion in Early Modern Religious Communities, Symposium »RELIGIOUS MATERIALITY AND EMOTION«, ARC Centre of Excellence for the History of Emotions, Europe 1100-1800 (CHE Research Cluster on Religion and Emotion), Adelaide (Australien), 17. und 18. Februar 2016, http://www.historyofemotions.org.au/events/religious-materiality-and-emotion/

Geschlechtlich und sexuell uneindeutige Körper in Gerichtsakten zu weiblicher Sodomie (15.-18. Jahrhundert), Tagung »Männlich-weiblich-zwischen: Auf dem Weg zu einer langen Geschichte uneindeutiger Körper«, Hannover, 16.-19. September 2015, https://intersex.hypotheses.org/

Veranstaltungen

Workshop für DoktorandInnen der Frühen Neuzeit »Verzeichnungspraktiken – frühneuzeitliche Listen und Register«, veranstaltet von Prof. Dr. Stefan Brakensiek und Prof. Dr. Claudia Jarzebowski, Universität Duisburg-Essen, 23. und 24. November 2018, (PDF zum Programm)

Workshop für Doktorandinnen der Frühen Neuzeit »Herrschaft und Identität«, veranstaltet von Prof. Dr. Claudia Jarzebowski und Prof. Dr. Stefan Brakensiek, Freie Universität Berlin, 5. und 6. November 2015, (PDF zum Programm)

Zum Weiterlesen

Interview zu den evangelisch-lutherischen Kirchenbüchern der Pfarrgemeinde Sulzbach, Dezember 2014

Interview zur Geschichte der Sexualität(en), in: Rönicke, Katrin: Sex. 100 Seiten, Stuttgart 2017, https://www.reclam.de/detail/978-3-15-020442-9/Roenicke__Katrin/Sex__100_Seiten

»Transmutatione Sexus«  – Frühneuzeitliche Gerichtsakten zu weiblicher Sodomie, in Männlich-weiblich-zwischen, 10/01/2016, Blogbeitrag, https://intersex.hypotheses.org/2031

Publikationen

Aufsätze

»einschreiben und vleißßig auffbehalten, auff daß man sich inn mancherlei fällen zeugnuß zu gebrauchen habe«. Dokumentieren als Praxisform in frühneuzeitlichen Kirchenbüchern, in: Jan-Hendryk de Boer (Hg.): Praxisformen. Zur kulturellen Logik von Zukunftshandeln, (Kontingenzgeschichten, Bd. 6), Frankfurt/New York 2019, S. 147-163.

Einführung (Dokumentieren), in: Jan-Hendryk de Boer (Hg.): Praxisformen. Zur kulturellen Logik von Zukunftshandeln, (Kontingenzgeschichten, Bd. 6), Frankfurt/New York 2019, S. 133-139 (zusammen mit Jan-Hendryk de Boer, Franzisca Scheiner, Martin Schröder).

»Nach der Hochzeit hätten Sie zusammen als vermeinte Eheleute gelebt, wären zusammen zu Tisch und Bett gegangen« – Sexuelle Diversität in der Frühen Neuzeit?, in: Natalie Krentz, Victoria Gutsche, Moritz Florin (Hg.): Konstellationen historischer Diversität. Europa, russisches Reich und islamische Welt vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, Bielefeld 2018, S. 55-78.

 

Rezension

Eibel, Sabine: Küster im Fürstbistum Münster. Stabsdisziplinierung, Gemeindeansprüche und Eigeninteressen im konfessionellen Zeitalter (Westfalen in der Vormoderne. Studien zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Landesgeschichte; Bd. 27), Münster 2016, in: WerkstattGeschichte 2 (2017) 76, S. 94-97, https://werkstattgeschichte.de/wp-content/uploads/2018/04/WG76_094-097_LEHNER_K%C3%9CSTER.pdf

 

Heraugeberschaften

Hg. mit Jan Henrik Friedrichs, Richard Hölzl, Katja Jana, Yvonne Robel, Silke Törpsch und Georg Wamhof, werkstücke, WerkstattGeschichte 26 (2017/1), Heft 76, https://werkstattgeschichte.de/alle_ausgaben/werkstuecke/

Hg. mit Jan Henrik Friedrichs, Richard Hölzl, Katja Jana, Yvonne Robel, Silke Törpsch und Georg Wamhof, in bewegung, WerkstattGeschichte 26 (2017/2), Heft 75, http://werkstattgeschichte.de/alle_ausgaben/in-bewegung/

 

Mitgliedschaften

Verein für kritische Geschichtsschreibung e.V.

Arbeitskreis historische Frauen und Geschlechterforschung e.V. (AKHFG)

Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW, https://www.netzwerk-fgf.nrw.de/wissenschaftlerinnen/

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands