Personen im Historischen Institut: Dr. Pascal Firges

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Funktionen

  • Wiss. Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, Geschichte

Die folgenden Publikationen sind in der Online-Universitätsbibliographie der Universität Duisburg-Essen verzeichnet. Weitere Informationen finden Sie gegebenenfalls auch auf den persönlichen Webseiten der Person.

    Vorworte / Nachworte

  • Firges, Pascal; Lange, Johan; Maissen, Thomas; Meurer, Sebastian; Richter, Susan; Stiebert, Gregor; Weber, Lina; Weeber, Urte; Zabel, Christine
    Introduction : Languages of reform and the european enlightenment
    In: Languages of Reform in the Eighteenth Century: When Europe Lost Its Fear of Change / Richter, Susan; Maissen, Thomas; Albertone, Manuela (Hrsg.) (2019) S. 1 - 26
    ISBN: 9781000740127; 9780367427733

Forschungsschwerpunkte

  • Europäische Geschichte aus globaler Perspektive
  • Transkontinentale Rückkehrmigrationen
  • Geschlechtergeschichte
  • Geschichte der Ehe
  • Sozialgeschichte Höfischer Gesellschaften
  • Kulturgeschichtliche des Politischen
  • Osmanisch-Europäische Beziehungen
  • Kulturgeschichte der Diplomatie
  • Globalgeschichte der Französischen Revolution

 

Aktuelle Forschungsprojekte

Habilitationsprojekt: Die Kultur der Ehe und außereheliche Beziehungen in der französischen höfischen Gesellschaft des 17. und 18. Jahrhunderts

Das Habilitationsprojekt ist eine Fallstudie zur (mikro-) politischen Funktion von Ehen und außerehelichen Beziehungen in der französischen höfischen Gesellschaft des 17. und 18. Jahrhunderts. Im Zentrum der Untersuchung steht hierbei die bisher wissenschaftlich wenig behandelte Kultur der Ehe des französischen Hofadels unterhalb des Königs. Mittels einer breit angelegten Analyse zeitgenössischer Korrespondenzen und Memoirenliteratur werden die sozialgeschichtlichen Prozesse untersucht, die die Existenz nicht-klandestiner außerehelicher Beziehungen hochadeliger Frauen dieser Gesellschaft ermöglichten, obwohl solche Beziehungen in diametralem Widerspruch zu den herrschenden gesellschaftlichen Diskursen und Ehrvorstellungen standen. Untersucht werden auch das Verhältnis dieser Beziehungsmuster zu einem gesamteuropäischen Adelsethos sowie die prozesshaften Veränderungen, die Ende des 18. Jahrhunderts zum Niedergang dieses Gesellschaftsmodells führten. Somit werden in dieser Studie Fragestellungen zur Entwicklung von Staatlichkeit mit einer sozial- und geschlechtergeschichtlichen Perspektive verbunden. Die Arbeit ist ein Beitrag zur Neubewertung des Hofs in seiner Doppelfunktion als sozialem Begegnungsort von herrschender Dynastie und untergeordneten Machtträgerinnen und Machträgern, und als Keimzelle frühmoderner Staatlichkeit.

 

Post-Habilitationsprojekt: Transkontinentale Rückkehr-Migration und lokaler Wissenstransfer im vormodernen Europa (14.-18. Jahrhundert)

Migration, auch über weite Entfernungen, ist eine Konstante in der Menschheitsgeschichte. Dennoch wurden Migrationen oft ausschließlich als einseitig gerichtete Bewegungen betrachtet. Dieses Projekt versucht, einen Beitrag zur Überwindung dieser Einschränkung zu leisten, indem es sich auf europäische Rückkehrende aus Afrika, Asien und Amerika konzentriert, die sich für längere Zeit außerhalb Europas aufgehalten hatten und dann in ihre Heimat zurückkehrten. Das Projekt wird untersuchen, wie die Rückkehrer mit ihren Erfahrungen in einem anderen Klima und der Begegnung mit Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft umgingen und wie sie diese Erfahrungen nach ihrer Rückkehr nach Europa nutzten. Ein zentraler Aspekt in diesem Projekt ist die Konstruktion von Differenz in textuellen Quellen, die von den Zurückgekehrten produziert wurden: Wie wird in diesen Texten mit Unterschieden zwischen Menschen umgegangen? Was sind die Marker der Differenz? Wie spielen sich diese Differenzen in der Praxis ab? Wie dient die Konstruktion von Differenz der Strukturierung eines spezifischen Weltbildes? Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf den sozialen und kulturellen Auswirkungen von Migrationserfahrungen in frühneuzeitlichen Gesellschaften. Wie (re-)integrierten europäische Gesellschaften ihre aus Übersee Zurückgekehrten? Haben Rückkehrer einen Einfluss auf die räumliche Wahrnehmung der Welt innerhalb der Gruppe in die sie zurückkehrten? Hatte die Migrationserfahrung einen Einfluss auf den sozialen Status der Rückkehrer? Das Projekt soll damit einen Beitrag zur Sozialgeschichte frühneuzeitlicher globaler Migrationen und zur Geschichte der Transformationen räumlicher Weltwahrnehmungen in vormodernen Gesellschaften leisten.


Wissenschaftlicher Werdegang

seit Sommersemester 2021
Wissenschaftlicher Mittarbeiter am Historisches Institut der Universität Duisburg-Essen, Abteilung für die Geschichte der Frühen Neuzeit

2020-2021
Research Fellow der Alexander von Humboldt Stiftung und des Taiwan Ministry for Science and Technology, National Taiwan Normal University, Taipeh

2019-2020
Fellow der Gerda Henkel Stiftung am Historisches Kolleg, München

2014-2019
Forschungsgruppenleiter und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut Paris

2013
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Heidelberg

2012-2013
Forschungsstipendiat am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz

2010-2011
Visiting Scholar an der University of Cambridge

2009-2014
Dissertation im Fach Geschichte an der Universität Heidelberg, Historisches Seminar und Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context“. Titel der Doktorarbeit: „On Silent Feet. French Revolutionary Politics and Culture in the Ottoman Empire, 1792-1798”

2007-2008
Auslandsstudium im Fach Geschichte an der University of Cambridge

2004-2005
Auslandsstudium im Fach Geschichte (Erasmus) an der Université Paris-Sorbonne (Paris IV)

2002-2009
Magisterstudium in den Fächern Geschichte und Philosophie an der Universität Heidelberg

2002
Abitur, Trifelsgymnasium, Annweiler am Trifels

 

Publikationen

Bücher und Sammelbände

  • Firges, P., French Revolutionaries in the Ottoman Empire: Political Culture, Diplomacy, and the Limiting of Universal Revolution, 1792–1798 (Oxford: Oxford University Press, 2017).
  • Firges, P., Graf, T., Roth, C., and Tulasoğlu, G. (eds.), Well-Connected Domains: Towards an Entangled Ottoman History (Leiden: Brill, 2014).
  • Firges, P., Großbritannien und das Osmanische Reich Ende des 18. Jahrhunderts: Europäische Gleichgewichtspolitik und geopolitische Strategien (Annweiler: Sonnenberg, 2009).

 

Artikel

  • Firges, P., ‘Writing on “The New Order”: Ottoman Approaches to Late Eighteenth-Century Reforms’ in T. Maissen, S. Richter, and M. Albertone (eds.), Languages of Reform in the Eighteenth Century: When Europe Lost its Fear of Change (New York: Routledge, 2020), 344–360. Peer-reviewed.
  • Firges, P., ‘Oriental Despotism or Constitutional State? A French Revolutionary Diplomat’s Endeavour to De-Foreignize the Ottoman Empire’, Francia 46 (2019), 391–408. Peer-reviewed.
  • Firges, P., ‘L’expérience de la Révolution française dans l’Empire ottoman : Pratiquer la culture politique révolutionnaire dans la communauté d’expatriés français d’Istanbul (1792–1795)’, Annales historiques de la Révolution française 2019/3, 151–70. Peer-reviewed.
  • Firges, P. and Graf, T., ‘Exploring the Contact Zone: A Critical Assessment from the Perspective of Early Modern Euro-Ottoman History’ in L. Abu-Er-Rub, C. Brosius, S. Meurer, D. Panagiotopoulos, and S. Richter (eds.), Engaging Transculturality: Concepts, Key Terms, Case Studies (New York: Routledge, 2019), 109–21. Peer-reviewed.
  • Firges, P., ‘The French Revolutionary Transformation of Diplomatic Practice: Franco-Ottoman Negotiations in Istanbul, 1792–1797’, The International History Review 41/5 (2019), 962–80. Peer-reviewed.
  • Firges, P., ‘The Tacit Rules of Female Adultery: Framing Marital and Extramarital Relationships in Seventeenth- and Eighteenth-Century French Court Society’ in C. Zum Kolk and K. Wilson-Chevalier (eds.), Femmes à la cour de France: Statuts et fonctions, Moyen Âge - XIXe siècle (Villeneuve-d'Ascq: Septentrion, 2018), 293–302. Peer-reviewed.
  • Firges, P. and Maritz, R., ‘Projektvorstellung Machtstrategien und interpersonale Beziehungen in dynastischen Zentren (1500-1800)’, Mitteilungen der Residenzen-Kommission, Neue Folge 4 (2015), 31–40.
  • Firges, P., ‘Gunners for the Sultan: French Revolutionary Efforts to Modernize the Ottoman Military’ in P. Firges, T. Graf, C. Roth, and G. Tulasoğlu (eds.), Well-Connected Domains: Towards an Entangled Ottoman History (Leiden: Brill, 2014), 171–87. Peer-reviewed.

 

Rezensionen

  • Rezension zu: Ian Coller, Muslims and Citizens: Islam, Politics, and the French Revolution (New Haven: Yale University Press, 2020), in H-Soz-Kult, 11.02.2021, www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-50012 [25.02.2021].
  • Rezension zu: M. Talbot, British-Ottoman Relations, 1661-1807: Commerce and Diplomatic Practice in Eighteenth-Century Istanbul (Woodbridge: Boydell Press, 2017), in Journal of Early Modern History 22 (2018), 205–207.
  • Rezension zu: A. Cron, Mémoires féminins de la fin du XVIIe siècle à la période révolutionnaire: Enquête sur la constitution d’un genre et d’une identité (Paris: Presses Sorbonne Nouvelle, 2016), in Francia-Recensio 2017/3, http://nbn-resolving.de/
    urn:nbn:de:bsz:16-frrec-414408 [26.02.2018].
  • Rezension zu: A. Yaycıoğlu, Partners of the Empire: The Crisis of the Ottoman Order in the Age of Revolutions (Stanford: Stanford University Press, 2016), in International Journal of Turkish Studies23/1,2 (2017), 124–5.
  • Rezension zu: G. Jancke und D. Schläppi (eds.), Die Ökonomie sozialer Beziehungen: Ressourcenbewirtschaftung als Geben, Nehmen, Investieren, Verschwenden, Haushalten, Horten, Vererben, Schulden (Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 2015), in Francia-Recensio 2017/3, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-frrec-414608 [26.02.2018].
  • Rezension zu: C. Garnier und C. Vogel (eds.), Interkulturelle Ritualpraxis in der Vormoderne: Diplomatische Interaktion an den östlichen Grenzen der Fürstengesellschaft (Berlin: Duncker & Humblot 2016), in sehepunkte 17/5 (2017), http://www.sehepunkte.de/2017/05/29389.html [22/08/2017].
  • Rezension zu: M. Alpaugh, Non-Violence and the French Revolution: Political Demonstrations in Paris, 1787-1795 (Cambridge: Cambridge University Press, 2015), in Francia-Recensio 2015/3, http://www.perspectivia.net/publikationen/francia/francia-recensio/2015-3/fn/alpaugh_firges [22/08/2017].
  • Rezension zu: A. Bellavitis, L. Casella, und D. Raines (eds.), Construire les liens de famille dans l’Europe moderne (Mont-Saint-Aignan: PURH, 2013), in Francia-Recensio 2015/1, http://www.perspectivia.net/publikationen/francia/francia-recensio/2015-1/FN/bellavitis-casella-raines_firges [22/08/2017].
  • Rezension zu: V. Barth, Inkognito: Geschichte eines Zeremoniells (München: Oldenbourg, 2013), in Cour-de-France.fr (2015), http://cour-de-france.fr/article3671.html. [22/08/2017].
  • Rezension zu: V. N. Zakharov, G. Harlaftis, und O. Katsiardi-Hering (eds.), Merchant Colonies in the Early Modern Period (London: Pickering & Chatto, 2012), in Francia-Recensio 2014/4, http://www.perspectivia.net/ publikationen/francia/ francia-recensio/2014-4/FN/zakharov-harlaftis_firges [22/08/2017].
  • Rezension zu: R. Kauz, G. Rota, und J. P. Niederkorn (eds.), Diplomatisches Zeremoniell in Europa und im Mittleren Osten in der frühen Neuzeit (Vienna: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2009), in sehepunkte 11/9 (2011), http://www.sehepunkte.de/2011/09/18461.html [22/08/2017].