Fortgeschrittene sozialwissenschaftlichen Methoden zur Erforschung gesellschaftlichen und politischen Wandels Methoden der Analyse moderner Gegenwartsgesellschaften

Die derzeit zu beobachtenden Wandlungsprozesse erfordern nicht nur eine genaue empirische Bestandsaufnahme, wie sie über eine Vielzahl sehr unterschiedlich fokussierter sozialwissenschaftlicher Studien geschehen kann, und sie stellen nicht nur besondere Anforderungen an die sozialwissenschaftliche Theoriebildung.

Die Wissenschaftsgeschichte zeigt vielmehr, dass zu einer adäquaten wissenschaftlichen Bearbeitung neuer Forschungsfragen eine Weiterentwicklung der Instrumente und Methoden unerlässlich ist, derer sich die einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bedienen. Von besonderer Bedeutung sind hier einerseits der Wandel im internationalen Kontext und die Veränderungen in der demografischen und interkulturellen Zusammensetzung der Gesamtbevölkerung mit ihren Konsequenzen für Einstellungen, Wertorientierungen, Gerechtigkeitsvorstellungen etc. sowie das Verhalten.

Die theoriebezogene Entwicklung statistischer Modelle für gleichzeitige Veränderungen in mehreren Ländern sowie ihrer Wechselwirkungen erfordert die Entwicklung und Anwendung besonderer statistischer Verfahren für Längsschnittuntersuchungen über lange Zeiträume unter Nutzung internationaler Datensätze sowie die Erzeugung eigener Daten für spezifische Fragestellungen. Letzteres erfordert die Konstruktion international vergleichbarer Erhebungsinstrumente und Skalen sowie die Einbeziehung kultureller Unterschiede in die Datenerhebung. Forschungen über die Auswirkungen auf das Frageverständnis und die Einsetzbarkeit verschiedener Rekrutierungsformen und Befragungstechnologien, Verfahren der Stichprobenauswahl, etc. konstituieren in diesem Zusammenhang wichtige Forschungsinhalte.

Die Veränderungen in der heterogenen Zusammensetzung der Bevölkerung stellt ebenfalls eine wichtige Herausforderung für die Methodenforschung dar. Sie betreffen nicht nur die Frage einer maßgeschneiderten statistischen Modellierung für bestimmte Subgruppen der Bevölkerung, sondern auch Fragen der Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse auf die gesamt Bevölkerung. Aber auch Veränderungen in den Familienformen und der Zusammensetzung der Haushalte bedürfen der Entwicklung neuer statistischer Verfahren, dies um so mehr, als die zunehmende Präsenz von Familien mit unterschiedlichem Migrationshintergrund auch bedeuten kann, dass für unterschiedliche Teilgruppen der Bevölkerung eventuell unterschiedliche theoretische Ansätze und statistische Modelle herangezogen werden müssen. Aus diesen Gründen ist die Fortentwicklung des bestehenden Methodenarsenals im Bereich der quantitativen und qualitativen Methoden der Sozialwissenschaften ein zentraler, weil für die drei übrigen Forschungsfelder in gleicher Weise essentieller Schwerpunkt  für die zukünftige Forschung der Duisburg-Essener Sozialwissenschaften.

Abgeschlossene Projekte

"Entwicklung eines Modells zur Analyse von Entscheidungsprozessen und Anwendung auf Fertilitätsentscheidungen in Partnerschaften", DFG, 2007–2009, Prof. Dr. Petra Stein
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„Kommunale Wahlbeteiligung. Fallstudie anlässlich der Kommunalwahl 2004 in Nordrhein-Westfalen", DFG, 2004–2006, Prof. Dr. Rüdiger Schmitt-Beck
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„Kampagnendynamik 2005. Eine Rolling Cross-Section/Panel-Studie zu den Wirkungen des Wahlkampfes bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2005", DFG, 2005–2008, Prof. Dr. Rüdiger Schmitt-Beck
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Forschungsbericht

Der Forschungsbericht 2019 präsentiert die Highlights der Forschung der Profilschwerpunkte und ausgewählter Institute, eine Online-Version des Beitrags des PSP Wandel ist hier abrufbar. Dort befinden sich auch unsere Forschungsberichte seit 2007 im Archiv.

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