Profilschwerpunkt

Wandel von Gegenwartsgesellschaften

Der Profilschwerpunkt hat es sich zum Ziel gesetzt, die Erforschung des Wandels von Gegenwartsgesellschaften zu einem weithin sichtbaren Schwerpunkt der Universität Duisburg-Essen (UDE) auszubauen. Dabei kann er sich auf die gewachsenen sozialwissenschaftlichen Forschungsstrukturen der UDE stützen, über die eine Vielzahl von Disziplinen wie Soziologie, Bildungswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaft und andere mehr eingebunden werden können, sowie auch auf breit angelegte regionale Expertise, unter anderem für Europa, Subsahara-Afrika oder Ostasien. Dieses Kompetenzprofil ermöglicht es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Schwerpunktes und ihren internationalen und nationalen Kooperationspartnern Forschungsprojekte zu entwickeln, die substantielle Einsichten in Phänomene des Wandels von Gegenwartsgesellschaften ermöglichen.

Forschen

Die Forschungsprojekte im Profilschwerpunkt sind die zentralen Bausteine für ein besseres Verständnis des gesellschaftlichen Wandels und der Ordnungsbildung in entgrenzten Verhältnissen. Sie sind auch die Grundlage dafür, dass der "Wandel von Gegenwartsgesellschaften" seine strategischen Ziele der Profilierung der gesellschaftsbezogenen Forschung an der UDE, der Internationaliserung und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erreicht.

Governance bezeichnet allgemein die Steuerung komplexer Organisationen, insbesondere von staatlichen Strukturen. Globale Governance ist die Steuerung von strukturellen Allokationsmechanismen zwischen Staaten oder durch einzelne Staaten, die die ganze Welt oder einen Großteil der Welt umfassen. Transnationale Governance ist der globalen Governance übergeordnet und bezeichnet die Grenzen des Nationalstaates überschreitende Steuerung, auch in im Kleinen. Welche Formen effizienter Steuerung im Spannungsfeld zwischen Nationalstaaten und Globalisierung sind möglich?  Was sind die ordnungsbildenden Strukturen, auf denen aufbauend Governance (noch) stattfinden kann? Welchen Spielraum haben gesellschaftliche und wirtschaftliche Akteure in den „neuen“ Steuerungsstrukturen?

Nationalstaaten haben zunehmend Arbeitsmärkte, deren Grenzen nicht mehr mit ihren eigenen übereinstimmen. Damit wird Arbeit in sich verändernden Kontexten erbracht, die neue Herausforderungen für die Akteure auf dem Arbeitsmarkt, aber auch für Regierungen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände kreiert. Wie kann Arbeit unter solchen Umständen organisiert werden? Wie wird Arbeit wahrgenommen? Was sind die Bedingungen „guter Arbeit“?

Die Wohlfahrt von Menschen und Gesellschaften ist neuen Herausforderungen ausgesetzt, die durch globale Veränderungen wie Deindustrialisierung, Tertiärisierung, demographischen Wandel, Klimawandel und politische Veränderungen ins Rollen gebracht werden. Dabei ändern sich die Risikostrukturen für individuelle, wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Akteure. Wie gehen diese Akteure mit den neuen Herausforderungen um? Was bedingt die unterschiedlichen Kristallisationen von Risiken und Wohlfahrt für unterschiedliche Akteure? Wie entwickelt sich der Komplexitätsgrad von Risiken und darauffolgenden Konsequenzen für Individuen und kollektive Akteure?

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Vernetzen

Kolleginnen und Kollegen der UDE aus unterschiedlichen Fakultäten, Instituten und Disziplinen bilden die Basis des Profilschwerpunkts. Über Newsletter, Themenentwicklungsworkshops, die jährliche Mitgliederversammlung und andere Veranstaltungen hilft der Profilschwerpunkt bei ihrer Vernetzung und bei der Identifikation und Entwicklung von gemeinsamen Forschungsinteressen.

Seit der Einführung persönlicher Mitgliedschaften Anfang 2014 sind 112 Forschende aus 5 verschiedenen Fakultäten, 5 Zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen und 23 Instituten Mitglied geworden (Stand 08/2015). Wenn Sie sich für eine Mitgliedschaft interessieren, informieren Sie sich dazu auf unserer Homepage oder kontaktieren Sie unseren Sprecher Achim Goerres.

Der Profilschwerpunkt steht außerdem institutionell in engem Austausch mit wichtigen Forschungseinrichtungen und -zusammenhängen in seinem Bereich, insbesondere dem Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research.

Fördern

Ziel des Profilschwerpunktes ist es, seine Mitglieder dabei zu unterstützen, aus gemeinsamen Forschungsinteressen institutionenübergreifende Verbundvorhaben an der UDE zu entwickeln und  damit in der Drittmittelförderung erfolgreich zu sein.

In einer allgemeinen Ausschreibungslinie fördert der Schwerpunkt dazu seit seiner Einrichtung die Ausarbeitung von Verbundvorhaben und entsprechenden Anträgen auf Drittmittelförderung. Hierzu können in einem gewissen Rahmen Personal- und Sachmittel zur Verfügung gestellt werden. Anstatt viele kleine Projekte zu fördern, suchen wir die Förderung größerer komplexer Drittmittelvorhaben.

Zur Themenfindung schreibt der Schwerpunkt seit 2014 zudem die Förderung von Themenentwicklungsworkshops (inkl. Durchführung, Organisation und externer Moderation) aus. Ihr Ziel ist es, das Potential emergierender Forschungsthemen an der UDE und im Profilschwerpunkt in einem frühen Stadium zu erkennen. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter Ausschreibungen.

Projekte des wissenschaftlichen Nachwuchses werden ebenfalls durch den Profilschwerpunkt gefördert. Insbesondere Post-Doktoranden können ebenfalls Mitglied des Schwerpunkts werden, wenn sie zu einschlägigen Bereichen forschen. Im Rahmen der Ausschreibung von Forschungsförderung unterstützt der Profilschwerpunkt hier auch die  Vorbereitung von kleineren Projekten mit Personal- und Sachmitteln.

Beispiele für Arbeiten, die aus dem Zusammenhang der Nachwuchsförderung des Profilschwerpunkts hervorgegangen sind, sind die Forschungs- und Publikationsprojekte Herausforderung Legitimität und Politische Narrative.