Forschungsfokus

Der Profilschwerpunkt hat es sich zum Ziel gesetzt, die Erforschung des Wandels von Gegenwartsgesellschaften zu einem weithin sichtbaren Schwerpunkt der Universität Duisburg-Essen (UDE) auszubauen. Dabei kann er sich auf die gewachsenen sozialwissenschaftlichen Forschungsstrukturen der UDE stützen, über die eine Vielzahl von Disziplinen wie Soziologie, Bildungswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaft und andere mehr eingebunden werden können, sowie auch auf breit angelegte regionale Expertise, unter anderem für Europa, Subsahara-Afrika oder Ostasien. Dieses Kompetenzprofil ermöglicht es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Schwerpunktes und ihren internationalen und nationalen Kooperationspartnern Forschungsprojekte zu entwickeln, die substantielle Einsichten in Phänomene des Wandels von Gegenwartsgesellschaften ermöglichen.

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Auf der Grundlage einer breit angelegten Diskussion der am Profilschwerpunkt Beteiligten, die auch erste, durch die Fördertätigkeit des Profilschwerpunktes angestoßene Impulse aufgenommen hat,  wurde Anfang 2011 unter dem Titel „Ordnungsbildung in entgrenzten Verhältnissen" eine fokussierte Fragestellung formuliert und als Forschungsprogramm des Schwerpunkts durch den Forschungsrat beschlossen. Dies bildet die inhaltliche Grundlage für Aktivitäten des Profilschwerpunkts „Wandel von Gegenwartsgesellschaften", insbesondere für die finanzielle Förderung im Rahmen der vierteljährlichen Ausschreibungen.

Ausgangspunkt ist dabei die Einschätzung, der Wandel von Gegenwartsgesellschaften ist eine Reaktion auf Phänomene der Entgrenzung. Im Rahmen gesellschaftsübergreifender Entgrenzung entwickeln sich so zum Beispiel Teile vormals nationaler Arbeitsmärkte in transnationale. Für die bisherige Ordnung von Arbeit, die geprägt war durch um Arbeitsmärkte herum angelegte nationale Systeme sozialer Sicherung, des Interessenausgleichs oder auch der Besteuerung von Arbeitseinkommen entstehen so tiefgreifende Herausforderungen. Analog kommt es zu innergesellschaftlicher Entgrenzung, im Bereich der Politik zum Beispiel in Form neuer Formen von Governance, die das Verhältnis von Politik auf der einen, Bürgerinnen und Bürgern auf der anderen Seite neu bestimmen. Ein komplexes Wechselspiel von innergesellschaftlicher und gesellschaftsübergreifender Entgrenzung führt immer wieder zur Auflösung überkommener und zur Bildung neuer Ordnung, die den Gesellschaften weltweit ihr Gepräge geben.

Ziel der Forschung im Profilschwerpunkt ist es, zu aussagekräftige Analysen dieser Ordnungsbildung in entgrenzten Verhältnissen in regionaler sowie globaler Perspektive zu kommen und gegebenenfalls die Methoden der Erforschung solcher Phänomene für eine gehaltvolle und disziplinenübergreifende Arbeit weiterzuentwickeln.