Bewegungs- und Trainingswissenschaft / Biomechanik des Sports
Neue Publikationen
08.12.2025 VR und Gleichgewicht: Rolle von Alter
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene absolvierten zwei Balancierdurchgänge (freie vs. eingeschränkte Arme) unter virtueller Höheneinwirkung. Die Balancierzeit und wahrnehmungsbezogene Parameter (z. B. Sturzangst) wurden erfasst. Es zeigten sich keine signifikanten Effekte der Armkondition und keine Interaktionen zwischen Armkondition und Altersgruppe. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Teilnehmenden schnell an die VR-Umgebung gewöhnten, was potenzielle Vorteile freier Armbewegungen während des dynamischen Balancierens möglicherweise überdeckte.
01.12.2025 Seitenunterschiede im Gleichgewicht
Fußballer mit unterschiedlicher Trainingserfahrung (d.h. 2-5 oder 6-9 Jahre), Schwimmer und Nicht-Sportler führten Gleichgewichtstests durch, wobei Seitenunterschiede ermittelt wurden. Die Unterschiede waren in der unilateral ausgeübten Sportart Fußball signifikant geringer als in der bilateral ausgeübten Sportart Schwimmen. Die Seitenunterschiede differierten aber nicht in Abhängigkeit von der Trainingserfahrung. Die Ergebnisse indizieren, dass die überwiegende Nutzung einer Extremität im Vergleich zur anderen für Gleichgewichtsanforderungen nicht notwendigerweise zu einem großen Ausmaß an Asymmetrie zwischen den Gliedmaßen bei Fußballern führt und auch nicht durch das Niveau der Trainingserfahrung beeinflusst wird.
07.11.2025 Rolle der Arme beim Erlernen einer Gleichgewichtsaufgabe
In dieser Studie wurde untersucht, wie sich unterschiedliche Strategien der Armbewegung auf das Erlernen einer dynamischen Gleichgewichtsaufgabe auswirken. An der Studie nahmen 40 junge Erwachsene teil. Das Gleichgewichtstraining wurde an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf einem Stabilometer mit freien oder eingeschränkten Armbewegungen durchgeführt. Am dritten Tag erfolgte ein Retentions- sowie Transfertest. Unabhängig von der Strategie der Armbewegung führte das Training zu Verbesserungen sowohl bei objektiven als auch subjektiven Indikatoren der Haltungskontrolle. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass freie im Gegensatz zu eingeschränkten Armbewegungen keinen Vorteil für das Erlernen einer Stabilometeraufgabe bieten.
31.10.2025 Alterseffekte höheninduzierter posturaler Bedrohung beim Stehen
Kinder und junge Erwachsene führten den Tandemstand auf Bodenhöhe (keine Bedrohung) und 80 cm über Bodenhöhe (Bedrohung) mit freien und eingeschränkten Armbewegungen durch. Unabhängig von der Armbewegung zeigte sich bei Kindern eine Zunahme der Sturzangst und bei den Erwachsenen eine Abnahme der Schwankwerte, wenn sie über anstatt auf Bodenhöhe standen. Dies indiziert, dass Kinder emotional reagieren, aber nicht in der Lage sind, dies in eine motorische Anpassung umzusetzen. Umgekehrt reagieren junge Erwachsene motorisch, setzen dies aber nicht in eine emotionale Reaktion um.
15.09.2025 Anforderungen an e-Mental Health Interventionen
In Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden des Universitätsklinikums Essen wurden die Bedürfnisse und Anforderungen an die Gestaltung und den Inhalt von e-Mental-Health-Interventionen für den Spitzensport untersucht. An der webbasierten Umfrage nahmen 275 Spitzensportler*innen teil. Es ergab sich u. a. eine Präferenz für ein individuelles Programm via Smartphone-App (94%) mit Audio-/Videomaterial (69%) und interaktiven Aufgaben (60%). Die Ergebnisse machen die Relevanz eines nutzerzentrierten Designansatzes für die Entwicklung von Interventionen im Bereich der e-Mental-Health im Spitzensport deutlich.
01.09.2025 Gestörtes Essverhalten im Leistungssport
In Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden des Universitätsklinikums Essen wurde ein theoretisches Modell entwickelt, das auf vorhandenen Erkenntnissen und Wissen basiert. Das Modell zielt darauf ab, Indikatoren zu spezifizieren, die bestimmen können, ob das Essverhalten von Sportlerinnen und Sportlern in eine Essstörung abdriftet, anstatt ihrer sportlichen Leistung zu dienen. Das Modell beschreibt mögliche Beziehungen zwischen den Schlüsselindikatoren Gewichtssensibilität, Leistungsdruck, Körperbild, Einstellung zum Training und Müdigkeit. Das Modell ist ein Schritt zur Verbesserung der psychologischen Betreuung und bietet die Grundlage für eine wissenschaftliche Absicherung.