Bewegungs- und Trainingswissenschaft / Biomechanik des Sports
Neue Publikationen
11.05.2026 Effekte von Armeinsatz und Doppeltätigkeit beim Balancieren
Kinder und junge Erwachsene balancierten auf einem Balken, wobei sie ihre Arme entweder frei oder nicht bewegen durften, während sie gleichzeitig eine kognitive Aufgabe (d. h. serielle Subtraktionen) ausführten oder nicht. Balancieren unter Doppeltätigkeit wirkte sich negativ auf emotionale Parameter aus, doch der freie Armeinsatz verringerte diese Wirkungen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass freie Armbewegungen eine einfache, aber wirksame ergänzende „Oberkörperstrategie“ darstellen, welche die Gangkontrolle unter Doppeltätigkeit verbessert.
04.05.2026 Ermüdung während eines Handballspiels
Nachwuchshandballer wurden während eines offiziellen Spiels bzgl. der Belastungsmerkmale Spielzeit, zurückgelegte Strecke, Beschleunigungen etc. registriert und die Ermüdung wurde mittels objektiver (Sprunghöhe) und subjektiver (BORG-Skala etc.) Parameter erfasst. Im Gegensatz zu den objektiven Ermüdungswerten veränderten sich die subjektiven Werte im Spielverlauf deutlich und wiesen mittlere bis starke Assoziationen zu den Belastungsmerkmalen auf. Somit scheinen subjektive Ermüdungswerte sensitiv zu sein, um spielbedingte Ermüdung festzustellen.
06.04.2026 Training zur Reduktion von Seitigkeit
In Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden der Universität des Saarlandes und gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wurden die Effekte eine singulären (nur Gleichgewicht) versus kombinierten (Gleichgewicht + Sprungkraft) Trainings untersucht. Die beteiligten Fußballer (U13–U17) absolvierten ein 9-wöchiges Training, wobei nur die singulär-trainierende Gruppe ihre Seitigkeit statistisch signifikant reduzieren konnte, was einen Prädiktor für Verletzungen der unteren Extremitäten darstellt.
04.03.2026 Ermüdungssymptome bei Wettkampf-Bodybuildern
In Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden des Universitätsklinikums Essen wurde eine Interview-Studie mit Wettkampf-Bodybuilderinnen durchgeführt. Alle Bodybuilderinnen erlebten psychische und somatische Ermüdungssymptome, welche u. a. durch das Zusammenspiel von sportspezifischen Anforderungen und Körperwahrnehmung sowie die Priorisierung von Leistung gegenüber Gesundheit geprägt waren. Somit bildet die Studie eine Grundlage für die Entwicklung gezielter psychologischer Interventionen und könnte perspektivisch zu einer verbesserten Gesundheit beitragen.
16.02.2026 Kinematische Analyse von Armbewegungen auf das Gleichgewicht
Das Ziel war es, den Einfluss von freier vs. eingeschränkter Armbewegung auf das Gleichgewicht und die Gelenkkinematik bei dynamischen Aufgaben zu untersuchen. Erwachsene (Alter: 24,5 ± 3,1 Jahre) führten den Y-Balance-Test und einen Balanciertest mit freien und eingeschränkten Armbewegungen durch. Freie vs. eingeschränkte Armbewegungen führten zu einer signifikant größeren Gelenkbeweglichkeit, insbesondere in den Segmenten des Oberkörpers (z.B. Schulter). Die erhöhte Gelenkbeweglichkeit bei freien Armbewegungen deutet auf eine aktive Beteiligung der Oberkörpersegmente bei der dynamischen Haltungskontrolle hin.
12.01.2026 Effekte von Höhe auf das Gleichgewicht: eine Meta-Analyse
Das Ziel der Studie bestand darin, die Auswirkungen einer höhenbedingten posturalen Bedrohung auf das statische/dynamische Gleichgewicht zu quantifizieren. Es wurde eine Literaturrecherche in Datenbanken durchgeführt. Die mittels Höhe hervorgerufene posturale Bedrohung löste funktionelle Veränderungen in der statischen (d. h. Abnahme/Zunahme der Schwankungsamplitude/-frequenz) und dynamischen (d. h. Abnahme der Gehgeschwindigkeit) posturalen Kontrolle aus. Für das statische Gleichgewicht deutet dies auf eine effektive „Versteifungsreaktion” hin. Für das dynamische Gleichgewicht impliziert die Abnahme der Gehgeschwindigkeit (v.a. unter schwierigen Gehbedingungen in der Höhe) einen Kompensationsmechanismus zur Erhöhung der Stabilität.