(De)Institutionalisierung von Bildung und Erziehung
(De)Institutionalisierung von Bildung und Erziehung
Mit der inter-universitären Forschungsinitiative werden bislang vernachlässigte Fragen der (De)Institutionalisierung von Bildung und Erziehung systematisch in den Fokus gerückt. Entlang empirischer, historischer und theorie-systematischer Zugänge werden entsprechende institutionalisierungstheoretische Forschungsperspektiven eingenommen und weiterentwickelt.
Ziel der Forschungsinitiative ist es, auf Basis heuristischer Vorannahmen eine Forschung zur (De)Institutionalisierung von Bildung und Erziehung zu profilieren und zu etablieren. An der Initiative sind bisher Wissenschaftler:innen der Universitäten Wuppertal, Duisburg-Essen und Paderborn beteiligt.
Koordination: Fabian Kessl (Bergische Universität Wuppertal) & Anja Tervooren (Universität Duisburg-Essen)
Informationen zu den Projekten und zu der Forschungsinitiative finden Sie unter: Zur Website
Teilprojekt "Frühe Bildung": (De)Institutionalisierung von früher Kindheit. Antworten auf Vulnerabilität zwischen Eingliederungshilfe und Kindertagesbetreuung (Catalina Hamacher & Anja Tervooren) Informationen zum Teilprojekt
91,6 % der drei- bis sechsjährigen Kinder in der Bundesrepublik Deutschland besuchen die Kindertagesbetreuung (BMFSFJ 2025, S. 36ff.), deren Ausbau seit der Jahrtausendwende maßgeblich zur Institutionalisierung der frühen Kindheit beigetragen hat (Bollig et al. 2018). Seit der rechtlichen, organisatorischen und pädagogischen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ab 2010 wurde parallel eine fast vollständige Deinstitutionalisierung von heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen organisiert: Kinder können Leistungen der Eingliederungshilfe, die lange Zeit ausschließlich in heilpädagogischen Einrichtungen konzentriert waren, nun in allen Kindertagesstätten erhalten.
In dem Teilprojekt wird untersucht, wie das Programm der Inklusion die soziale Praxis der Bearbeitung von Vulnerabilität in der frühen Kindheit formiert und auf welche Weise Differenzierungen zwischen Kindern in alltäglicher Praxis konstituiert werden.