Promotions- und Habilitationsprojekte

Aktuelle Promotionsprojekte

  • Bettina Brenneke
  • Susanne Gottuck
  • Sabine Hattinger-Allende
  • Agata Skalska

Bettina Brenneke

Kinder im Übergang.
Ethnographische Studien zu Kindern und ihren Beziehungen im Kindergarten und in der Grundschule

(Arbeitstitel)

Bettina Brenneke erforscht in ihrer Dissertationsstudie ethnographisch die Lebenswelt von Kindern im Zeitraum des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule mit Hilfe der Teilnehmenden Beobachtung, von Gruppendiskussionen mit Kindern und in der Auseinandersetzung mit der eigenen Involviertheit als Kindheitsforscherin im Feld und im Diskurs. Sie fragt danach, wie sich die Beziehungen der Kinder im Zeitraum des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule verändern und wie die Kinder mit den veränderten Beziehungen umgehen. Sie interessiert sich dafür, was zwischen den Kindern passiert, wie sie miteinander in Beziehung treten und wie sie gestaltend beteiligt sind an lokalen Alltagspraktiken in pädagogischen Organisationen, die von gesellschaftlichen und sozialen Verhältnissen durchzogen sind. Um sich diesen kindlichen Beziehungen anzunähern, kombiniert sie in ihrer theoretischen Perspektivierung kindheitssoziologische praxistheoretische Zugänge und phänomenologisch inspirierte erziehungswissenschaftlichen Perspektiven.

Susanne Gottuck

Differenzen (be-)deuten – Macht sehen.
Theoretische, empirische und konzeptionelle Perspektiven einer macht- und differenzreflexiven Lehrer*innenbildung
(Arbeitstitel)

Im Rahmen ihrer Dissertationsstudie erforscht Susanne Gottuck kultur-  und machtanalytische Perspektiven auf Deutungen migrationsgesellschaftlicher Differenz und Behinderung als theoretisierende Perspektive auf Lehrer*innenbildung sowie als Gegenstandsbereich und Reflexionsangebot für die Lehrer*innenbildung. In einer diskurstheoretischen Analyse von Gruppendiskussionen mit Lehramtsstudierenden erforscht sie diskursive Konstruktionen von Differenz und professionellem Handeln im Kontext aktueller universitärer inklusiver Lehrer*innenbildung. Sie geht der Frage nach, wie ‚schulische Inklusion‘ als Gegenstand gültigen sagbaren und zugleich umkämpften Wissens hervorgebracht wird und wie hierbei normative Ordnungen aufgerufen und re-aktualisiert oder verschoben werden. Abschließend diskutiert sie die Bedeutung dieser theoretischen und empirischen Erkenntnisse für eine macht- und differenzreflexive Lehrer*innenbildung.

Sabine Hattinger-Allende

Im Haus des Möglichen.
Kinder als politische Subjekte im Kontext einer sozialen Bewegung

gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung (2016-2019)

Sabine Hattinger-Allende forscht zu Subjektivierungsprozessen von Kindern in einer sozialen Bewegung für das Recht auf Wohnen im Spanischen Staat. Mit der Studie wird an Debatten in der Kindheitsforschung angeschlossen, die auf den Wirkungszusammenhang von politischer Partizipation, Verletzlichkeit und Handlungsfähigkeit von Kindern fokussieren. Mit der intensiven, einjährigen teilnehmenden Beobachtung und dem narrativen Interview wurden sehr klassische Methoden der ethnographischen Forschung verwendet. Zudem wurden arts-based research Methoden, wie etwa die Videoinszenierung, zum Einsatz gebracht. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass viele Kinder die affektiv aufgeladenen Orte der sozialen Bewegung für emanzipatorisches Lernen nutzen und in ihrer politischen Teilhabe gleichzeitig stark auf die Bereitstellung von intergenerationaler Sorge angewiesen sind. Gezeigt wird, dass sich die Bildungsprozesse der Kinder in ambivalenten und in sich widersprüchlichen Bewegungen vollziehen. Es verschränken sich etwa Forderungen nach Selbstbestimmung auch mit konsumorientierter neoliberaler Begehrensökonomie. Sichtbar wird die Fragilität emanzipatorischen Lernens gerade auch im Zusammenwirken mit hegemonialen Räumen: So lernen die Kinder etwa, dass ein Sprechen über ihre politische Teilhabe ihre Familie gefährden könnte. Dargestellt wird, wie sich in den individuellen und kollektiven Strategien des Über-Lebens, zwischen dem Wirken struktureller Gewalt und verweigerter Transzendenz, Subjekte bilden, die immer wieder an der Härte der Strukturen scheitern und doch ihre Stimme suchen und finden.

Agata Skalska

„Kinder werden nicht erst zu Menschen, sie sind bereits welche".
Janusz Korczaks Bild vom Kind und seine Perspektive auf das Erwachsenen-Kind Verhältnis

(Arbeitstitel)

Agata Skalska untersucht in ihrer Dissertation welches Bild vom Kind in den Schriften von Janusz Korczak (1878/79-1942) deutlich wird und rekonstruiert seine Perspektive auf die Erwachsenen-Kind-Relation. Korczak selbst hat seine Überlungen und Erziehungsprinzipien nie systematisch dargestellt und wird daher überwiegend als Praktiker oder gar als Theorieskeptiker rezipiert. Ziel dieser Arbeit ist es daher, seine Kritik an dem Status des Kindes in der Gesellschaft herauszuarbeiten und die Dichte seiner Ideen in Bezug auf altersspezifische Diskriminierung auszudifferenzieren. Als theoretische Rahmung werden u.a. Arbeiten zu Bildern von Kindern, generationalen Ordnung und Adultismus hinzugezogen und an aktuelle Diskurse der Kindheitspädagogik und Kindheitsforschung angeschlossen. Datengrundlage bilden ausgewählte Original-Werke, die mit der Grounded Theory explorativ und systematisch analysiert werden.

Abgeschlossene Promotionen

Henning van den Brink

Spiel, Spaß, Spannung.
Kulturelle Bildung aus der Sicht von Kindern

Veröffentlichung:

van den Brink, Henning (2018): Kindliche Nutzerwelten in der kulturellen Bildung. Wiesbaden, Springer VS. URL: https://doi.org/10.1007/978-3-658-20770-0