Scientist in Residence 2007 - Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin

Das Verhältnis von Vernunft und Freiheit Professor Dr. Julian Nida-Rümelin

Professor Dr. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a.D., darf als einer der populärsten Philosophen Deutschlands bezeichnet werden. Von Januar 2001 bis Oktober 2002 gehörte er als Staatsminister der Bundesregierung an und war deren Beauftragter für Angelegenheiten der Kultur und Medien. Diese Zeit nutze er, der Philosoph, um für den Kulturbereich politisch auf Politik und Öffentlichkeit einzuwirken. Nicht zuletzt auf seine Initiative ist die Gründung der Bundeskulturstiftung zurückzuführen. Der Wissenschaftler Nida-Rümelin, seit 2004 Ordinarius am Geschwister-Scholl Institut der Universität München, forscht und lehrt seit Jahren auf den Gebieten der Rationalitätstheorie, der Ethik, der politischen Theorie und Philosophie sowie der Wissenschafts- und Erkenntnistheorie.

Als Scientist in Essen sprach er über das Verhältnis von Vernunft und Freiheit: „Sind wir (nur) als ‚Vernunftwesen’ frei? Und: Müssen wir frei sein, um vernünftig handeln zu können? Setzt Freiheit die Existenz alternativer Möglichkeiten voraus? Wie lässt sich ‚Vernunft’ und wie lässt sich ‚Freiheit’ näher charakterisieren?

Nida-Rümelin definiert Freiheit als die naturalistische Unterbestimmtheit von Gründen. Diese These erläuterte er in seinem Festvortrag und legte dabei – über das, was in Über menschliche Freiheit (Reclam 2001) ausgeführt ist, hinausgehend – ein besonderes Augenmerk auf die Rolle der Kausalität und die metaphysischen Aspekte einer solchen Charakterisierung.