Personen im Historischen Institut: David Passig
GeiWi / Historisches Institut / Geschichte des Mittelalters
45117 Essen
Funktionen
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Akademische/r Rätin/Rat, Geschichte
Aktuelle Veranstaltungen
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SoSe 2026
Vergangene Veranstaltungen (max. 10)
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WiSe 2025
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SoSe 2025
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WiSe 2024
Die folgenden Publikationen sind in der Online-Universitätsbibliographie der Universität Duisburg-Essen verzeichnet. Weitere Informationen finden Sie gegebenenfalls auch auf den persönlichen Webseiten der Person.
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Perfectio integritatis : On Deficiency and Betterment of Man in the Middle AgesIn: Historisches Jahrbuch, Jg. 143, 2023, S. 28 – 59
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Celum celi domino, terram autem dedit filiis hominum : Der Mensch als Gestalter der Geschichte bei Otto von FreisingGöttingen, 2025
(Orbis Mediaevalis)
Artikel in Zeitschriften
Dissertation
Forschungsprojekt:
Leid und Sinn. Eine Kulturgeschichte des Schmerzes im Mittelalter
Das Forschungsprojekt widmet sich dem Desiderat einer Kulturgeschichte des Schmerzes im Mittelalter. Schmerz ist nicht ausschließlich als körperliche oder psychische Empfindung zu verstehen, sondern er lässt sich als ein Phänomen der menschlichen Erfahrung und Deutung historisieren. Schmerz und Schmerzerleben sind eingebunden in historisch variante epistemische, soziale und materielle Rahmenbedingungen. Gleichermaßen haben sich Deutungen und Bewertungen von Schmerz im Laufe der Geschichte signifikant verändert.
Ziel des Projekts ist es, die mittelalterliche Wahrnehmung, Interpretation und Darstellung von Schmerz in ihrer kulturellen Bedingtheit zu untersuchen und zugleich nach den Praktiken zu fragen, durch die Schmerz bewältigt, reduziert, vermittelt, erzeugt oder sichtbar gemacht wurde.
Eine wichtige Leitfrage befasst sich mit den religiösen, medizinischen, rechtlichen und moralischen Sinngebungen von Schmerz und Schmerzerleben im Mittelalter. Darüber hinaus nimmt das Projekt die sozialen Dimensionen des Schmerzes in den Blick. Schmerz wurde nicht bei allen Menschen in gleicher Weise wahrgenommen, bewertet oder öffentlich anerkannt. Darüber hinaus erscheint Schmerz als ein relationales Phänomen, das Gemeinschaft stiften, Fürsorge motivieren, Mitleid erzeugen oder Gewalt legitimieren konnte. Weitere Schwerpunkte liegen auf unterschiedlichen Aspekten der Materialität des Schmerzes sowie auf seinen textlichen, bildlichen und materiellen Repräsentationen, die häufig nicht als unmittelbare Abbilder individueller Erfahrungen verstanden werden müssen, sondern als kulturell codierte Formen der Deutung und Vermittlung.
Abgeschlossenes Forschungsprojekt:
Celum celi domino, terram autem dedit filiis hominum. Der Mensch als Gestalter der Geschichte bei Otto von Freising
Das Projekt befasst sich mit der Frage, welche Rolle und welchen Einfluss Otto von Freising, der Verfasser zweier herausragender historiographischer Werke des 12. Jahrhunderts, in seinen Schriften dem Menschen für den Verlauf der Geschichte beimaß. Insbesondere Ottos erstes Werk, eine von Kain und Abel bis in Ottos eigene Gegenwart reichende Weltchronik, die heute unter dem Titel Historia de duabus civitatibus bekannt ist, ist von der Forschung lange Zeit dahingehend interpretiert worden, dass Otto den Menschen ganz in eine Geschichte eingeordnet gesehen habe, die allein göttlicher Lenkung unterliege und in der jedes Ereignis schon in Gottes Ratschlüssen vorausgenommen sei. Dies schien sich schon daraus zu ergeben, dass Otto den historischen Stoff anhand tradierter heilsgeschichtlicher Schemata wie der Vier-Reiche-Lehre oder Augustins Weltalterlehre ordnete und, ebenfalls ausgehend von Augustinus, den gesamten Geschichtslauf als bestimmt durch das dauerhafte Gegeneinander der Gott zugewandten civitas Dei und der dem Teufel verfallenen civitas mundi gedeutet hat. Bis auf wenige Gegenstimmen ist es deshalb lange Zeit die geteilte Überzeugung der Mediävistik geblieben, dass der Mensch für Otto lediglich Objekt in einem Geschichtslauf sei, der jedem ernsthaften menschlichen Eingriff entzogen bleibe.
Das Projekt schließt an neuere Studien an, die ein sehr viel stärkeres Interesse Otto an den Rahmenbedingungen der irdischen Existenz des Menschen und an den immanenten Kräften, die in der Geschichte wirken, herausgearbeitet haben. Ausgehend von einem vorstellungsgeschichtlichen Zugriff soll das ‚Bild‘, das Otto sich in seinen Werken vom Menschen in seiner Beschaffenheit und in seiner Beziehung zu Gott machte, hier erneut bewertet und dabei die gängige Sichtweise einer Determiniertheit der Geschichte durch den Willen Gottes weiter hinterfragt werden. Dabei soll gezeigt werden, dass der auf der Höhe der theologischen und philosophischen Debatten seiner Gegenwart stehende Otto die Geschichte vor allem anhand anthropologischer und gnadentheologischer Gesichtspunkte zu deuten suchte und dass sich ihr Ablauf für ihn vielmehr aus der Beschaffenheit des Menschen als aus der allmächtigen Lenkung Gottes ergab. Otto sah den Menschen nicht als Objekt, sondern als Subjekt der Geschichte an. Damit verband sich ein Bewusstsein darum, dass es auch am Menschen liege, die irdischen Verhältnisse zu gestalten.
Indem das Projekt so anhand eines Exponenten hochmittelalterlicher Historiographie und frühscholastischer Gelehrtheit das immer wieder reproduzierte Klischee eines von Fatalismus und Endzeitangst geprägten Geschichtsbildes des mittelalterlichen Menschen zu korrigieren sucht, versteht es sich auch als Beitrag zu einer differenzierteren Antwort auf die Frage, in welcher Weise sich der mittelalterliche Mensch ins Verhältnis zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu setzen wusste.
Veröffentlichungen
Monographie
Celum celi domino, terram autem dedit filiis hominum. Der Mensch als Gestalter der Geschichte bei Otto von Freising (= Orbis mediaevalis. Vorstellungswelten des Mittelalters 21), Göttingen 2025.
Aufsätze
Der Konstanzer Vertrag - ein gebrochenes Versprechen?, in: Jan-Hendryk de Boer (Hg.): Praxisformen. Zur kulturellen Logik von Zukunftshandeln (= Kontingenzgeschichten 6), Frankfurt a.M. u.a. 2019, S. 376-391.
Perfectio integritatis. Von Mangel und Besserung des Menschen im Hochmittelalter, in: Historisches Jahrbuch 143 (2023), S. 28-59.
Behind the Facade? Some Remarks on Consensus and the Possibility of Others Forms of Decision-Making in Medieval Narrative Sources, in: Jan-Hendryk de Boer, Manon Westphal, Julia Mariko Jacoby, Karsten Mause, Stefan Zeppenfeld (Hgg.): History and Theory of Compromise (= Concrede – Studies in Conflict Analysis, Conflict Regulation and Democratic Education 1), Berlin 2026, S. 197-219.
Wissenschaftlicher Werdegang
2008 bis 2016: Studium der Fächer Germanistik und Geschichte an der Universität Duisburg-Essen
2016 bis 2022: Promotion an der UDE, Disputation im Juli 2022
10/2016 bis 10/2019: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 1919: "Vorsorge Voraussicht, Vorhersage" an der UDE
10/2019 bis 04/2022: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte, UDE
04/2022 bis 08/2022: Vertretung der Kustosstelle im Historischen Institut, UDE
seit 09/2022: Akademischer Rat in der Abteilung für Mittelalterliche Geschiche, UDE