Wandel der Bedingungen und Formen der Sozial- und Systemintegration Neue Arbeitsgesellschaften und soziale Integration

In diesem Forschungsfeld geht es darum, die Wandlungstendenzen in den gesellschaftlichen Teilbereichen - der Familie, der Wirtschaft, der Politik, den Systemen sozialer Sicherung, dem Bildungssystem, der Religion oder der Kultur - sowie die neu aufbrechenden gesellschaftlichen Konfliktlinien genau zu beschreiben und die daraus sich ergebenden Konsequenzen zu untersuchen.Dies bezieht sich einmal auf den Wandel in den gesellschaftlichen Verteilungsstrukturen und Verteilungsprozessen - etwa der Verteilung von Einkommen und Vermögen, Macht und Ansehen oder auch ganz allgemein der Lebenschancen - sowie in den institutionellen Rahmenbedingungen, durch die derartige Strukturen und Prozesse gesteuert werden.

Betrachtet man die Konsequenzen des Wandels einzelner Teilbereiche, so sind damit auch Konsequenzen für die Strukturen und Prozesse in anderen gesellschaftlichen Teilbereichen verknüpft. Etwa: Welche Konsequenzen hat der Wandel in der Erwerbssphäre für das System der sozialen Sicherung oder das Bildungssystem einer Gesellschaft? Neben dieser Perspektive auf Probleme der Systemintegration werden auch Fragen bearbeitet, die die Integration des Einzelnen in die gesellschaftlichen Teilsysteme und die unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens sowie deren Wandlungstendenzen in den Blick nehmen. Damit geht es etwa um Probleme der Inklusion und Exklusion unterschiedlicher Personengruppen in einer Gesellschaft oder es wird nach den Folgen des Wandels der Beschäftigungsformen und der Erwerbsbeteiligung für die individuellen Lebensvollzüge, etwa der Entscheidung zur Partner- und Elternschaft, oder den individuellen Wert- und Normvorstellungen, wie sie sich etwa in Einstellungen zur sozialen Gerechtigkeit äußern, gefragt.

Während die mit der Transnationalisierung und wirtschaftlichen Globalisierung verbundenen Triebkräfte tendenziell auf Mobilisierung, Entwurzelung und Ortlosigkeit drängen, bleiben regionale Standorte, lokale Bindungen, nationale Wohlfahrtskulturen und Institutionen gleichwohl konstitutive Bezugspunkte. Deshalb umfasst dieses Forschungsfeld auch Projekte, die eine nationale Perspektive einnehmen, und andere, die sich mit der internationalen, vergleichenden Analyse beschäftigen. Auch wenn diese Fragestellungen bereits seit den Anfängen der beteiligten Disziplinen - Politikwissenschaft und Soziologie - diskutiert werden, sind es gerade die rapiden und grundlegenden Veränderungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die neue, theoretische und empirische Zugänge erforderlich machen.

Abgeschlossene Projekte

Initiative zur Beantragung einer DFG geförderten Forschergruppe: "Neue Arbeitsgesellschaft und soziale Integration"

Das Projekt bereitet einen Forschergruppenantrag zu den Integrationsproblemen moderner Gesellschaften vor. Im Fokus stehen Integrationsprobleme der "neuen Arbeitsgesellschaft", z.B. die u.a. globalisierungsbedingte Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, die die Teilhabechancen von Individuen aber auch die Systemintegration zwischen Arbeit, Wohlfahrtsstaat und Familie verändert.

Projektleitung: Prof. Dr. Gerhard Bäcker, Prof. Dr. Gerhard Bosch, Prof. Dr. Hans-Georg Brose, Dr. Anne Goedicke, Prof. Dr. Werner Nienhüser, Prof. Dr. Ute Klammer, Prof. Dr. Matthias Knuth, Prof. Dr. Rainer Schnell, Prof. Dr. Ingo Schulz-Scheffer, Prof. Dr. Karen Shire, Prof. Dr. Petra Stein, Prof. Dr. Anja Weiß. Sprecherin: Prof. Dr. Anja Weiß  Mehr...

„Entwicklung eines Modells zur Analyse von Entscheidungsprozessen und Anwendung auf Fertilitätsentscheidungen in Partnerschaften", DFG, 2007-2009, Prof. Dr. P. Stein Mehr...

„Care in continental models: between service and employment quality" (QUALCARE), deutsch-französischer Antrag an die DFG/ANR, ab 2007, Dr. Steffen Lehndorff/Dr. Sybille Stöbe-Blossey

„Multilingualismus in Japan", DFG, 2002-2004,  Prof. Dr. Florian Coulmas Mehr...

„Öffentlicher Wohnungsbau und Stadtentwicklung in Singapur: Ethnien zwischen residentieller Segregation und Integration", DFG, 2001-2004, Prof. Dr. Winfried Flüchter Mehr...

„Beschäftigungswandel in Japan am Beispiel von Leiharbeit", DFG, 2002-2006, Prof. Karen Shire Ph.D. Mehr...

„Ethnic Entrepreneurs between Market Behaviour and Social Morality", DFG, 2000-2005,  Prof. Dr. Thomas Heberer 

„Callcenter: Organisationelle Grenzstellen zwischen Neotaylorismus und Kundenorientierung", DFG, 2001-2004,  Prof. Dr. Hanns-Georg Brose und PD Dr. Ursula Holtgrewe Mehr...

„A Comparative Study of Operating Hours, Working Time and Employment in France, Germany, the Netherlands, Portugal, Spain and the United Kingdom / EUCOWE", 5. EU-Rahmenprogramm, 2001-2004, Prof. Dr. Gerhard Bosch und Dr. Steffen Lehndorff  

„Restrukturierung des Arbeitsmarktes. Disaggregierte Längschnittanalysen mit der IAB-Beschäftigungsstichprobe", DFG, 1999-2003, PD Dr. Matthias Knuth Mehr...

„Gesellschaftliche und politische Umbrüche nach dem Krieg: Zur Rolle von Jugendgewalt in Guatemala und Kambodscha", Deutsche Stiftung Friedensforschung, 2006-2008, Prof. em. Dr. Franz Nuscheler, Prof. Dr. Tobias Debiel Mehr...

„Dynamics of national employment models (DYNAMO)", 6. EU-Rahmenprogramm, 2004-2007, Prof. Dr. Gerhard Bosch und Dr. Steffen Lehndorff Mehr...

„Beschäftigungsverhältnisse als sozialer Tausch. Wechselwirkungen zwischen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage", DFG, 2006-2008, Prof. Dr. Hanns-Georg Brose Mehr...

Forschungsbericht

Der Forschungsbericht 2019 präsentiert die Highlights der Forschung der Profilschwerpunkte und ausgewählter Institute, eine Online-Version des Beitrags des PSP Wandel ist hier abrufbar. Dort befinden sich auch unsere Forschungsberichte seit 2007 im Archiv.

Aktuelle Ausschreibung Forschungsförderung

Informationen zur aktuellen Förderausschreibung des Profilschwerpunktes befinden sich hier.

Mitgliedschaft und Mitglieder

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