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Das Fach Turkistik

Das Fach Turkistik ist in der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Duisburg–Essen am Campus Essen angesiedelt.

Mit seinen Teildisziplinen und zentralen Arbeitsgebieten, die alle ihrem Wesen nach auf Bilingualität und Interkulturalität basieren, hat sich das Fach seit seiner Entstehung im WS 1995/96 zu einem einzigartigen Studiengang in ganz Deutschland entwickelt.

Das Fach Turkistik zeichnet sich durch die Forschungsgegenstände, Erkenntnisinteressen und Arbeitsmethoden seiner Teildisziplinen aus: Linguistik, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie Fachdidaktik.

Zur Auswahl stehen den Studierenden im Fach Turkistik an der Universität Duisburg-Essen die beiden Studiengänge Lehramt Haupt-, Real- und Gesamtschule (HRGe) sowie Lehramt Gymnasium und Gesamtschule (GyGe) für das Unterrichtsfach Türkisch. Seit dem WS 2011/2012 können diese Studiengänge ausschließlich auf Bachelor (BA) (ab WS 2011/2012) und Master (MA) (ab WS 2014/2015) begonnen werden.
Informationen zu den neuen Lehramtsstudiengängen finden Sie unter diesem link.

Neben dem Lehramt kann Türkisch noch im Rahmen des Studiengangs Kulturwirt (BA/MA) studiert werden. 

Die Teildisziplinen des Fachs

In der Teildisziplin Linguistik des Türkischen wird die moderne türkische Sprache, wie sie in der Türkei und in Deutschland gesprochen und geschrieben wird, analytisch und deskiriptiv geforscht und unterrichtet.

In der Teildisziplin Literatur- und Kulturwissenschaft wird die zeitgenössische türkische Literatur und Kultur in erweiterten Zusammenhängen und unter kontrastiven und interkulturellen Aspekten geforscht und unterrichtet. In der Verbindung der literaturwissenschaftlichen Perspektiven und übergreifenden historischen sowie soziokulturellen Fragestellungen und durch ihre Integration in den größeren Rahmen der gesellschaftlichen Analyse werden Literatur als Teil des Kulturbereichs und der Gesamtbereich kulturellen Handelns und kultureller Kommunikation über Literatur sowohl als subjektive als auch als alternative Modelle gefasst (vgl. einschlägige Theorien).

Dem Lehramtsstudium für das Unterrichtsfach Türkisch für HRGe und GyGe kommt in der Turkistik eine zentrale Bedeutung zu, was sich in der Stellung der Fachdidaktik mit ihren Arbeitsgebieten Sprachdidaktik, Literaturdidatkik sowie Didaktik der Landes- und Kulturkunde - sowohl in der Lehre als auch in der Forschung - niederschlägt. Ihr besonderes Interesse gilt der Auseinandersetzung mit unterrichtlichen Lehr- und Lernprozessen unter den Aspekten von Integrativität, Multimedialität und Interkulturalität. Ebenso arbeiten die Teildisziplinen Linguistik und Literatur- und Kulturwissenschaft in erheblichem Maße fachdidaktisch orientiert.

Prof. Dr. Kader Konuk

Im Gespräch

Prof. Dr. Kader Konuk

Seit dem 1. April hat das Institut für Turkistik eine neue Direktorin: Frau Prof. Dr. Kader Konuk wurde auf die Professur für Türkische Literatur- und Kulturwissenschaft mit besonderem Fokus auf Migration und Akkulturation berufen und hat zugleich die Institutsleitung übernommen. Frau Prof. Konuk freut sich auf die neue Aufgabe, die sie aus den USA zurück ins Rheinland führt: „Die Essener Turkistik ist unter anderem deshalb so besonders, weil sie die moderne Türkei in den Blick nimmt. Das unterscheidet sie z.B. von den Turkologien.“ Die Multiethnizität der heutigen Türkei vor der historischen Folie des Osmanischen Reiches aufzuzeigen, wird ein wesentlicher Aspekt ihrer Arbeit an der UDE sein. „Ich möchte den Studierenden hier nahebringen, dass die Türkei kein ethnisch, religiös oder kulturell einheitliches Gebilde ist“, erklärt sie. Vor diesem Hintergrund ist auch der Schwerpunkt ihrer Professur zu sehen. „Es geht dabei weniger um die Akkulturationsprozesse türkeistämmiger Deutscher als vielmehr um die Minderheitenpolitik in der Türkei und die Konstruktion des ‚Türkischen‘ oder der Türkei als Nation.“ Ihren Ruf nach Essen sieht sie, die in der Komparatistik promovierte, als Zeichen für die kosmopolitische Neuausrichtung des Fachs: „Es ist mir wichtig, dass die Studierenden am Institut eine neue Perspektive auf das Land und seine kulturelle wie auch sprachliche Vielfalt bekommen und ihren Blick über national definierte Literaturen hinaus öffnen.“ 

mca/28.04.14