Nachhaltige Methoden und Materialien am Lehrpfad Biodiversität & Nachhaltigkeit

Re-Use-ItUnsere nachhaltigen Materialien und Arbeitsweisen

Ein grundlegendes Merkmal unserer Arbeit am Lehrpfad Biodiversität & Nachhaltigkeit war und ist der Einsatz nachhaltiger Materialien und Arbeitsweisen. Vorhandene Materialien selbst recyceln, bei Zukauf möglichst Recycling-Produkte bzw. umweltfreundliche Produkte verwenden und auf kurze Lieferwege achten, Regenwassernutzung bzw. effizienter Umgang mit Wasser, Strom aus einer Insel-PV-Anlage, ein Hochmoorbeet ohne Torf sowie Kompostwirtschaft sind nur einige Stichpunkte, die wir auch in ihrem Bezug zu den Sustainable Development Goals (SDGs = dt.: Globale Nachhaltige Entwicklungsziele) der UN-Agenda 20230 näher vorstellen möchten:

Adressierte Sustainable Development Goals (SDGs)

Nachhaltige Materialien

Nachhaltige Methoden/Arbeitsweisen

Übersicht über die Sustainable Development Goals der UN-Agenda 2030, Quelle: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/nachhaltigkeitsziele-erklaert-232174

Bezug zur UN-Agenda 2030Von uns adressierte Sustainable Development Goals (SDGs)

Die UN-Agenda 2030 trat am 01. Januar 2016 in Kraft und definiert für eine Laufzeit von 15 Jahren 17 Globale Nachhaltige Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals / SDGs) mit insgesamt 169 Unterzielen, die eine zukunftsfähige Entwicklung menschlichen Handelns in den drei Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft sicherstellen soll, um unsere Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu erhalten. Fünf SDGs aus allen drei Bereichen werden am Lehrpfad direkt adressiert.

 

Bereich Umwelt/Biosphäre SDG 15: Leben an Land

Den Campus als gemeinsamen Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere zu entwickeln, ist die zentrale Idee des Lehrpfads Biodiversität & Nachhaltigkeit. Die bisherige artenarme und auf pflegeleichte Bodenabdeckung ausgelegte Bepflanzung wird sukzessive mit (vornehmlich) heimischen Pflanzenarten ersetzt, die Nahrung für die Tierwelt am Campus liefern. Eine strukturreiche, naturnahe Gestaltung  mit Trockenmauern, Totholzstrukturen und Kleingewässern sowie zahlreichen Nisthilfen und Futterstellen, soll eine Steigerung der Biodiversität weiter fördern. Die Entwicklung werden wir über Artenlisten und Bilder dokumentieren, die wir auf diesen Seiten veröffentlichen. 

Bereich Gesellschaft SDG 4: Hochwertige Bildung: BNE

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), als ein Unterziel im SDG 4 "Hochwertige Bildung", soll Menschen in die Lage versetzen ihr (lokales) Handeln in Bezug zu dessen (globalen) Auswirkungen zu verstehen, um bewusste Entscheidungen auf einer fachlich-fundierten Grundlage treffen zu können. Dafür ist systemisches Wissen um Wirkzusammenhänge erforderlich, die am Lehrpfad exemplarisch aufgegriffen werden, z.B.: "Welche Bedeutung haben Hochmoore für das Klima auf der Erde?" oder "Was haben Wildbienen mit der menschlichen Ernährung zu tun?".

Als Heimat des Gartenpraktikums für LA-Biologie-Studierende ist unsere Gartenarena zudem der Ort, an dem künftige Lehrer:innen lernen, einen Schulgarten anzulegen bzw. weiter zu entwickeln.

Bereich Gesellschaft SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie

Der Energieverbrauch am Lehrpfad ist insgesamt sehr gering: Lediglich für die Tauchwasserpumpe zur Befüllung der Regenwassertanks wird regelmäßig Strom verbraucht, was allerdings keinen zusätzlichen Energieeinsatz erfordert (das gesammelte Regenwasser aus der Zisterne am Hörsaalzentrum S05 müsste, wegen der eingetieften Lage, ohnehin in die Kanalisation gepumpt werden). Die Wildtierbeobachtungskameras werden durch eine Insel-PV-Anlage autark versorgt oder im Falle der Turmfalken und Mauersegler über die angeschlossenen Netzwerkkabel (PoE).

Bereich Gesellschaft SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen, z.B. mit (Regen-) Wasser und Wertstoffen sind für die Städte und Gemeinden der Zukunft unverzichtbar. Am Lehrpfad bewässern wir  konsequent mit Regenwasser und nutzen unterirdische Tropfbewässerung für den effizienten Einsatz des Wassers. Gemulchte Oberflächen von Wegen und Beeten erhalten die Bodenfeuchte auch in längeren Trockenperioden und tragen insbesondere durch die Feuchtigkeitsversorgung der Pflanzen zur Kühlung der Luft bei. Recycling von Altmaterialien wie Holz, Kaffee- und Teesatz, Steinen (Pflastersteinen, Kies) ist gelebte Praxis in unserem Projekt.

Bereich Wirtschaft SDG 12: Nachhaltige(r) Konsum und Produktion

Neben dem Recycling von Wertstoffen spielt auch der bewusste Einkauf und Einsatz und von Materialien eine wichtige Rolle am Lehrpfad. Häufig lassen sich am Markt Komponenten aus Recycling-Materialien finden: So wurde beispielsweise das Becken für unser Hochmoorbeet sowie die Hangabstützung durch L-Steine aus Recyclingkunststoff (statt Beton) realisiert. Auch unsere Regenfässer, die vielerorts verwendeten Mörtelkübel, die Halterungen für die netzlosen Meisenknödel sowie die Perlschläuche für unterirdische Tropfbewässerung sind aus Recycling-Kunststoff hergestellt. Daneben legen wir auf lokale Lieferanten bzw. Hersteller wert: Kies vom Niederhein, Holzhackschnitzel aus der Region oder Ruhrsandstein aus Witten-Herdecke sind hier Beispiele.

Nachhaltige Materialien

Foto: André Kreft, 2024

Ihr bringt uns euren Kaffee- und Teesatz und wir machen frisches Grün daraus Unsere Kaffee- und Tee-Sammelbox

Bereits seit 2023 sammeln wir in einer großen Holzkiste Kaffee- und Teesatz, um damit für frisches Grün zu sorgen: die Reste aus unseren Kaffeemaschinen und Teetassen enthalten wichtige Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor. Das Einarbeiten in den Boden fördert zudem die mikrobielle Aktivität.

Achtung: Kaffee- und Teesatz haben die Eigenschaft, den Boden leicht anzusäuern, so dass kalkliebende Arten nicht auf diese Weise gedüngt werden sollten.

Jedes Jahr recyceln wir mit Eurer Hilfe rund 850 l Kaffee- bzw. Teesatz. Also, bitte genießt weiterhin Eure heißen Getränke und bringt uns auch weiter Euren alten Kaffee und Tee.

 

Foto: André Kreft, 2024

Another Brick out of the Wall Recyling von neuen und alten Steinen

Die Produktion von Zement verursacht zwischen 6 und 8% der weltweiten CO2-Emissionen. Obwohl Beton nur zu rund 10-15% aus Zement besteht, macht dieser Bestandteil den Großteil der Emissionen des Baustoffs aus. Grund genug für uns hunderte von Pflastersteinen wieder zu verwenden, die beim Abriss eines Parkplatzes am Reckhammerweg und bei Entsiegelungsarbeiten an der Universitätsstraße angefallen sind. Die Steine wurde als Fundamente für die Trockenmauern aus Ruhrsandstein an der Gartenarena und auch selbst als Trockenmauern verwendet: als Trennwand zwischen geschützten Uferzonen und Freiwasserzone im Teich vor S05 sowie als Stützmauer für den Hang am Gewächshaus.

Alte Pflastersteine aus Basalt und Kalkstein (vermutlich die Hof-Pflasterung eines Vorkriegsbaus) konnten wir bei Ausschachtungsarbeiten für die Behelfs-Kita am Reckhammerweg vor der Mülldeponie retten und später als Trockenmauern im Bereich des Hochmoorbeets verwenden. Der Feinkies, der früher auf dem Glaspavillon vor S05 lag bildet nun zum Teil das Substrat für die Flachwasserzonen im Teich. Auch Feinkies, der bei der Beprobung von Gewässern durch Arbeitsgruppen der Wasserforschung anfällt, wird von uns wiederverwendet, z.B. als Substrat für Sedum-Trockenrasen.

Foto: Ariane Schürmann, 2026

Nicht auf dem Holzweg Recycling von Altholz

Ohne das viele Holz, das in Form von Paletten oder als Verpackungsmaterial im Zuge von Baumaßnahmen oder bei regulären Warenlieferungen den Weg an die UDE findet, wären viele Projekte nicht möglich gewesen oder erheblich teurer geworden. Mit Ausnahme der senkrechten Stützbalken der beiden Pergolen (an der Holunde-Rotunde und am Hochmoorbeet) und der Holzbohlen, welche die Beetbereiche in der Gartenbereiche umranden, bestehen alle Holzkonstruktionen aus Altholz. So sind die Sitzbänke der "Holunde-Rotunde", sowie alle anderen Sitzgelegenheiten (wie z.B. unsere "Bank in den Korallen") komplett aus Altholz gefertigt. Gleiches gilt für das Becken des Hochmoorbeets  sowie dessen Dachkonstruktion und die Schilder des Lehrpfads.

Hinweis: Das Holz der Paletten ist nicht mit Holzschutzmitteln vorbehandelt, sondern trägt nach dem ISPM-Standard 15 für Holzverpackungen die Kennzeichnung HT, was Heat Treatment (dt: Wärmebehandlung) bedeutet. Dieses Holz wurde mindestens 30 Minuten auf eine Kerntemperatur von 56°C erhitzt, um Schädlinge und Krankheitserreger abzutöten. Von uns wird das Holz offenporig mit umweltfreundlicher Holzlasur behandelt.

(Regen-) Wasser ist Leben Nutzung von Regenwasser

Nachhaltige Methoden und Arbeitsweisen