Mauersegler an der UDE
Ein Leben im FlugMauersegler am Campus Essen
Ein schrilles "Sriih-Sriih-Sriih" an einem sommerlichen Abend und schon rauscht eine Gruppe Vögel vorbei: Mauersegler auf der Jagd nach Beute. Auf diesen Seiten wollen wir eine faszinierende Tierart vorstellen, die fast ausschließlich im Flug lebt.
- Allgemeines zur Art
- Lebensweise
- Mauersegler selbst unterstützen
Zum Mauersegler-Nistkasten-Livestream
Noch heißt es geduldig warten: Mauersegler benötigen meist einige Jahre, um neue Nistplätze anzunehmen.
kurzer Steckbrief Allgemeines zur Art
Bei den Mauerseglern ist der Name Programm: als ursprüngliche Felsbrüter finden sie in Mauernischen, unter Dachziegeln und Lüftungsschächten Plätze für ihre Bruthöhlen. Sie profitieren von den vielen künstlichen „Felswänden“ unserer Städte, wobei, ähnlich wie beim Turmfalken, auch ihnen über die zunehmende Schließung von Fassaden- und Dachflächen (energetische Sanierungen) Brutplätze verloren gehen. Auch der zweite Namensteil beschreibt die Tiere perfekt: sie gleiten in erster Linie im Segelflug durch die Luft und benötigen nur wenige Flügelschläge. Der wissenschaftliche Artname, Apus apus, leitet sich vom griechischen „ohne Füße“ ab und bezieht sich auf die sehr kurzen Beine der Tiere. Sie haben vergleichsweise große Augen, einen gedrungenen aber windschnittigen Körper, der ganz auf ein Leben fast ausschließlich im Flug angepasst ist. Sie erreichen eine Rumpflänge von durchschnittlich 16-17 cm bei einer Spannweite von 40-44 cm und einem mittlerem Gewicht von 40 g. Sie ähneln mit ihren sicherförmigen Flügeln den Schwalben, bilden aber die eigene Familie der Segler (Apodidae), dessen einziger Vertreter in Mitteleuropa sie sind.
Im Gegensatz zu den Schwalben, die eine helle Körperunterseite besitzen, haben Mauersegler nur einen hellen Kehlfleck. Mauersegler weisen eine sichelförmige Flügelform auf, die ihnen den ausgeprägten, energiesparenden Segelflug ermöglicht. Bei den Schwalben ist die Flügelform dreieckig und sie fliegen flacher und wendiger. Die Schwanzfedern sind bei Mauerseglern und Schwalben gegabelt, wobei die äußeren Federn bei den Schwalben weit ausgezogen sind.
Im Sturzflug können Mauersegler Geschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen – im Horizontalflug sind es zwischen 40 und 100 km/h, was auch ihrer Reisegeschwindigkeit entspricht.
Ein weiteres Charakteristikum ist ihr schriller Sriih-Sriih-Sriih-Ruf, der häufig in sommerlichen Abendstunden zu hören ist. Diese Rufe dienen der Kommunikation untereinander, z.B. bei Revierverteidigung und Paarfindung.
Mauersegler: ein Leben im Flug Lebensweise
Mauersegler sind Zugvögel, die in unserer Gegend pünktlich am 1. Mai aus ihrem Winterquartier südlich der Sahara eintreffen, um hier ihren Nachwuchs zu bekommen. Für Brut und Aufzucht gibt es nur ein kurzes Zeitfenster, denn schon Anfang August machen sich die Elterntiere mit dem Nachwuchs auf den langen Weg zurück ins Winterquartier.
Mauersegler verbringen fast ihr gesamtes Leben fliegend - nur zur Brutzeit suchen sie sich hochgelegene höhlenartige Nistplätze, um zu brüten. Nahrungserwerb, Schlaf und teilweise auch die Kopulation finden im Flug statt. Mauersegler sind saisonal monogam und sind ihren Nisthöhlen sehr treu.
Nach ungefähr 20 Tagen schlüpfen die Jungtiere und sind unter optimalen Bedingungen nach rund 42 Tagen flügge. Die Eltern verfütttern während dieser Zeit rund 2 Kg insekten. Der Bruterfolg ist stark wetterabhängig. In längeren Schlechtwetterphasen führen die Elterntiere sogenannte Wetterfluchten durch, um die Fluginsektenjagd unter besseren Bedingungen durchführen zu können. Diese Ausweichbewegungen können über mehrere hundert Kilometer erfolgen und die Jungtiere verfallen in dieser Zeit in einen "Torpor" genannten Hungerschlaf: Körpertemperatur und Stoffwechselaktivität werden sehr stark heruntergefahren. Ausgeprägte Schlechtwetterperioden können dennoch zum Tod der Jungtiere führen. Die relativ hohe Lebenserwartung der Mauersegler von durchschnittlich 4- 6 Jahren (in Einzelfällen bis zu 20 Jahren) hält die Populationen weitestgehend stabil.
Was kann ich tun? Mauersegler selbst unterstützen
Die Bestände der Mauersegler sind nicht akut bedroht. Wer diese faszinierenden Tiere dennoch unterstützen möchte, kann dies über das Aufhängen von Nistkästen machen. Da Mauersegler gerne in Kolonien brüten, können auch mehrerer Nistkästen nebeneinander angeboten werden. Eine Mindesthöhe von 6 m wird empfohlen.
Diese Angebote können den zunehmenden Wegfall von Gebäudenischen aufgrund von Sanierungsmaßnahmen an Bestandsbauten und dem Fehlen solcher Strukturen an modernen Gebäuden entgegenwirken.
Nestlinge, die aus den Bruthöheln bzw. Nistkästen gefallen sind, sollten möglichst behutsam aufgehoben und wenn möglich zurück in den eigenen Kasten oder einen alternativ in ein andere Bruthhöhle/Nistkasten mit gleichaltrigen Jungtieren gelegt werden. Die Alttiere adoptieren in der Regel die fremden Jungvögel.
Sollte dies nicht möglich sein, sollte der Jungvogel an eine Wildtierstation gegeben werden, weil die Aufzucht junger Mauersegler schwierig und sehr zeitaufwändig ist.

besonders spannend zwischen Mauersegler-LiveStreams vom Campus Essen